Welche Wurzelsperren eignen sich für den Essigbaum?

Um den starkwüchsigen Wurzeln des Essigbaums Einhalt zu gebieten, reicht eine normale Teichfolie nicht aus. Das Material muss robust und dick sein, damit die Wurzeln keine Löcher hineinbohren können.

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Der Essigbaum breitet sich schnell aus, wenn er nicht eingeschränkt wird

Flaches Wurzelsystem

Essigbäume entwickeln ein stark verzweigtes Wurzelsystem, bestehend aus einer Hauptwurzel und zahlreichen Seitenwurzeln. Die Hauptwurzel kann bis zu zwei Meter tief in die Erde reichen. Das seitliche Wurzelwerk zieht sich flach durch die oberen Schichten im Boden. Es kann sich bis zu zehn Meter von der Mutterpflanze entfernen und an anderen Stellen austreiben. Diese Eigenschaft macht den Essigbaum zum gefürchteten Ziergehölz, denn durch eine unkontrollierte Ausbreitung wird die heimische Flora verdrängt.

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Ungeeignete Maßnahmen

Um die Ausbreitung zu unterbinden, helfen Wurzelsperren. Diese werden direkt bei der Pflanzung der Sträucher in den Boden versenkt und stellen für die Wurzeln eine Ausbreitungssperre dar. Essigbäume entwickeln kräftige Seitenwurzeln. Daher reicht eine herkömmliche Teichfolie nicht aus. Mit der Wurzelspitze bohren die Sträucher Löcher in das Material und überwinden die Barriere.

Auch bei Tongefäßen besteht ein Risiko, denn das Material kann durch die Feuchtigkeit im Substrat brüchig werden. Geringe Erfolge erzielen außerdem zu klein gewählte Gefäße. Die schnell wachsenden Gehölze können die Kübel mit ihren kräftigen Ausläufern schnell durchbrechen.

Geeignete Wurzelsperren

Wählen Sie ein ausreichend großes Steingefäß ohne Boden oder eine Regentonne, bei der Sie das untere Ende abschneiden. Nach einigen Jahren hat der Essigbaum den Bereich innerhalb der Barriere durchwurzelt. Aufgrund des Platzmangels verkümmern viele Sträucher und sehen unschön aus. Solche Gehölze können Sie problemlos durch Stecklinge verjüngen. Eine Folie aus Hochdruck-Polyethylen ist eine stabile Alternative zu Gefäßen. Sie sollte mindestens zwei Millimeter dick sein.

Vorteile der HDPE-Folie:

  • hohe Wurzelfestigkeit
  • individuell zuschneidbar
  • umweltfreundliches Material

Es ist schwierig, eine Rhizomsperre nachträglich in den Boden zu bringen. Sie müssen im Vorfeld alle Ausläufer durchtrennen und ausgraben, damit diese nicht neu austreiben. Um geschlossene Gefäße zu versenken, müssen Sie entweder den kompletten Wurzelstock ausheben oder die Sperre über den Baum stülpen. Beide Vorgehensweisen schädigen den Baum, was die Entwicklung von Schösslingen und Trieben fördert. HDPE-Folie lässt sich auch nachträglich im Boden verlegen.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Nikolay Kurzenko/Shutterstock

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