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Bäume werden im späten Herbst oder zeitigen Frühjahr geschnitten

Wann sollte man Bäume schneiden?

Wenn es um den Baumschnitt geht, so genügt es natürlich nicht, einfach zur Schere zu greifen und loszuschneiden. Doch nicht nur das Wie, sondern auch das Wann ist relevant - ein Rückschnitt zur falschen Zeit führt zu unerwünschten Wassertrieben oder fördert ungewollt die Anfälligkeit des Baumes für pilzliche und andere Erkrankungen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse bringen zusätzlich Verwirrung unter Gärtnern.

Baumschnitt im Frühling / Winter

Seit alters her werden Laubbäume und andere sommergrüne Gehölze im zeitigen Frühling bzw. Spätwinter geschnitten. Ein Schnitt bei geeignetem Wetter im Januar oder Februar – also deutlich vor dem Austrieb – hat viele Vorteile:

  • der Baum befindet sich in Winterruhe und „blutet“ daher weniger
  • aufgrund des fehlenden Laubes ist besser zu erkennen, wo geschnitten werden muss
  • Winterschnitt regt verstärkten Austrieb im Frühjahr an

Allerdings zeigen neue forstwissenschaftliche Forschungsergebnisse, dass die vermeintlichen Vorteile keine sind: Der winterliche Rückschnitt regt vor allem den Austrieb von steil nach oben wachsenden Wasserschossern an, die für die Entwicklung der Baumkrone wertlos sind und beim nächsten Schnitt ohnehin wieder entfernt werden müssen. Lediglich manche Obstbäume sollten im Winter geschnitten werden, um die Ausbildung von fruchtbildenden Trieben zu fördern. Dies gilt insbesondere für verschiedene Prunusarten wie etwa Pfirsiche und Nektarinen, die zur Ausbildung von Langtrieben neigen.

Baumschnitt im Sommer

Statt zum Winter- wird heute eher zum Sommerschnitt geraten. Insbesondere Kernobst- und Steinobstbäume profitieren von einem Rückschnitt direkt nach der Ernte. Der beste Zeitpunkt ist etwa ab Mitte August herum, wenn kein neues Laub mehr ausgebildet wird und die Triebentwicklung für dieses Jahr abgeschlossen ist. Haben Sie zudem keine Scheu, eventuell noch unreife Früchte zu entfernen. Dies ist vor allem bei sehr reichem Fruchtbehang sinnvoll, damit die verbliebenen Früchte größer und aromatischer werden können. Die Vorteile eines Sommerschnitts liegen auf der Hand:

  • Der Baum befindet sich noch mitten im Wachstum und kann daher Wunden schneller verschließen.
  • Viele pilzliche Erreger sind vor allem im Spätwinter / Frühjahr aktiv, weshalb eine Infektion dann wahrscheinlicher ist.
  • Da das Wachstum bereits abgeschlossen ist, lässt dieses sich für das kommende Jahr mit einem gezielten Schnitt besser steuern.
  • Sie haben einen besseren Blick darauf, welche Äste zu viel Licht wegnehmen und daher entfernt werden müssen.
  • Das zeitige Auslichten versorgt den Baum vor der Winterpause noch einmal mit reichlich Licht und Luft.
  • Es gibt keine eventuell einsetzenden Fröste, die den frisch geschnittenen Baum zusätzlich schwächen.

Baumschnitt im Herbst

Stark zum Bluten neigende Baumarten wie etwa Ahorn oder Walnuss werden am besten im zeitigen Herbst geschnitten. Hier ist die Blutungsneigung deutlich geringer ausgeprägt, während zugleich die Wundheilung noch aktiv ist.

Tipps

Eine häufige Frage ist auch, wie lange der optimale Zeitraum für einen Baumschnitt andauert: Rein theoretisch können Sie eigentlich das ganze Jahr hindurch zur Schere greifen. Haben Sie den perfekten Zeitpunkt für den Sommerschnitt verpasst, steht auch einem herkömmlichen Winterschnitt nichts im Wege.

Artikelbild: IVL/Shutterstock

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