Mit Rhizomsperre den Bambus eingrenzen

Immer mehr erobert der Bambus auch unsere Gärten. Dabei schießt er nicht nur über Nacht in die Höhe sondern wächst auch schnell in die Breite. Spätestens wenn er unbemerkt Nachbars Garten besetzt muss man den Bambus eingrenzen – wirksam und dauerhaft! Aber wie?

Bambus eingrenzen

Wie weit können sich Rhizome ausbreiten?

Die meisten Bambussorten breiten ihre unterirdischen Wurzeln bis zu 3 Meter im Jahr aus. Sie überwinden beinahe jedes Hindernis und schädigen Fundament und Mauerwerk unter Terrassen, Garagen, Keller und Häuser. Normalerweise liegen Bambuswurzeln direkt unter der Oberfläche. Aber folgende Bambusarten und Sorten wuchern über 1 Meter tief ins Erdreich:

  • Bashania
  • Pleiblastus
  • Phyllostachys
  • Semiarundinaria

Das Wurzelwachstum hängt von verschiedenen Faktoren ab

Wie zum Beispiel von der Bambussorte oder der Bodenbeschaffenheit: Um so sandiger der Boden desto schneller wachsen die Wurzeln. Aber auch einen festen Lehmboden können die Pflanzen unterhöhlen. Es dauert nur länger.

Verschiedene Methoden die den Bambus eingrenzen

Generell benötigt der Bambus einen ausreichenden Standort mit mindestens 1,5 bis 2 Meter Durchmesser. Folgende Möglichkeiten halten Bashania, Pleiblastus und Co mit natürlichen oder künstlichen Eingrenzungshilfen im Zaum:

  • Hügelmethode
  • Grabenmethode
  • Spezialfolie
  • Mörtelkübel
  • Bei der Hügelmethode wird ein abgeflachter Graben 30 Zentimeter tief gezogen und die Erde in der Mitte zu einem Hügel aufgeworfen. Die Rhizome des darauf wachsenden Bambus werden durch den Höhenunterschied beim Verlassen des Platzes sichtbar und müssen regelmäßig entfernt werden.
  • Bei der Grabenmethode wird spatenbreit ein 30 Zentimeter tiefer Graben ausgehoben, mit Laub aufgefüllt und mit lockerer Gartenerde angepasst. Alle durch den Laubgraben wachsende Bambuswurzeln regelmäßig entfernen

Beide natürliche Methoden nutzen die Eigenschaft der Rhizome, Hindernissen direkt unter der Oberfläche auszuweichen. Sie sind preiswert und der Arbeitsaufwand ist gering. Aber es sind keine sicheren Rhizomsperren.

  • Rhizomsperre mit Spezialfolie aus hochwertigem Kunststoff (HDPE). Hierfür verschraubt man Anfang und Ende der 70 cm breiten Folie mit einer Aluschiene. So entsteht ein geschlossener Ring. Dieser wird senkrecht eingegraben so dass noch fünf Zentimeter aus der Erde schauen um ein Ausbüxen der Rhizome zu verhindern.
    Fazit: Teuer und arbeitsintensiv beim Anlegen. Dafür eine sichere Rhizomsperre.
  • Mörtelkübel in 90 Liter Größe am Boden und im unteren Seitenbereich mit Bohrer für den Wasserablauf perforieren. Den Kübel dann mit 5 Zentimeter Überstand im Boden versenken und Bambus in den Mörtelkübel einpflanzen.

Fazit. Preiswert und geringer Arbeitsaufwand mit relativ sicherer Rhizomsperre.

Tipps & Tricks

Es gibt eine winterharte Bambusfamilie, die keine Ausläufer bildet: Schirmbambus (Fargesia) – Fargesia murielae und Fargesia nitida.

Text: Regina Müller

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