Wurzelsperre – Tipps zu Kauf, Anwendung und Nutzung

Zahlreiche Zierpflanzen entwickeln im Laufe ihres Lebens beachtliche Wurzelwerke, die Gartenwege unterwachsen oder in Fassadenrisse eindringen. Um das zu verhindern, sollten ausbreitungsfreudige Pflanzen mit einer Wurzelsperre versehen werden. Diese eignet sich auch für Gewächse, die sich unkontrolliert im Garten ausbreiten.

wurzelsperre
Wurzelsperren sind ein Muss für wuchernde Pflanzen im Garten

Das Wichtigste in Kürze

  • Herkömmliche Wurzelsperren bestehen aus Kunststoff und müssen dem Bodenklima standhalten. Alternativen aus Metall sind unüblich.
  • Das Material wird senkrecht an die Wände des Pflanzlochs verlegt. Für die meisten Pflanzen reichen Folien mit einer Breite zwischen 20 und 80 Zentimeter.
  • Baumärkte bieten Produkte der eigenen Marke und hochwertiger Hersteller zu Preisen zwischen sieben und 14 Euro pro Meter an. Günstige Alternativen sind Noppenbahnen oder recycelte Materialreste und alte Gefäße.
  • Zahlreiche Ziergräser sowie Beerensträucher und Ziergehölze benötigen Wurzelsperren. Manche Kräuter und Kletterpflanzen bilden ebenfalls Wurzelausläufer.

Tipps zum Kauf

Flexible Wurzelsperren werden in Rollenform angeboten und haben üblicherweise eine Materialstärke von zwei Millimeter, damit sie dem Wurzeldruck standhalten. Sie können die Maße selbst bestimmen und die Folien zuschneiden. Kunststoff ist ein gängiges Material für eine Wurzelsperre. Für bestimmte Einsatzbereiche gibt es Alternativen aus Metall.

Lesen Sie auch

Eigenschaften einer idealen Wurzelsperre:

  • beständig gegen Chemikalien und Lösungsmittel
  • säure-, salz- und laugenresistent
  • widerstandsfähig gegen Schimmel und Mikroorganismen
  • zum Schutz von Leitungen mit wasserundurchlässiger Beschichtung
  • frei von Weichmachern und Giftstoffen, die ins Erdreich gelangen könnten

Kunststoff

wurzelsperre

Meistens werden Wurzelsperren aus Kunststoff eingesetzt

Das Material bietet den großen Vorteil der Flexibilität. Laut einer Studie der Fachhochschule Weihenstephan liefert eine 70 Zentimeter breite Folie den besten Schutz gegen Wurzeldruck der meisten Zierpflanzen im Garten. Gängig sind Wurzelsperren aus Polyethylen oder Polypropylen. Die Folienenden werden mit Aluschienen verbunden, die miteinander verschraubt werden können. Diese Schienen können nicht von Wurzelausläufern durchwachsen werden. Viele Hersteller gewähren für ihre Produkte eine 25-jährige Garantie auf die Materialbeständigkeit.

 PolyethylenPolypropylen
AbkürzungHDPEPP
Eigenschaftenbesonders hohe Dichte und Widerstandskrafteinfache Handhabung durch geringes Gewicht
HinweisVerlegung benötigt höheren Kraftaufwandnicht geeignet für Bambus

Wurzelsperre aus Metall

Da die meisten Metalle keinen Korrosionsschutz besitzen, sind sie nicht für den dauerhaften Einsatz in der Erde geeignet. Eine Alternative mit einem ungünstigen Preis-Leistungsverhältnis wäre rostfreier Edelstahl. Es gibt jedoch Wurzelsperren aus Metall, die speziell für Rasen angeboten werden. Dadurch wird verhindert, dass sich der Rasen auf Wegplatten ausbreitet, oder in die Blumenbeete wächst. Zum Einsatz kommen verzinkte Metallschienen aus Aluminium, Edelstahl oder Stahl, die senkrecht in die Erde eingelassen werden.

Anwendung der Wurzelsperre

Youtube

Heben Sie das Pflanzloch aus und kleiden Sie die Wände vollständig aus. Achten Sie darauf, dass die Folie senkrecht aufliegt. Geringe Neigungen führen dazu, dass die Wurzeln nach oben geleitet werden. Schneiden Sie die Folie so zurecht, dass sich die Enden zehn bis 20 Zentimeter überlappen. Anschließend werden die Pflanzen eingesetzt und das Loch mit Mutterboden gefüllt. Dabei dürfen die Überlappungen nicht auseinander gezogen werden. Sie können die Folien auch mit Butyl-Klebeband oder Aluschienen verschließen.

Wie tief wird die Wurzelsperre verlegt?

Die Tiefe richtet sich nach der jeweiligen Pflanzenart. Üblicherweise reicht eine 70 Zentimeter breite Folie aus, um die Ausläuferbildung der meisten Pflanzen zu unterdrücken. Viele starkwüchsige Kräuter und flachwurzelnde Beerensträucher erobern mit ihrem Wurzelwerk Tiefen zwischen 20 und 50 Zentimeter. Imposante Ziergräser werden je nach Art mit einer Wurzelsperre eingeschränkt, die 60 bis 80 Zentimeter tief in den Boden reichen.

Wurzelsperre: Welche Pflanze wächst wie tief

Alternativen für Wurzelsperren

In zahlreichen Baumärkten finden Sie eine breite Auswahl von hochwertigen Markenprodukten und günstigen Alternativen der Eigenmarken. Für kleinere Pflanzen reichen meist schon ausgediente Kübel oder Materialreste aus, aus denen Sie Wurzelsperren selber machen können.

 BreiteMaterialPreis pro QuadratmeterAnbieter
Gardol Wurzelsperre70 cmPP11,40 EuroBauhaus
Wurzelsperre FloraSelf65 cmKunstfaser mit einseitiger HDPE-Beschichtung8,79 EuroHornbach
Wurzelsperre Premium70 cmHightech Material13,33 EuroObi
Dehner Wurzelsperre70 cmPP12.85 EuroDehner
B1 Wurzelsperre60 cmHartplastik7,14 EuroToom

Gefäße und Materialreste recyceln

Wenn es sich um kleine Stauden mit hoher Ausbreitungsfreudigkeit handelt, können Sie den Wurzelballen in einen ausgedienten Mörtelkübel setzen und diesen in der Erde versenken. Gefäße aus unbehandeltem Metall sollten Sie nicht verwenden, da diese durch Feuchtigkeit in der Erde rosten.

Viele Ziergräser oder Sanddorn können mit herkömmlicher Dachfolie eingepflanzt werden. Die Wurzeln der wuchsfreudigen Himbeeren lassen sich mit Vlies eindämmen, das bis in eine Tiefe von 40 Zentimeter verlegt wird. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Materialenden miteinander verbunden werden.

Dachfolie, Gartenvlies oder Kübel können als Wurzelsperre für einige Pflanzen in Frage kommen.

Noppenbahn als Wurzelsperre?

Die Dämmschicht für Kellerräume eignet sich dann als Wurzelsperre, wenn das Material die gleichen Eigenschaften wie herkömmlichen Sperrfolie bietet und die Maße stimmen. Die gängigste Gutta Noppenbahn ‘Star’ hat eine Materialstärke von acht Millimeter und ist zwischen 50 und 100 Zentimeter breit. Sie besteht aus beständigem HDPE und ist mit einem durchschnittlichen Preis von 1,80 Euro pro laufendem Meter günstiger als eine Wurzelsperre.

Welche Pflanzen mit Wurzelsperren einschränken?

Jede Pflanze hat unterschiedliche Vermehrungsstrategien und Konkurrenzstärken. Schwache Arten investieren ihre Energie in die Entwicklung von Blüten und Samen, sodass sie kein Problem darstellen. Starke Kräuter, Gräser und Sträucher erobern in kurzer Zeit weite Bereiche, indem sie unterirdische Ausläufer entwickeln.

Tipps

Wenn Sie Kräuter wie Minze oder Giersch in den Garten pflanzen, sollten Sie auch hier an eine Wurzelsperre denken. Ein großer Kunststofftopf, der in der Erde versenkt wird, reicht aus.

Gräser

wurzelsperre

Chinaschilf sollte unbedingt mit Wurzelsperre gepflanzt werden

Süßgräser umfassen sowohl einjährige als auch ausdauernde und mehrjährige Arten, von denen zahlreiche Pflanzen als Ziergräser in den Garten gesetzt werden. Ihr Wachstum kann grob in zwei Kategorien unterteilt werden. Gräser, die dichte oder lockere Horste bilden, sind meist standorttreu und wachsen nicht unkontrolliert im Beet. Die rasenartige Wuchsform ergibt sich durch Ausläufer, die auf der Erdoberfläche kriechen oder unterirdisch von den Wurzeln gebildet werden. Solche Arten benötigen eine Rhizomsperre:

  • Chinaschilf Eulalia (Miscanthus sinensis ‘Gracillimus’) bildet Wurzeln in Tiefen zwischen 30 und 40 Zentimeter
  • Chinaschilf (Miscanthus sinensis) entwickelt etwa 50 Zentimeter tiefe Wurzeln
  • Zebragras-Wurzeln (Miscanthus sinensis ‘Zebrinus’ ) reichen 50 bis 70 Zentimeter in die Erde
  • Japanisches Blutgras (Imperata cylindrica) wurzelt 60 bis 100 Zentimeter tief
  • Riesen-Chinaschilf (Miscanthus × giganteus) wächst bis 100 Zentimeter tief
  • Schilf (Phragmites australis) kann bis zwei Meter tiefe Wurzeln entwickeln

Hintergrund

So wächst Bambus

Bambus ist eine Unterfamilie der Süßgräser, dessen Arten zwei verschiedene Rhizomkörper bilden. Die erste Wuchsform zeichnet sich durch kurze und dicke Rhizome aus. Sie entwickeln mehr oder weniger kompakte Horste, die getrennt voneinander wachsen.

Charakteristisch für die zweite Wuchsform sind lange und dünne Rhizomkörper. Solche Bambus-Arten wachsen offener, sodass die Halme gleichmäßig über eine breite Fläche verteilt sind. Sie gelten als ausbreitungsfreudig, weswegen eine Wurzelsperre für solche Bambus-Arten in einer Tiefe von 60 Zentimeter sinnvoll ist.

Bäume und Sträucher

Ein Baum entwickelt im Laufe seines Lebens kräftige Wurzeln, die Schäden an Gebäuden oder Gehwegplatten verursachen können. Wie tief die Wurzeln in die Erde reichen, ist abhängig von der Art. Tiefwurzler erreichen eine Wurzeltiefe zwischen zwei und vier Meter, während Flachwurzler ihr Wurzelwerk weitreichend in den obersten Bodenschichten entwickeln. Viele dieser Bäume benötigen eine Wurzelsperre, denn sie verbreiten sich über unterirdische Ausläufer.

Tipps

Die Glyzinie ist eine Kletterpflanze, die auf der Suche nach Wasser gleichzeitig tief und flach wurzelt. Daher ist eine Wurzelsperre für den Blauregen in einer Tiefe von 70 Zentimeter sinnvoll.

Ziersträucher

Für die meisten Sträucher reichen Wurzelsperren mit einer Stärke von drei bis vier Millimeter und einer Höhe zwischen 45 und 50 Zentimeter aus. Hortensie, Ranunkelstrauch oder Magnolie erweisen sich als besonders ausbreitungsfreudig und sollten entsprechend ihrer Wurzelstärke mit einer vier bis zehn Millimeter dicken Sperrfolie eingegrenzt werden.

Wie tief Wurzelsperren sein müssen:

  • Thuja: 70 bis 80 Zentimeter
  • Weide: je nach Art zwischen 30 und 50 Zentimeter
  • Rosa rugosa: 60 bis 70 Zentimeter

Der Essigbaum ist ein gutes Beispiel für flachwurzelnde Bäume. Auf sandigen und nährstoffarmen Böden wuchert die Art in einem Umkreis von zehn Metern um den Stamm und bildet dort starkwüchsige Dickichte. Empfehlenswert sind Wurzelsperren mit einer Dicke von zehn bis 15 Millimeter.

Obststräucher

wurzelsperre

Brombeeren und Himbeeren sollten mit einer Wurzelsperre gepflanzt werden

Viele Obststräucher sind bekannt für ihre Ausbreitungsfreudigkeit und nehmen innerhalb kürzester Zeit große Flächen in Anspruch. Nicht selten breiten sich die Gehölze in einem Umkreis von mehr als zwei Metern aus und unterdrücken jeglichen Pflanzenwuchs in diesem Bereich. Typisch ist dieses Wachstum für Sträucher aus der Familie der Rosengewächse:

  • wilde Brombeeren benötigen Wurzelsperren in einer Tiefe bis 30 Zentimeter
  • ähnliche Maße für Sorten wie die Brombeere ‘Navaho’
  • Wurzelsperre für Himbeeren sollten 40 Zentimeter tief sein
  • Schlehe wird mit einer 50 Zentimeter tiefen Wurzelsperre gepflanzt
  • Aronia-Wurzelsperre sollte 60 Zentimeter tief in den Boden reichen

Wann sind Wurzelsperren unnötig?

Sommerflieder kommt im Gegensatz zu seinem Namensverwandten ohne Wurzelsperre aus, denn der flachwurzelnde Strauch bildet keine unterirdischen Ausläufer. Syringa vulgaris vermehrt sich über Wurzelausläufer, die in bestimmten Situationen lästig werden können. Daher ist eine Wurzelsperre für Flieder sinnvoll.

Pflanzen, die ohne Wurzelsperre auskommen:

  • Pampasgras (Cortaderia selloana) bildet attraktive Horste
  • Chinaschilf-Sorten der Varietät ‘condensatus’ wachsen meist horstartig
  • Heiliger Bambus entwickelt keine Ausläufer

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Wurzelsperre?

Eine Wurzelsperre verhindert, dass sich eine Pflanze unkontrolliert über unterirdische Ausläufer im Garten ausbreitet. Üblicherweise werden beständige Folien verwendet, um das Einwachsen der Wurzeln in unerwünschte Bereiche zu verhindern. Der Begriff Rhizomsperre wird synonym verwendet. Solche Wurzelsperren sind bei Bauhaus, Hornbach oder in ähnlichen Baumärkten erhältlich.

Was ist der Unterschied zwischen Wurzelsperre und Wurzelführung?

Wurzelsperren sind glatte Folien, die bei Bäumen zum sogenannten Blumentopfeffekt führen. Die flach wachsenden Wurzeln breiten sich linksdrehend und kreisrund an der glattwandigen Barriere aus. Da der Baum mit zunehmender Höhe an Stabilität verliert, wurde die Wurzelführung entwickelt. Solche Systeme enthalten senkrechte Rippen, welche die Wurzeln in die Tiefe leiten. Haben diese die Unterkante der Sperre erreicht, wachsen sie entsprechend ihrer natürlichen Wuchsrichtung weiter.

Ist eine Wurzelsperre notwendig?

Ob Sie eine Wurzelsperre in den Boden integrieren sollten, hängt von der jeweiligen Pflanze ab. Bei horstig wachsenden Arten ist eine Sperrfolie unnötig, da sich diese nicht über unterirdische Ausläufer verbreiten. Flächig wachsende Ziergräser und Kräuter oder ausbreitungsfreudige Beerensträucher sollten mit einer Wurzelsperre ausgestattet werden, sofern kein unkontrollierter Wuchs erwünscht ist. Bei kleineren Pflanzen können Sie zu Alternativen wie Dachfolie greifen, oder die Gewächse in einem beständigen Pflanztopf setzen und diesen in der Erde versenken.

Braucht der Feigenbaum eine Wurzelsperre?

Die Echte Feige gehört zu den Herzwurzlern, dessen Wurzelsystem breiter als die Krone ist und eine halbkugelige Form entwickelt. Normalerweise ist es nicht notwendig, den Baum mit einer Wurzelsperre zu versehen. Das Wurzelsystem benötigt Raum, um sich prächtig entwickeln zu können. Da Feigen in Deutschland bevorzugt an geschützten Standorten gepflanzt oder als Spalier an der Hauswand gezogen werden, ist eine Wurzelsperre als Fundamentschutz sinnvoll.

Kann ich Bambus ohne Wurzelsperre einpflanzen?

Ob Ihr Bambus eine Wurzelsperre benötigt, hängt von der Art ab. Es gibt horstig wachsende Vertreter, die ohne Wurzelsperre auskommen. Flächig wachsende Ziergräser neigen zu einer unkontrollierten Ausbreitung und sollten mit einer unterirdischen Barriere eingeschränkt werden. Wenn Sie Bambus einpflanzen, ist eine Wurzelsperre mit einer Breite von 60 Zentimeter sinnvoll.

  • eine Bambuspflanze bekommt eine Wurzelsperre mit 150 bis 200 Zentimeter Durchmesser
  • Oberkante der Sperre sollte etwa fünf Zentimeter aus der Erde ragen
  • Folie wird so verlegt, dass der Durchmesser unten kleiner ist als oben

Kann ich eine Wurzelsperre nachträglich einbauen?

Es ist zwar möglich, eine Wurzelsperre im Nachhinein im Garten zu integrieren, aber nicht empfehlenswert. Stark wuchernde Pflanzen wie Bambus entwickeln ein weit reichendes Wurzelsystem und können auch aus abgetrennten Rhizomstücken neu austreiben. Heben Sie einen Graben um die Pflanze aus, dessen Durchmesser größer ist jener der Wurzelballen. Während dieser Arbeit werden Sie auf die unterirdischen Ausläufer stoßen, die Sie mit einem Spaten durchtrennen und aus der Erde ziehen müssen.

Text: Christine Riel

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.