Zyperngras: Pflege und Sorten

Zypergräser sind mit ihren palmartigen Wedeln eine sehr dekorative Zimmer- und Terrassenzierde. Was die Sumpfpflanze ausmacht und auf welch vielfältige Kultivierungsarten Sie sie nutzen können, haben wir einmal für Sie zusammengestellt.

zyperngras
Zyperngras ist praktisch überall zuhause

Herkunft

Die Pflanzengattung der Zypergräser, botanisch Cyperus, zählt zu den Sauergrasgewächsen und hat ein sehr großes Verbreitungsspektrum. Sie sind in gemäßigten bis subtropischen und tropischen Gebieten quasi aller Erdteile beheimatet. Diese Vielfalt an klimatischen Habitaten sind freilich auch dem relativ hohen Artenspektrum von an die 600 Varianten zuzuschreiben. Die meisten Arten stammen aus Nordamerika, gefolgt von fern- und nahöstlichen, afrikanischen und mittelamerikanischen Arten. Einige sind auch bei uns in Europa heimisch. In der Gartenkultur werden Zypergräser vorzugsweise im Kübel gehalten.

Wachstum

Zypergräser wachsen zumeist als Stauden aus Rhizom- oder Knollenwurzeln, die meist recht intensiv Horste ausbilden. Manche Arten sind auch nur ein- bis zweijährig. Auf feinen, gerinnten Halmen bilden Zypergräser lange Blattschirme aus, die der Pflanze auch den Beinamen Wasserpalme eingebracht haben. Die verschiedenen Arten werden in etwa zwischen 30 und 100 cm hoch.

Blätter

Die grasartigen, langen Einzelblätter der Blattschirme sind beim Zypergras sehr schmal und lanzettlich mit spitzem Ende. Sie sind ganzrandig und grün.

Blüte

Zypergräser sind aus gärtnerischer Sicht auf jeden Fall eine Blattschmuckpflanze. Die Blüten sind eher unscheinbar. Sie erscheinen das ganze Jahr über als kleine, gelbe, büschelige Ähren über laubblattähnlichen Hochblättern.

Welcher Standort ist geeignet?

Zypergräser bevorzugen einen sonnigen, hellen Standort. Die Umgebungstemperatur sollte eher warm sein – bei Zimmertemperatur fühlen sie sich sehr wohl. Im Sommer können Sie Ihr Zypergras aber auch gut rausstellen und für ein exotisches Flair auf der Terrasse sorgen. Im Winter mögen Zypergräser es etwas kühler.

Standortanforderungen im Überblick:

  • hell und sonnig
  • Temperatur eher warm – Zimmertemperatur ideal, im Winter etwas kühler
  • im Sommer rausstellen

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Winterhart

Zwar passen sich Zypergräser mit ihrem Vegetationsverhalten an die Jahreszeiten an und brauchen es in der lichtarmen Winterpause etwas kühler – frosthart sind sie aber nicht. Sie draußen zu überwintern, ist also keinesfalls möglich. Schon Temperaturen unter 10°C mögen Zypergräser nicht sonderlich. In Richtung Gefrierpunkt wird es spätestens kritisch.
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Zimmerpflanze

Sie können ein Zypergras problemlos das ganze Jahr über im Zimmer halten. Zwar tut ihm eine Frischluftperiode über den Sommer hinweg immer gut, aber wer weder Balkon, noch Terrasse oder Garten besitzt, kann auch drinnen ein gesundes, zufriedenes Zypergras bekommen. Allerdings sollten Sie im Haus etwas penibler auf eine ausreichende Gießpraxis und auch eine gute Luftfeuchtigkeit achten. Regelmäßiges Besprühen mit dem Wasserdisperser ist gerade in der Heizperiode unerlässlich.
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Zyperngras gießen

Zypergräser sind Sumpfpflanzen. Damit erübrigt sich schon fast die Frage nach dem Gießbedarf. Ein Zypergras sollte am besten immer im Wasser stehen, mindestens aber einen immer feuchten Wurzelballen haben. Sorge um Staunässe und drohende Wurzelfäule brauchen Sie hier überhauptnicht zu haben – ein Übergießen ist beim Zypergras nicht möglich. Trockenheit ist hier das einzige Risiko, was sich auch schnell durch braune Blattspitzen bemerkbar macht. Im Winter muss nicht ganz so intensiv gegossen werden.

Als Wasser nutzen Sie vorzugsweise kalkarmes Wasser, am besten aus der Regentonne.

Zusätzlich zum Gießen sollten Sie dem Zypergras immer wieder auch im oberen Pflanzenteil viel Feuchtigkeit zukommen lassen – in Form von erfrischenden Sprühduschen.

Gießregeln im Überblick:

  • Zypergras sehr durstige Pflanze
  • nie austrocknen lassen, am besten dauerhaft im Wasser stehen lassen
  • im Winter etwas weniger gießen
  • kalkarmes Regenwasser nutzen
  • zusätzlich zum Gießen Sprühduschen

Braune Spitzen

Braune Blattspitzen sind beim Zypergras ein sehr häufiges Phänomen, das seinem enormen Wasserbedarf geschuldet ist. In aller Regel ist Trockenheit schuld an braunen Blattspitzen – vorerst ist dieses Signal aber noch kein Grund zur Sorge. Gießen Sie einfach wieder vermehrt und regelmäßig und sprühen das Zypergras mit dem Wasserdisperser ein. Erst wenn ganze Halme braun werden, ist der Austrocknungsgrad kritisch und kann im schlimmsten Fall zum Tod der Pflanze führen.

Gegebenenfalls kann auch zu kalkhaltiges Gießwasser die Ursache für braune Blattspitzen sein. Verwenden Sie möglichst weiches Wasser, am besten Regenwasser.
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Umtopfen

Da Zypergräser recht schnell wachsen und zu einer relativ starken Horstbildung neigen, ist ein Umtopfen ziemlich häufig nötig. Es kann durchaus jedes Jahr ein neuer Topf nötig werden. Am besten führen Sie das Umtopfen im Frühjahr durch. Das Zypergras ist dabei ziemlich unempfindlich und übersteht den Kübelwechsel in aller Regel klaglos. Beim Umtopfen können Sie gleich auch alte, braune Stängel entfernen und der Pflanze so eine Rundum-Frische- und Verjüngungskur verpassen. So können Sie mit einem vitalen Wachstum über den Sommer hinweg rechnen. In den neuen Topf geben Sie dem Zypergras am besten humusreiche Erde, gemischt mit etwas Lehm und Sand.

Die Umtopfregeln im Überblick:

  • wegen kräftigem Wuchs und Ausbreitung alljährliches Umtopfen nötig
  • Erde für neuen Topf: humusreich, mit Lehm und Sand
  • beim Umtopfen auch alte Stängel herauslesen

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Zyperngras richtig düngen

Sie können Ihr Zypergras über die Vegetationsphase hinweg, also vom zeitigen Frühjahr bis in den September hinein mäßig düngen. Geben Sie dafür alle zwei Wochen etwas Flüssigdünger in das Gießwasser. Mehr sollten Sie aber nicht düngen, sonst kommt es zu unnatürlichen Wachstumsschüben, die zu instabilen, abknickenden Stängeln führen können.

Hydrokultur

Beiname Wasserpalme – Übergießen kaum möglich – Schnelle Braunfärbung der Blattspitzen bei minimaler Trockenheit: All diese Indikatoren legen doch eine Hydrokultur für das Zypergras nahe. Damit ist das Sumpfgras gut versorgt und man hat als Kultivierer ein wenig mehr Ruhe bei der Pflege. Sie können ein Zypergras in klassischer Hydrokultur mit einem Substrat aus Blähton in einem Wasserbad mit etwas Nährstofflösung halten. Ein Schwimmkörper informiert über den Wasserstand und gibt Orientierung, wann ein Auffüllen nötig wird.

Sie können das Zypergras aber auch in jede andere Form von Hydrokultur setzen und dabei ganz kreativ werden. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel ein mit Wasser, etwas Flüssigdünger und Kieselsteinen gefüllter Krug aus Ton oder Glas – letztere Variante kann ganz besonders dekorativ wirken, eignet sich aber eher nur für junge, noch nicht so große Ablegerexemplare.

Im Gartenteich ist ein Zypergras nicht nur optisch sehr attraktiv, sondern ist auch bestens mit Wasser und Nährstoffen versorgt – hier brauchen Sie sich quasi garnicht um es zu kümmern. Der Nachteil – hier übersteht es den Winter nicht. Sie müssen es also entweder im Herbst mühselig ausgraben und für den Winter eintopfen und ins Haus holen oder den Verlust der Pflanze in Kauf nehmen.
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Aquarium

Eine weitere Möglichkeit der Hydrokultur ist die Integration in ein Aquarium. Auch hier haben Sie wie beim Gartenteich zusätzlich zum geringeren Pflegeaufwand den positiven Nebeneffekt, dass das Zypergras die Wasserwelt sehr dekorativ bereichert. Vorteilhaft gegenüber der Pflanzung im Gartenteich ist, dass das Zypergras hier dauerhaft im warmen Zimmer verbleibt und Sie sich keine Gedanken um die Überwinterung machen müssen.

Submerse Kultur

Für die submerse, also vollständig unter Wasser stattfindende Kultur sind allerdings nur bestimmte Zypergrasarten geeignet. Vorzugsweise ist hier das Cyperus helferi zu nennen. Dabei handelt es sich um eine asiatische Art mit weichen, biegsamen, schlanken, hellgrünen Stängeln und Blättern, die sich sanft mit der Wasserströmung bewegen. Bei Wassertemperaturen zwischen 22 und 30°C, guter Beleuchtung und einem ph-Wert von 5 bis 7,5 gedeiht dieses Zypergras am besten. Der Pflanzgrund sollte nährstoffreich und feinkörnig sein.

Für offene Aquarien

Eine Art, die für offene Aquarien, in denen Stiele und Blätter über die Wasseroberfläche hinauswachsen können, eignet sich das Cyperus alternifolius. Es zeigt recht große, mittelgrüne Blattschirme und gedeiht am besten bei einer Wassertemperatur zwicshen 17 und 28°C mit einem ph-Wert von 5 bis 9.
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Zyperngras richtig schneiden

Zurückgeschnitten werden muss ein Zypergras im Grunde nur, wenn es für den Überwinterungsplatz über die Vegetationsphase hinweg zu groß geworden ist. Wenn der Platz im Winterquartier begrenzt ist, können Sie das Gras durchaus um etwa die Hälfte stutzen. Im Frühjahr wird es leicht wieder austreiben.

Ansonsten sollten nur braune, vertrocknete Halme weggeschnitten werden.
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Zyperngras vermehren

Teilung

Zypergräser lassen sich am besten durch Teilung des Wurzelballens vermehren. Diese Methode bietet sich insbesondere deshalb an, weil die Pflanze durch ihren Hang zur Horstbildung sowieso ständig umgetopft werden muss – anstatt sie immer in einen größeren Topf zu setzen, können Sie bei der alljährlichen Frühjahrskur das Zypergras auch einfach teilen. Die eine Partie setzen Sie zurück in den ursprünglichen Topf, die andere können Sie entweder Ihrer eigenen Pflanzensammlung hinzufügen oder an interessierte Gärtnerfreunde verschenken.

Die Teilungsmethode ist nicht nur simpel, sondern verspricht aufgrund der Unempfindlichkeit des Zypergras-Wurzelballens auch eine hohe Gelingrate.

Samen

Sie können Ihr Zypergras auch über Samen vermehren. Aus den über das Jahr immer wieder auftauchenden Blüten und Früchten bekommen Sie ein ständiges Samenangebot, es gibt aber auch käuflich erwerbbare Angebote im Fachhandel. Zypergräser sind Lichtkeimer – die Samen dürfen also nur auf die Erde gelegt und nicht damit bedeckt werden. Halten Sie die Anzuchtschalen gleichmäßig und gut feucht und sorgen für ein warmes Umgebungsklima von etwa 20 bis 25°C. Keimen sollten die Samen nach etwa 2 bis 3 Wochen.

Ableger

Eine dritte Variante zur Vermehrung des Zypergrases ist die Ableger-Methode. Dazu schneiden Sie einige Halme ab und kürzen die Blätter um etwa die halbe Länge ein. Dann stecken Sie sie kopfüber in Wasser oder ein Behältnis mit nassem Sand. Nach etwa 4 Wochen sollten die Ableger Wurzeln gebildet haben. Dann können Sie sie in ein Pflanzgefäß mit Blumenerde einpflanzen.
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Ist Zyperngras giftig?

Zypergräser sind allgemein nicht giftig – Haustierbesitzer und Eltern kleiner Kinder können sich also bedenkenlos ein Zypergras anschaffen.
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Tipps

Einige Zypergrassorten bergen noch erstaunliche Nutzungsmöglichkeiten über die reine Zimmerpflanzenzierde hinaus. Die Knollenwurzel des Erdmantels etwa ist essbar und gilt mit ihrem nussigen Geschmack und ihrer Reichhaltigkeit in Südeuropa sogar als Delikatesse. Aus dem Knolligen Zypergras lassen sich außerden Hausmittel gegen Magenbeschwerden herstellen. Wer kreative Handarbeiten mag, kann aus den Zypergrashalmen auch Flechtwerk wie Körbe etc. machen, wie es vor allem in afrikanischen Ländern gang und gäbe ist.

Sorten

Cyperus alternifolius

Diese schon im Abschnitt zur Aquariumkultur vorgestellte Sorte ist allgemein auch die bekannteste unter den Zimmer-Zypergräsern. Das Cyperus alternifolius kommt ursprünglich aus Madagaskar und lässt sich bei uns sehr gut im Zimmer kultivieren – und nicht nur im Aquarium. Auch in Erdsubstrat gedeiht es bei relativ warmen Temperaturen und natürlich gründlicher Wassergabe sehr gut. Seine formschönen Palmwedel sind sehr wuchsfreudig und können eine Höhe von etwa einem Meter erreichen. Die ganzjährig erscheinenden Ährenblüten sind braun und unscheinbar.

Wie die meisten Zypergräser ist die Sorte nicht winterhart und sollte keinen Temperaturen unter 10°C ausgesetzt werden. Im Sommer kann sie aber gern nach draußen gestellt werden.

Cyperus eragrostis

Zu deutsch hat diese Sorte den schönen Namen “Frischgrünes Zypergras”. Sie stammt ursprünglich aus Südamerika und ist ebenfalls bis auf ihren großen Wasserbedarf recht anspruchslos. Sie wird allerdings nur etwa halb so groß wie das Cyperus alternifolius. Wenn sie Blüten treibt, können diese recht reichhaltig ausfallen. Das Cyperus eragrostis bildet keine Ausläufer und muss dadurch nicht so sehr in die Grenzen gewiesen werden.

Cyperus longus

Das Hohe Zypergras ist – wenig verwunderlicherweise – eine der größten Sorten unter den Zypergräsern und kommt aus dem Mittelmeerraum. Damit ist sie auch bedingt winterhart und eignet sich für die Gartenteichbepflanzung. Das Hohe Zypergras erreicht bei guten Bedingungen stattliche Höhen von bis zu zwei Metern – in der hiesigen Zimmerkultur ist aber meist eher bei 1,20 m Schluss. Das Cyperus longus bildet kräftige Ausläufer, muss also beim Halten im Kübel regelmäßig umgetopft werden.

Cyperus papyrus

Der Echte Papyrus wird mit bis zu 3 Metern Höhe noch größer als das Cyperus longus und wirkt auch durch seine dicken, im Querschnitt dreieckigen Stängel noch deutlich imposanter. Mit diesen Ausmaßen kommt der Echte Papyrus freilich nicht für jeden Hobbygärtner in Zimmerkultur in Frage. Ursprünglich kommt das Cyperus papyrus aus Afrika, Südwestasien und Südeuropa und ist schon in der Antike für die namensgebende Papyrusherstellung und auch als Baumaterial genutzt worden.

Cyperus fuscus

Auf deutsch heißt diese Sorte Braunes Zypergras und kommt natürlicherweise sogar bei uns in Deutschland vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich aber auch nach Süden in den Mittelmeerraum und in östlicher Richtung bis nach China. Das Cyperus fuscus ist eine einjährige Sorte, allerdings überdauert ihr Samen den Winter. Es bildet keine Horste aus. Mit einer Wuchshöhe von nur 30 bis 40 Zentimetern gehört es zu den kleinsten Zypergräsern.

Seine Stängel sind besonders scharf gefurcht, die darauf sitzenden Blattschirme haben wenige, schmale Blätter und wirken dadurch deutlich weniger palmartig als etwa das Cyperus alternifolius.

Von den vergleichsweise auffälligen, ährigen und üppigen Blütenständen in dunklem, ins Violette gehendem Braun mit grünen Rändern hat das Braune Zypergras seinen Namen.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Olana22/Shutterstock

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