Ist der Essigbaum giftig? Giftwirkung bei Mensch und Tier

Essigbäume gelten noch immer als giftig, obwohl die Früchte zum Verzehr geeignet sind. Doch die weit verbreitete Zierpflanze unterscheidet sich hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe von anderen Essigbaumgewächsen. Eine Giftwirkung zeigt sich nur in seltenen Fällen.

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Die Früchte des Essigbaum sind essbar

Inhaltsstoffe und Giftwirkung

Essigbäume rufen Assoziationen an Vergiftungen hervor, die unbegründet sind. Diese Verwirrung stammt daher, dass andere Arten aus der Gattung der Essigbäume Giftwirkungen hervorrufen. Der Giftsumach enthält Urushiole, die bei Kontakt mit der Haut starke allergische Reaktionen hervorrufen.

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Im Essigbaum wurden keine Urushiole nachgewiesen. Die Pflanzenteile der Essigbäume enthalten neben Gerbstoffen und Ellagsäure einen sauren Zellsaft. Hier beruht die Giftigkeit, die als leicht einzustufen ist, auf den Gerbstoffen und den Fruchtsäuren. Dabei macht die Dosis das Gift, denn Vergiftungserscheinungen aufgrund der Gerbstoffe treten nur beim Verzehr von großen Mengen oder über einen langen Zeitraum auf. Kommt es zu einem Kontakt mit dem milchigen Pflanzensaft, können Hautreizungen entstehen.

Mögliche Folgen nach einem Verzehr:

  • Entzündungen der Magenschleimhaut
  • Leberschäden
  • Magen- und Darmschmerzen
  • Übelkeit, Kopfschmerzen und Brechreiz

Giftigkeit für Tiere

Bei Tieren rufen die Pflanzenteile nach einem Verzehr intensivere Vergiftungserscheinungen hervor. Hamster und Meerschweinchen reagieren mit Magen- und Darmproblemen, während die Inhaltsstoffe bei Pferden für Koliken und Durchfall sorgen. Der Milchsaft führt bei vielen Tieren zu Entzündungen auf der Haut oder den Schleimhäuten.

Nutzung

Die roten Fruchtstände des Essigbaums werden zur Herstellung von erfrischenden Limonaden genutzt, die reich an Vitamin C sind. Sie dienen zur Herstellung von Essig, was zum Namen Essigbaum führte. In der Türkei dienen die getrockneten Samen als Gewürz, welches verschiedenen Speisen einen säuerlichen Geschmack verleiht.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Aeolian/Shutterstock

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