Bambus

Bambus als Kübelpflanze: Vorteile und Pflegehinweise

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Bambus im Kübel schafft Exotik auf Balkon und Terrasse. Dieser Artikel informiert über geeignete Arten, die richtige Standortwahl und die optimale Pflege für üppiges Wachstum.

Bambus als Kuebelpflanze

Geeignete Bambusarten für die Kübelhaltung

Bei der Auswahl geeigneter Bambusarten für die Kübelhaltung spielen vor allem Wuchseigenschaften und Winterhärte eine wichtige Rolle. Besonders empfehlenswert sind Bambusarten aus den Gattungen Fargesia und Phyllostachys.

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Fargesia-Arten

Fargesia-Arten wachsen horstig und bilden keine Ausläufer, weshalb sie sehr gut für die Kübelhaltung geeignet sind. Einige bewährte Sorten sind:

  • Fargesia murielae ‚Standing Stone‘: Diese Bambusart erreicht eine Höhe von 2 bis 3 Metern und ist ideal für kleinere Kübel. Sie wächst kompakt und ist winterhart.
  • Fargesia nitida: Bekannt für ihre extreme Winterhärte und ihren horstigen Wuchs, gedeiht diese Art auch an windigen und halbschattigen Standorten.
  • Fargesia rufa: Diese Art ist sehr buschig und wird etwa 1,5 bis 2,5 Meter hoch. Sie ist äußerst winterhart und ideal für größere Kübel.

Phyllostachys-Arten

Phyllostachys-Arten neigen zur Ausläuferbildung, können jedoch ebenfalls im Kübel kultiviert werden, wenn auf ausreichendes Platzangebot und Pflege geachtet wird:

  • Phyllostachys bissetii: Mit einer Höhe von 3 bis 4 Metern eignet sich diese Art gut für große Kübel. Sie ist sehr winterhart und hat dichtes, grün glänzendes Laub.
  • Phyllostachys aureosulcata ‚Spectabilis‘: Diese Art wird 3 bis 5 Meter hoch und ist für ihre auffallend gelben Halme mit grüner Längsstreifung bekannt. Sie ist ideal für Zier- oder Sichtschutzpflanzungen.

Weitere Bambusarten

  • Pleioblastus simonii: Diese Art wächst bis zu 3 Meter hoch und ist besonders gut für schattige Standorte geeignet. Sie bildet Ausläufer und kann als dichter Sichtschutz dienen.
  • Pseudosasa japonica: Auch bekannt als Japan-Bambus, erreicht dieser eine Höhe von 2 bis 3 Metern und ist gut schattenverträglich. Er eignet sich hervorragend für Balkone und Terrassen.

Auswahl des richtigen Pflanzgefäßes

Die Wahl eines geeigneten Pflanzgefäßes ist für das Wohlbefinden Ihres Bambus entscheidend. Achten Sie bei der Auswahl des Gefäßes auf folgende Punkte:

  • Größe: Ein großzügig bemessenes Pflanzgefäß ist entscheidend, da Bambus stark wächst. Ein Volumen von mindestens 60 Litern stellt sicher, dass die Wurzeln ausreichend Platz haben. Für junge Pflanzen eignen sich Gefäße mit mindestens 40 cm Tiefe und Durchmesser, aber größere Gefäße von 50 cm oder mehr sind besser, um langfristig das Wachstum zu unterstützen.
  • Form: Runde, nach oben hin breiter werdende Gefäße sind ideal. Sie erleichtern das spätere Umtopfen und verhindern, dass der Bambus im Gefäß stecken bleibt oder das Gefäß beschädigt.
  • Material: Wählen Sie Materialien, die frostsicher und stabil sind, um den Bambus vor extremen Temperaturen zu schützen. Geeignet sind spezielle Keramiktöpfe, Terrakottatöpfe, Holztröge oder aufgesägte Holzfässer. Eine gute Isolierung mit Materialien wie Styropor oder Bauschaum schützt vor Hitze und Frost.
  • Drainage: Achten Sie darauf, dass das Gefäß am Boden über ausreichend Abflusslöcher verfügt, um überschüssiges Wasser abfließen zu lassen. Eine zusätzliche Schicht von etwa 5 cm Blähton oder Perlit am Gefäßboden fördert die Drainage und verhindert Staunässe.
  • Praktikabilität: Für größere Gefäße, die schwer zu bewegen sind, bieten sich Modelle auf Rollen an. Dies ermöglicht ein einfaches Verschieben des Pflanzgefäßes, insbesondere bei winterlichen Schutzmaßnahmen.

Der ideale Standort für Bambus im Kübel

Um Bambus im Kübel optimal gedeihen zu lassen, sollten Sie einen Standort wählen, der gewisse Bedingungen erfüllt. Diese hängen stark vom Licht, Schutz vor Wind und Feuchtigkeit ab:

  • Lichtverhältnisse: Die meisten Bambusarten bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Achten Sie jedoch auf die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Sorte, da einige auch schattige Plätze gut vertragen.
  • Windschutz: Ein windgeschützter Standort ist essenziell, da besonders kalte Nord- und Ostwinde den Bambusblättern schaden können. Ein Schutz vor starkem Wind hilft, Blattverletzungen zu vermeiden und die allgemeine Pflanzengesundheit zu fördern.
  • Luftfeuchtigkeit: Idealerweise sollte der Standort eine hohe Luftfeuchtigkeit sowohl im Sommer als auch im Winter bieten. Zwar ist dies in der Praxis schwierig umzusetzen, aber gelegentliche Besprühungen mit Wasser verbessern die Wachstumsbedingungen.
  • Stabilität: Achten Sie darauf, dass der Kübel sicher und stabil steht. Besonders bei größeren Pflanzen kann starker Wind den Bambus umwerfen oder den Kübel beschädigen.
  • Temperatur: Warme Standorte sind besonders vorteilhaft, da der Bambus so besser wachsen kann. Kalte, feuchte Winde sollten durch einen geeigneten Windschutz abgehalten werden.

Das richtige Substrat für Bambus

Wählen Sie für Ihren Bambus im Kübel eine Erde, die spezifisch auf die Bedürfnisse der Pflanze zugeschnitten ist. Ideal sind Substrate, die locker, wasserdurchlässig und nährstoffreich sind. Verwenden Sie kein zu leichtes, torfiges Substrat, da es nicht genügend Wasser speichern kann. Stattdessen empfiehlt sich eine Mischung, die einen hohen Anteil an Landerde enthält. Dadurch bleibt die Erde länger feucht und der Wasserhaushalt des Bambus wird ausgeglichener.

Es ist ebenfalls vorteilhaft, dem Substrat bereits einen Langzeitdünger beizumischen oder eine spezielle Bambuserde zu verwenden, die mit Nährstoffen angereichert ist. Damit stellen Sie sicher, dass Ihre Pflanze über einen längeren Zeitraum optimal mit Nährstoffen versorgt wird.

Um Staunässe zu vermeiden, legen Sie am Boden des Kübels eine etwa 5 cm hohe Schicht aus Blähton oder Perlit an. Diese Drainageschicht sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser abfließen kann und die Wurzeln nicht dauerhaft im Wasser stehen. Staunässe kann besonders im Winter zu Wurzelfäule führen, was den Bambus nachhaltig schädigt.

Pflege von Bambus im Kübel

Um Bambus im Kübel erfolgreich zu kultivieren, sind einige Pflegeaspekte besonders wichtig.

Gießen

Bambus hat einen hohen Wasserbedarf, besonders während der warmen Monate. Gießen Sie Ihren Kübelbambus regelmäßig und reichlich, bis das Wasser aus den Ablauflöchern herausfließt. In den Sommermonaten sind zwei bis drei Gießintervalle pro Woche ideal, während im Frühling und Herbst ein bis zwei Mal ausreichend sind. Achten Sie darauf, Staunässe zu vermeiden und lassen das Substrat zwischen den Wassergaben leicht antrocknen.

Düngen

Als Starkzehrer benötigt Bambus regelmäßige Nährstoffgaben. Verwenden Sie einen Langzeitdünger mit hohem Stickstoffanteil, um gesundes Wachstum zu fördern. Beginnen Sie im März mit der Düngung und setzen Sie diese bis Ende Juni fort, um eine gute Ausreifung vor dem Winter zu gewährleisten. Eine alternative Methode ist die wöchentliche Gabe von Flüssigdünger.

Schneiden

Schneiden Sie regelmäßig alte und schwache Halme ab, um die Vitalität der Pflanze zu fördern. Auch störende Seitenzweige können entfernt werden. Dies schützt die Pflanze vor Verfilzungen und ermöglicht ein kräftiges Nachwachsen. Der ideale Zeitpunkt zum Schneiden ist das Frühjahr.

Umtopfen

Umtopfen ist etwa alle zwei bis vier Jahre notwendig, um sicherzustellen, dass die Wurzeln genügend Platz haben. Wählen Sie für das Umtopfen einen Behälter, der etwa ein Drittel größer ist als der vorherige. Lockern Sie dabei den Wurzelballen und kürzen Sie zu lange Rhizome. Für eine optimale Pflege sollten Sie die Pflanze bei diesem Schritt stets in frisches Substrat setzen.

Winterschutz

Auch winterharte Bambussorten benötigen im Kübel besonderen Winterschutz. Wickeln Sie den Kübel mit Isoliermaterial wie Luftpolsterfolie oder Kokosmatten ein und schützen Sie die Halme mit Vlies oder Tannenzweigen. Vermeiden Sie jedoch Plastikfolien, da diese die Luftzirkulation behindern. Denken Sie daran, auch im Winter gelegentlich zu gießen, da Bambus über seine Blätter weiterhin Wasser verdunstet.

Diese Pflegemaßnahmen helfen Ihnen, Ihren Kübelbambus gesund und kräftig zu halten, sodass er lange Freude bereitet.