Den Essigbaum schneiden – ein Ratgeber

Essigbäume sind Schattenspender, die das ganze Jahr über optische Hingucker darstellen. Es sind pflegeleichte Gehölze, doch besonders das Thema Schnitt sorgt für Verwirrung. Wer den richtigen Zeitpunkt abwartet und einige Faktoren beachtet, der unterstützt das interessante Wachstum.

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Essigbäume brauchen keinen Schnitt

Müssen Essigbäume geschnitten werden?

Essigbäume wachsen als mehrstämmige Sträucher mit einer breiten Krone. In der Natur werden die Gehölze zwischen drei und fünf Meter hoch. Unter günstigen Bedingungen erreichen sie Wuchshöhen zwischen sieben und zehn Metern. Der Essigbaum benötigt keinen Schnitt. Diese Pflegemaßnahme sorgt dafür, dass die Sträucher unkontrolliert austreiben. Nicht selten entwickeln Essigbäume an den Schnittstellen bis zu drei neue Triebe.

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Wann ein Schnitt notwendig ist

Ein Schnitt ist für kleine Kronenkorrekturen empfehlenswert. Radikale Rückschnittmaßnahmen können notwendig werden, wenn der Strauch zu hoch oder breit wächst. Ein Erhaltungsschnitt ist dann sinnvoll, wenn der buschig wachsende Strauch in der Krone verkahlt. Diese Entwicklung ist normal, da der dichte Wuchs ein Eindringen von Sonne verhindert und eine schlechte Durchlüftung der Krone begünstigt.

Essigbäume haben hauptsächlich auf sandigen Böden einen Drang zur Entwicklung von Wurzelausläufern, die häufig bis zu zehn Meter entfernt vom Hauptstamm austreiben. Um eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern, müssen Sie die Ausläufer regelmäßig kappen. Ein bodennaher Rückschnitt fördert die Ausläuferbildung. Führen Sie diesen Radikalschnitt nur durch, wenn der alte Baum zu hoch wächst und entfernt werden muss. Die Ausläufer sind optimal für die Verjüngung geeignet.

Der ideale Zeitpunkt

Warten Sie mit einem intensiven Rückschnitt bis zum Herbst. Der ideale Zeitpunkt ist gekommen, wenn der Strauch seine Wachstumsperiode abgeschlossen hat. Das ist der Fall, sobald die Blätter abgefallen sind. Sie können den Essigbaum alternativ im Frühjahr schneiden, bevor der Neuaustrieb beginnt. Einzelne Äste und Wurzelaustriebe können Sie während der gesamten Vegetationsperiode kappen.

Tipps zum richtigen Schnitt

Achten Sie darauf, so wenig Äste wie möglich zu kappen. Schneiden Sie Zweige mindestens drei bis fünf Millimeter über einem schlafenden Auge ab. An diesen Stellen treibt der Essigbaum später aus. Die Astschere wird leicht schräg angesetzt. Versiegeln Sie große Schnittstellen mit Baumwachs,(22,17€ bei Amazon*) um Infektionen zu verhindern. Essigbäume führen Milchsaft, der aus den Schnittstellen austritt und zu Hautirritationen führen kann. Tragen Sie deshalb Handschuhe.

So schneiden Sie richtig:

  • buschig wachsende Sträucher großzügig auslichten
  • Äste im Abstand von 20 Zentimetern zueinander stehen lassen
  • sich kreuzende Zweige schneiden
  • verkümmerte und vertrocknete Äste entfernen

Die geraden lang wachsenden Äste werden als Wasserschösslinge bezeichnet. Sie können das ganze Jahr über gekappt werden. Schneiden Sie diese Triebe so tief wie möglich ab. Wenn der Essigbaum neue Wasserschösslinge entwickelt, hilft nur ein konsequentes Abschneiden. Entfernen Sie Triebe, die sich an den Baumscheiben entwickeln. Wenn Sie Ihren Essigbaum im Kübel kultivieren, können Sie ihn mit einem regelmäßigen Rückschnitt in Schach halten.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Zeljko Vranjkovic/Shutterstock

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