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Herabgefallenes Laub wird als Winterschutz für die Baumwurzeln liegen gelassen

Bäume im Winter richtig pflegen

Vielen Tieren wächst vor dem Winter ein dichter, wärmender Pelz oder sie halten in der kalten Jahreszeit einfach Winterschlaf. Wir Menschen ziehen dicke Jacken, Mützen und Handschuhe an, um uns so vor der Kälte zu schützen. Doch wie überstehen eigentlich Bäume den Winter? Und ist ein spezieller Winterschutz überhaupt notwendig? Diese Informationen haben wir für Sie in diesem Artikel zusammengetragen.

Natürliche Schutzmechanismen von Laubbäumen

Laubbäume haben für gewöhnlich grünes Laub, welches sich im Herbst gelb oder rötlich verfärbt und schließlich abfällt. Doch warum ist das überhaupt so? Der herbstliche Laubwurf ist ein Schutzmechanismus des Baumes, denn die Blätter müssen mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden. Blieben sie nun während der lichtarmen Wintermonate am Baum, würde der Baum sie nicht ausreichend mit Feuchtigkeit versorgen können und allmählich vertrocknen. Stattdessen wirft er sie einfach ab und begibt sich in Winterruhe. Die herbstliche Färbung erklärt sich aus der abnehmenden Fotosynthese: Solange diese im vollem Gang ist, bleiben die Blätter aufgrund des Chlorophylls grün. Nimmt die Lichtintensität ab, verringert sich auch der Anteil des grünen Farbstoffs bis er schließlich durch gelbe und rote Farbtöne verlagert werden.

Weitere natürliche Schutzmaßnahmen:

  • Das abgefallene Laub hat jedoch noch eine weitere Funktion: Es bedeckt den Wurzelbereich des Baumes und schützt diesen daher vor der Kälte.
  • Da Zweige und Äste nicht einfach abgeworfen werden können, hüllt sich der Baum in eine isolierende Holzschicht ein. Diese besteht aus dem wasserführenden Kambrium, welches von der trockenen Borke bedeckt wird.

Allerdings werfen nicht alle Laubbäume im Herbst ihre Blätter ab, manche sind immergrün. Diese haben andere Schutzmechanismen vor der Kälte entwickelt. Dasselbe gilt für die meisten Nadelbäume, mit Ausnahme der Europäischen Lärche.

Wie Sie Bäume im Winter unterstützen können

Grundsätzlich sollten Sie nur Bäume in den Garten pflanzen, die ausreichend winterhart sind. Dies gilt für alle einheimischen Arten, aber auch viele importierte, frostharte Laub- und Nadelbäume eignen sich. Empfindlichere Arten sollten dagegen nur in entsprechend geschützte Lagen gepflanzt oder gleich in einem Topf kultiviert werden. Weiterhin können Sie winterharte Bäume im Winter durch diese Maßnahmen unterstützen:

  • Schneiden Sie im Herbst die Kronen zurück. Dies funktioniert allerdings nur bei manchen Laubbäumen.
  • Nadelbäume werden dagegen nicht beschnitten.
  • Verteilen Sie das abgefallene Laub gleichmäßig auf der Baumscheibe.
  • Mulchen Sie diese eventuell.
  • Abgeschnittene Reiser eignen sich sehr gut als Winterschutz.
  • Insbesondere Obstbäume bekommen einen Kalkanstrich.
  • Dies ist manchmal auch bei anderen Laubbäumen an sehr sonnigen Standorten sinnvoll.

Sofern Sie Ihre Gehölze düngen, sollten Sie die Düngung spätestens bis Ende Juli einstellen, damit junge Triebe noch die Chance zum Ausreifen haben.

Tipps

Winterharte Bäume im Topf können meist draußen überwintern, allerdings sollten Sie den Topf mit einem isolierenden Vlies umwickeln und das Substrat mit einer dicken Mulchschicht sowie Fichten- oder Tannenreisig bedecken. An frostfreien Tagen ist der Topfbaum zu wässern, damit er nicht vertrocknet.

Artikelbild: HayleyPhoel/Shutterstock

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