Schöne Ziergräser pflanzen

Ziergräser gibt es in zahlreichen Formen, Größen und Farben, weshalb sie in der Gartengestaltung ein wichtiges Element darstellen. Dabei sind Gräser nicht nur grün, sondern können auch braune oder bronzefarbene, weiße, rötliche oder gar bläuliche Schattierungen annehmen. Selbst weiße, schwarze oder gelb panaschierte Sorten sorgen für Abwechslung im Garten.

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Hohe Ziergräser sind auch ein schöner Sichtschutz

Das Wichtigste in Kürze

  • Ziergräser bevorzugen sonnige Standorte und nährstoffarmen, lockeren Boden
  • Pro Beet sollten nur einige wenige Ziergräser untereinander oder mit Blühpflanzen kombiniert werden
  • Die beste Pflanzzeit ist im Frühjahr
  • Eine Wurzelsperre für wuchernde Gräser ist sehr empfehlenswert

Standort und Boden

Die meisten Gräser bevorzugen einen sonnigen Gartenstandort. Allerdings ist die Gruppe der Ziergräser sehr zahlreich und damit variantenreich, weshalb Sie auch unter den schattenverträglichen Arten eine große Auswahl finden. Typischerweise treiben die schattenliebenden Ziergräser sehr früh aus und blühen bereits im Frühjahr. Diesen Arten machen kühlere Temperaturen nichts aus, zudem sind sie häufig winter- oder sogar immergrün. Aus diesem Grund werden diese Arten auch als Cold-Season-Gräser bezeichnet. Doch ganz gleich ob sonniger oder (halb-)schattiger Standort: Alle Gräser brauchen einen lockeren, nährstoffarmen und humushaltigen Boden.

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Die folgende Tabelle liefert Ihnen, welche Gräserarten sich für sonnige oder schattige bzw. trockene oder feuchte Böden besonders gut eignen:

Gräser für sonnige Standorte Gräser für schattige Standorte Gräser für trockene Standorte Gräser für frische bis feuchte Standorte
Chinaschilf (Miscanthus) Lampenputzergras (Pennisetum) Moskitogras (Bouteloua gracilis) Pfahlrohr (Arundo donax)
Pampasgräser (Cortaderia) Fuchsrote Segge und andere Seggen (Carex) Regenbogen-Schwingel (Festuca amethystina) Steife Goldsegge (Carex elata)
Reitgras (Calamagrostis) Strandsegge (Carex arenaria) Blauschwingel (Festuca cinerea) Morgenstern-Segge (Carex grayi)
Pfeifengras (Molinia) Hainsimse (Luzula) Atlas-Schwingel (Festuca mairei) Palmwedel-Segge (Carex muskingumensis)
Pfahlrohr (Arundo donax) Wald-Schmiele (Deschampsia cespitosa) Schaf-Schwingel (Festuca ovina) Riesen-Segge (Carex pendula)
Blaustrahlhafer (Helictotrichon sempervirens) Japangras (Hakonechloa) Blaustrahlhafer (Helictotrichon sempervirens) Zyperngras (Cyperus longus)
Blauschwingel (Festuca cinerea) Goldgelbes Flattergras (Milium Effusum ‚Aureum‘) Blaues Schillergras (Koeleria glauca) Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium)
Flaschenbürstengras (Hystrix patula) Steife Segge (Carex elata) Lampenputzergras (Pennisetum) Flatter-Binse (Juncus effusus)
Büschel-Haargras (Stipa capillata) Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea) Herbst-Kopfgras (Sesleria autumnalis) Blau-Binse (Juncus glaucus)
Riesen-Federgras (Stipa gigantea) Nest-Blaugras (Sesleria nitida) Riesen-Federgras (Stipa gigantea) Riesen-Landschilf (Miscanthus x giganteus)
Wimper-Perlgras (Melica ciliata) verschwiedene Schwingel-Arten (Festuca) Engelhaar (Stipa tenuissima) Hohes Pfeifengras (Molinia arundinacea)
Rutenhirse (Panicum virgatum)     Moor-Pfeifengras (Molinia caerulea)
Silberährengras (Achnatherum calamagrostis)     Schilfrohr (Phragmites communis)
      Rohrkolben (Typha)

Tipps

Mit „schattig“ sind jedoch keine absolut dunklen, nach Norden ausgerichteten Standorte gemeint. Stehen Gräser zu dunkel, wachsen sie schlecht und blühen nicht. Achten Sie also darauf, dass der ausgewählte Platz für einige Stunden am Tag Sonne bekommt oder zumindest im hellen Schatten liegt (d. h. halbschattig bis absonnig).

Gräser richtig pflanzen – So wird’s gemacht

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Wenige Sorten clever kombiniert wirken edel und zeitlos

„Setzen Sie nicht zu viele verschiedene Gräserarten ins Beet, das sieht sehr schnell unordentlich aus und wirkt wie eine nicht gemähte Wiese. Beschränken Sie sich stattdessen auf wenige Sorten.“

Ziergräser erhalten Sie in der Regel in einem Pflanztopf. Belassen Sie die Pflanzen nach dem Kauf nicht allzu lange darin, da diese Töpfe sehr klein sind und sich deshalb nicht für eine Dauerkultur eignen. Besser ist es hingegen, die Gräser so schnell wie möglich einzupflanzen.

Die passende Pflanzzeit

Pflanzen Sie alle Gräser am besten im Frühjahr aus, da die Stauden anschließend ausreichend Zeit zum Einwurzeln und Anwachsen haben. Winterharte Arten können bei entsprechender Witterung schon ab Februar ins Beet, nicht winterharte Ziergräser hingegen sollten Sie erst nach den Eisheiligen auspflanzen. Grundsätzlich ist auch eine Herbstpflanzung möglich, doch dann benötigen auch die winterharten Arten einen leichten Winterschutz. Die Pflanzen hatten in diesem Fall noch nicht ausreichend Zeit zum Einwurzeln und sind daher empfindlich.

Schritt-für-Schritt Anleitung fürs Pflanzen

Heben Sie das Gras mitsamt der anhaftenden Erde aus dem Pflanztopf und wässern Sie den Wurzelballen zunächst kräftig. Dies funktioniert besonders gut, wenn Sie die Pflanze einfach in einen Eimer mit (lauwarmem!) Wasser stellen. Achten Sie dabei jedoch darauf, dass nur die Wurzeln im Wasser stehen. Weiter gehen Sie wie folgt vor:

  1. Bereiten Sie den Boden am ausgewählten Standort vor.
  2. Lockern Sie die Krume, graben Sie gegebenenfalls um und entfernen Sie Unkräuter etc.
  3. Verbessern Sie bei Bedarf den Boden, z. B. indem Sie Sand und / oder Humuserde untermischen.
  4. Heben Sie die Pflanzlöcher aus.
  5. Diese sollten etwa doppelt so groß und tief wie der Wurzelballen sein.
  6. Achten Sie auf die empfohlenen Pflanzabstände.
  7. Diese hängen von der jeweiligen Art und Sorte des Ziergrases ab.
  8. Pflanzen Sie die Gräser genauso tief in den Gartenboden wie sie zuvor im Topf standen.
  9. Drücken Sie die Pflanzen nach dem Einsetzen gut an.
  10. Gießen Sie sie jetzt kräftig, auch wenn es gerade regnet.
  11. Das Wasser schließt eventuelle Hohlräume im Boden und sorgt so für den notwendigen Bodenkontakt der Wurzeln.
  12. Schattengräser bzw. Gräser für feuchte Böden sollten zudem mit einer ca. fünf Zentimeter dicken Mulchschicht vor Austrocknung geschützt werden.

Gräser an Ausbreitung hindern

So wird eine Wurzelsperre eingebaut

Grundsätzlich werden bei Gräsern horstig wachsende und Ausläufer bildende Arten unterschieden. Achten Sie beim Kauf genau darauf, zu welcher die von Ihnen ausgewählen Arten gehören, denn die zweite Variante sollten Sie niemals ohne eine stabile Wurzelsperre in den Garten pflanzen – ansonsten wuchern diese Stauden alle verfügbaren Flächen zu und lassen sich zudem nur sehr schwer entfernen. Typische Vertreter hierfür sind etwa Bambus (außer Fargesia) und Chinaschilf. Mittlerweile sind jedoch einige neu gezüchtete Sorten erhältlich, die kaum noch Ausläufer ausbilden und daher nur noch wenig zum Wuchern neigen. Beachten Sie bei der Installation der Wurzelsperre (die übrigens auch noch nachträglich hinzugefügt werden kann) folgende Ratschläge:

  • Verwenden Sie keine Teichfolie, Dachpappe o. ä., da diese zu dünnwandig ist und leicht durchstoßen wird.
  • Spezielle, dicke Wurzelsperren aus Polyethylen sind hingegen besser geeignet.
  • Sie können die Gräser auch in Wannen oder große Töpfe aus (rostfreiem) Metall oder Plastik einpflanzen.
  • Mörtelkübel eignen sich ebenfalls.
  • Graben Sie die Wurzelsperren möglichst tief – 60 bis 80 Zentimeter – ein, da die Rhizome vieler Gräser ebenfalls sehr tief wandern können.

Übrigens breiten sich viele Gräser nicht nur durch Rhizome, sondern auch durch Selbstaussaat aus. Wollen Sie dies vermeiden, setzen Sie am besten auf selbststerile Hybridzüchtungen. Beschränken Sie sich hier auf eine einzige Sorte, da beim Einpflanzen mehrerer Gräsersorten durch Fremdbefruchtung trotzdem keimfähige Samen entstehen können.

Exkurs

Schon beim Kauf auf gute Pflanzenqualität achten

Gräser kaufen Sie entweder im Frühjahr oder während der Sommermonate. Gesunde Pflanzen weisen ein buschiges Wachstum sowie kräftig gefärbte Halme ohne Flecken oder bräunliche Stellen (sofern diese nicht sortentypisch sind) auf. Im Frühjahr erhältliche Gräser befinden sich allerdings oft noch in der Winterruhe, weshalb Sie Ihr Augenmerk hier verstärkt auf den Wurzelballen richten sollten: Der Pflanztopf ist optimalerweise nicht vollständig durchwurzelt, sodass die Wurzeln noch ausreichend Platz haben und nicht gequetscht werden.

Optimale Pflege nach der Pflanzung

Einmal eingepflanzt und angewachsen, brauchen Ziergräser in der Regel nicht allzu viel Pflege. Achten Sie in den ersten Wochen nach der Pflanzung lediglich auf eine verstärkte Wasserzufuhr, da dies die Ausbildung der Wurzeln und damit das Anwachsen fördert. Gräser brauchen außerdem keine Düngung, weshalb Sie schon bei der Pflanzung auf etwaige Gaben von Kompost, Hornspänen (24,99€ bei Amazon*) und anderen Düngemitteln – ganz gleich ob organisch oder nicht – verzichten sollten. Auch ein Pflanzschnitt ist überflüssig. Der erste Schnitt erfolgt immer erst zum Start der neuen Saison, wenn Sie die vertrockneten Halme des Vorjahres entfernen und so Platz für neue Triebe schaffen.

Exkurs

Gräser vermehren

Die meisten Gräser lassen sich sehr gut durch Teilung vermehren. Stechen Sie hierzu im Frühjahr mit einem scharfen Spaten so viele Teilstücke wie gewünscht ab und pflanzen Sie diese separat ein. Der Wurzelballen der abgetrennten Stücke sollte jeweils etwa faustgroß sein.

Gartengestaltung mit Gräsern

Wie attraktiv Gräser in einem Kiesbeet wirken, zeigt das folgende Video mit ausführlicher Anleitung zum Nachpflanzen:

Youtube

Die meisten Ziergräser gehören zu den sogenannten Strukturpflanzen, die sich selbst nicht in den Vordergrund drängen. Sie bilden jedoch zusammen mit anderen Stauden hübsche Gruppenpflanzungen. Dies gilt vor allem für so grazile Arten wie etwa das Wollhaargras (Melinis) oder Zittergräser (Briza), die ideale Begleiter für hervorstechende Staudenpflanzen wie beispielsweise Dahlien oder Stauden-Sonnenblumen sind. Manche Gräser wie etwa das beliebte Pampasgras oder die attraktive Rutenhirse kommen dagegen aufgrund ihres prächtigen Blütenschmucks und der intensiven Färbung auch in einer Einzelstellung sehr gut zur Geltung.

Achten Sie bei der Planung des Staudenbeets auch auf die Blütezeiten der gewünschten Arten, damit die Pflanzfläche ganzjährig attraktiv wirkt. Gräser für sonnige Standorte beispielsweise treiben häufig erst sehr spät im Frühjahr aus und blühen im Spätsommer. Sorgen Sie mit Hilfe von Frühlingsstauden und Zwiebelblumen dafür, dass das Beet im Frühjahr nicht allzu kahl wirkt. Sogenannte Schattengräser hingegen treiben recht früh aus und bleiben häufig während der Wintermonate grün. Hier passen Blattschmuckstauden und Farne sehr gut dazu. Frühlingsblumen sorgen für die Farbakzente zwischen März und Mai.

Häufig gestellte Fragen

Welche Gräser eignen sich als Sichtschutz?

Hierfür können Sie hochwüchsige Arten wie etwa Gartenbambus, Chinaschilf oder Pampasgras verwenden.

Kann ich Gräser auch im Kübel halten?

Grundsätzlich lassen sich die meisten Gräser sehr gut in Kübeln kultivieren, sofern das Pflanzgefäß groß genug ist und Standort sowie Substrat stimmen. Besonders empfehlenswert sind hier natürlich die eher niedrigen und trockenheitsverträglichen Arten.

Weshalb wächst und blüht das Ziergras nicht so richtig?

Wenn das gepflanze Ziergras einen kränklichen Eindruck macht und scheinbar nicht so recht wachsen will, dann steht es höchstwahrscheinlich am falschen Standort – häufig ist es der Staude einfach zu dunkel.

Tipps

In Gartencentern und Baumärkten werden öfters stark blau oder leuchtend rosa gefärbte Ziergräser verkauft, auch bei vielen Onlinehändlern sind diese Pflanzen zu finden. Dabei handelt es sich nicht um spezielle Sorten, sondern lediglich um künstlich eingefärbte Gräser. Diese sind häufig nicht sonderlich robust und gehen in der Regel schnell ein.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbilder: Peter Turner Photography/Shutterstock, Jahina_Photography/Shutterstock

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