Der Bambus und seine unberechenbaren Wurzeln

Stellen Sie sich einmal vor, Sie haben einen Bambus gepflanzt. Doch schon nach kurzer Zeit scheint er auszuufern und nimmt ein immer größeres Territorium ein. Der Grund dafür ist sein Wurzelwerk. Lassen Sie uns einen näheren Blick darauf werfen…

bambus-wurzeln
Bambus-Wurzeln breiten sich stark aus

Wie tief wurzelt Bambus?

Alle Bambusarten sind so genannte Flachwurzler. Fargesia, der häufig verbreitete und beliebte Gartenbambus, wurzelt maximal 50 cm tief. Daher sollte beim Pflanzen darauf geachtet werden, den Bambus nicht zu tief in die Erde zu setzen. Wer es dennoch tut, riskiert, dass die Wurzeln aufgrund von Sauerstoffmangel faulen – das Ende für einen Bambus.

Lesen Sie auch

Warum kann das Wurzelwerk zu Problemen führen?

Manche Bambusarten bilden weniger Wurzeln aus, sondern viel mehr Rhizome. Das sind Sprosse, die sich unter der Erdoberfläche befinden und mithilfe derer sich ein Bambus innerhalb von kurzer Zeit vermehren kann. Die Rhizome strecken hier und da neue Bambushalme durch die Erdoberfläche. Das kann unter Umständen zu Problemen führen, denn nicht jeder wünscht sich einen immer weiter und unkontrolliert wachsenden Bambusbestand. Umliegende Gewächse und Bauwerke könnten dadurch Schaden nehmen.

Welche Bambusarten neigen zu Ausläuferbildung und welche nicht?

Während die Fargesien nicht zu Ausläuferbildung neigen, sondern horstig wachsen, sind es die Phyllostachys, die mit Vorliebe Ausläufer treiben. Ebenso gehört Pseudosasa japonica dazu. Achten Sie beim Kauf von Bambus also unbedingt auf die genaue Bezeichnung bzw. die Bambusart!

Was kann man tun, um den Rhizomen Einhalt zu gebieten?

Einmal gepflanzt und Gelegenheit gehabt richtig einzuwurzeln, ist es aufwendig, die Wurzeln bzw. Rhizome wieder unter Kontrolle zu bringen. Wenn Sie ihnen bereits über das Grundstück gewandert sind und sie stören, können Sie sie nur noch mit etwas Arbeit entfernen.

Wie lassen sich die Wurzeln am besten entfernen?

Zunächst nehmen Sie die oberirdischen Halme weg. Erst dann ist der Wurzelbereich fällig und wird mit einem Spaten umstochen. Manchmal ist es nun schon möglich, den Wurzelballen herauszuheben. Falls nicht, müssen Sie nach übrigen Rhizomen Ausschau halten und diese mit einem Spaten oder anderen Werkzeug durchtrennen. Jegliche Rhizome müssen aus dem Erdreich entfernt werden, da das Spiel ansonsten wieder von vorn beginnt.

Tipp

Rhizomsperre direkt beim Pflanzen setzen

Vorsorge ist besser als Nachsorge. Daher gilt: Bevor Sie das Pflanzen von Bambus abschließen, sollten Sie eine Rhizomsperre ins Erdreich einbringen. Das kann beispielsweise in Form von Teichfolie, Beton, einem feinen Drahtgeflecht oder kleineren Gehwegplatten erfolgen.

Text: Anika Gütt
Artikelbild: Choc'art/Shutterstock

Jetzt für unseren Newsletter anmelden

Erhalten Sie den monatlichen Newsletter von Gartenjournal in Ihr
E-Mail-Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.