Bambus

Bambus einpflanzen: So gelingt der fernöstliche Garten

Artikel zitieren

Bambus fasziniert mit seiner exotischen Anmut und seinem schnellen Wuchs. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung für die richtige Pflanzung und Pflege verschiedener Bambusarten im eigenen Garten.

Bambus einpflanzen

Die richtige Bambusart wählen

Vor dem Einpflanzen ist die Wahl der richtigen Bambusart entscheidend. Dabei spielt vor allem das Wuchsverhalten eine wichtige Rolle. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Bambusgattungen:

  • Schirmbambus (Fargesia): Diese Arten wachsen horstartig und bilden keine Ausläufer. Sie eignen sich ideal für kleinere Gärten oder als Kübelpflanzen. Durch ihre kompakte Wuchsform sind sie besonders pflegeleicht und erfordern keine zusätzlichen Maßnahmen zur Eindämmung.
  • Flachrohrbambus (Phyllostachys): Diese Arten bilden lange Rhizome und breiten sich stark aus. Um ein unkontrolliertes Wachstum zu verhindern, ist eine Rhizomsperre unerlässlich. Diese sollte mindestens 70 Zentimeter breit und etwa zwei Millimeter dick sein.

Lesen Sie auch

Der ideale Standort für Bambus

Bambus bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen und warmen Standort, der idealerweise windgeschützt ist. Der Boden sollte durchlässig und nährstoffreich sein und Staunässe vermeiden. Geeignete Bodentypen sind:

  • Lockerer, humoser Boden
  • Sandiger Boden
  • Lehmiger Boden, der durchlässig gemacht wurde

Ein derartiger Standort bietet die besten Bedingungen für ein gesundes Wachstum.

Die optimale Pflanzzeit

Die beste Pflanzzeit für Bambus ist das Frühjahr, besonders der März. Auch eine Pflanzung im Spätsommer, etwa in der ersten Septemberhälfte, ist möglich, da der Boden noch warm genug ist. Containerpflanzen können im Sommer oder Herbst gesetzt werden, solange der Boden frostfrei bleibt. Im Winter sollte Bambus nicht gepflanzt werden, da die kalten Bedingungen das Anwachsen erschweren.

Das Pflanzloch vorbereiten

Das Pflanzloch sollte mindestens doppelt so breit und tief wie der Durchmesser des Wurzelballens sein. Damit der Bambus leichter anwurzelt, lockern Sie den Boden und die Wände des Pflanzlochs gut auf. Bei schweren Böden können Sie Sand oder Kies zur Verbesserung der Drainage einarbeiten. Verwenden Sie eine Mischung aus Gartenerde und Blumenerde im Verhältnis 1:1. Die Bambuspflanze sollte genau so tief eingepflanzt werden, wie sie im Topf stand.

Rhizomsperre für Ausläufer bildende Bambusarten

Flachrohrbambus benötigt unbedingt eine Rhizomsperre, um ein unkontrolliertes Ausbreiten zu verhindern. Eine spezielle Folie aus Polyethylen (HDPE) von etwa zwei Millimetern Dicke und mindestens 70 Zentimetern Breite bietet ausreichenden Schutz. Beim Einsetzen der Rhizomsperre ist darauf zu achten, dass sie fünf bis zehn Zentimeter aus dem Boden herausragt. Verschließen Sie die Enden der Folie mit speziellen Alu-Schienen, um das Durchdringen der Rhizome zu verhindern.

Bambus einpflanzen

Folgen Sie diesen Schritten für optimale Bedingungen beim Einpflanzen von Bambus:

  1. Ein Loch ausheben, das etwa 1,5 bis 2 Mal so groß ist wie der Wurzelballen.
  2. Den Wurzelballen durch Eintauchen in Wasser gründlich wässern.
  3. Den Boden des Pflanzlochs gut auflockern.
  4. Die Bambuspflanze mittig in das vorbereitete Pflanzloch setzen.
  5. Das Pflanzloch mit der vorbereiteten Erd-Mischung auffüllen und die Erde leicht andrücken.
  6. Die frisch gepflanzte Bambuspflanze großzügig gießen, damit sich die Erde um den Wurzelballen herum schließt.

Bambus pflegen und schneiden

Bambus hat einen hohen Nährstoffbedarf und sollte zwischen April und August mit stickstoffbetontem, aber salzarmem Dünger versorgt werden. Herabgefallenes Laub enthält Silizium und dient zusätzlich zur Nährstoffversorgung. Da Bambus sich alle fünf bis sieben Jahre erneuert und die abgestorbenen Halme nicht von alleine abfallen, ist ein regelmäßiger Rückschnitt notwendig. Verjüngungsmaßnahmen helfen, schwache und alte Halme zu entfernen. Besonders im Winter benötigt die Pflanze nach längeren Trockenperioden ausreichend Wasser, um gesund zu bleiben.

Bambus als Heckenpflanze

Bambus ist eine hervorragende Wahl als Heckenpflanze, da er schnell wächst, immergrün ist und einen natürlichen Sichtschutz bietet. Vor allem Bambussorten mittlerer Größe sind für Hecken geeignet. Schirmbambus erfordert keine Rhizomsperre, was die Pflanzung erleichtert.

Achten Sie beim Pflanzen einer Bambushecke auf folgende Punkte:

  • Ein Pflanzabstand von 70 bis 100 cm, damit sich die Pflanzen gut entwickeln können
  • Regelmäßiges und ausreichendes Gießen
  • Zwei- bis dreimal im Jahr düngen, um den hohen Nährstoffbedarf zu decken
  • Bei Bedarf zurückschneiden, um eine dichte und gepflegte Hecke zu erhalten

Eine Bambushecke benötigt etwa drei Jahre, um vollständig blickdicht zu werden.