Seggen pflanzen und pflegen

Lesen Sie hier einen kommentierten Seggen-Steckbrief mit Erläuterungen zu Carex-Arten. Wie Sie eine Segge richtig pflanzen und pflegen, erfahren Sie hier.

seggen
Es gibt über 200 Seggen-Arten

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Carex
  • Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
  • Gattung: Seggen mit 2200 Arten
  • Herkunft: Ostasien, Nordamerika
  • Wuchstyp: Ziergras
  • Wachstum: ausdauernd, krautig
  • Blätter: dreikantig, schmal-flache Blattspreite
  • Blatteigenschaft: scharfkantiger Blattrand
  • Blüten: Ähren, Rispen, Trauben
  • Wurzeln: Rhizome, mit oder ohne Ausläufer
  • Winterhärte: winterhart
  • Verwendung: Solitär, Bodendecker, Kübelpflanze

Arten

Seggen sind eine artenreiche Pflanzengattung mit immergrünen und wintergrünen Ziergräsern. Beheimatet sind Seggen-Gräser in kalten bis gemäßigten Klimaregionen, wie Ostasien und Nordamerika. Dank dieser Herkunft begeistern die Sauergrasgewächse als ausdauernde und facettenreiche Gestaltungskomponenten für jede Gartensituation. Ob als Solitär im Vorgarten, als malerischer Lückenfüller im Staudenbeet oder Bodendecker für ein Meer aus wogenden Halmen; unter mehr als 2000 Arten ist für jeden Hobbygärtner die richtige Segge dabei. Folgende Tabelle stellt Ihnen 10 schöne Carex-Arten vor:

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Name Botanischer Name Wuchshöhe Blattfarbe Wachstum Besonderheit
Rispen-Segge Carex paniculata 60-100 cm graugrün wintergrün hellbraune Blüten-Rispen
Hänge-Segge, Riesen-Segge Carex pendula 40-120 cm dunkelgrün wintergrün wuchsstark, sehr winterhart
Breitblatt-Segge Carex plantaginea 20-30 cm glänzend-hellgrün immergrün bogige Schattenstaude
Japan-Segge Carex morrowii 30-40 cm dunkelgrün wintergrün verträgt Wurzeldruck
Blau-grüne Segge Carex flacca 20-80 cm blau-grün wintergrün, kriechend dekorativer Bodendecker
Morgenstern-Segge Carex grayi 20-70 cm grün wintergrün, aufrecht-bogig gedeiht am sumpfigen Teichufer
Neuseeland-Segge Carex buchananii 25-40 cm fuchsrote Halme immergrün benötigt keinen Schnitt
Wald-Segge Carex sylvatica 30-70 cm hellgrün wintergrün schattenverträglich
Japan-Gold-Segge Carex oshimensis 20-30 cm dunkelgrün, gelbe Mittelstreifen wintergrün halbkugelig, schön im Kübel
Schlanke Segge Carex acuta 60-120 cm in frischen Grüntönen wintergrün wächst im 10 cm tiefen Wasser

Blätter

Mit ihren markanten Halmen und schlanken Blättern sind Seggen-Gräser unverwechselbar. An diesen Eigenschaften ist eine Segge eindeutig zu identifizieren:

  • Halmen-Form: dreieckig, gefüllt mit cremeweißem Mark
  • Blattspreite: schmal-lineal, 10-20 mm breit, zugespitzt, aufrecht bis bogig überhängend
  • Besonderheit: scharfkantiger Blattrand
  • Anordnung der Laubblätter: grundständig als Rosette und an den Halmen, einige Arten ausschließlich grundständig.
  • Farbspektrum: in vielen Grüntönen, gelb gerandet oder gestreift, grün-weiß panaschiert, bronzefarben bis fuchsrot.

Der Gattungsname Carex nimmt Bezug auf die scharfkantigen, teilweise rasiermesserscharfen Blattränder von Seggen-Gräsern.

Blüten

Im Vergleich zu den farbenfrohen Halmen und Blättern sind die Blüten unscheinbar. Blütezeit ist zumeist im Sommer. Einige wenige Carex-Arten blühen im Mai. Alle Seggen sind einhäusig getrenntgeschlechtlich. Männliche und weibliche Blüten entfalten sich einträchtig an den Halmen als endständige Ähren, Rispen oder Trauben. Es gibt vereinzelte Ausnahmen, wie die Morgenstern-Segge (Carex grayi). Im folgenden Video können Sie die Segge mit den wohl effektvollsten Blüten und Fruchtständen bewundern:

Morgenstern-Segge - dekoratives Ziergras mit kugeligen Blüten und bizarren Früchten

Wurzeln

Alle Seggen bilden unterirdische Rhizome. Allerdings sind Wachstum und Ausbreitung der Wurzelsysteme unterschiedlich ausgeprägt. Einige Seggenarten erobern sich ihr Revier primär in der Breite und machen sich als Bodendecker nützlich. Andere Carex-Gräser gedeihen mit ihren Wurzeln als lokal begrenzte Horste ohne Ausläufer. Überlebenskünstler für sumpfige Ufer und Feuchtzonen bedienen sich dicker, sehr langer und tiefreichender Wurzelstränge. Das Wurzelwachstum und die damit verbundene Frage nach der Pflanzung mit einer Rhizomsperre steht somit im engen Zusammenhang mit der betreffenden Seggen-Art.

Seggen pflanzen

Beste Pflanzzeit für Seggen ist im Herbst. Wer diesen Termin versäumt, kann Containerpflanzen zu jeder Jahreszeit in die Erde setzen, sofern der Boden nicht ausgedörrt oder gefroren ist. Carex für Kübel und Balkonkasten pflanzen Sie idealerweise im Frühling nach den letzten starken Frösten. Wo und wie Sie eine Segge richtig pflanzen, lesen Sie hier:

Standort

In Bezug auf die Lichtverhältnisse sind Seggen anspruchslos und anpassungsfähig. Mit dieser Standortwahl machen Sie es richtig:

  • Sonne bis Halbschatten: die meisten Seggenarten, wie die buntblättrige Garten-Segge (Carex brunnea), Seggen mit braunen, roten und fuchsroten Blättern.
  • Halbschatten bis Schatten: immergrüne Carex-Arten, wie die Japan-Segge (Carex morrowii) und Japan-Gold-Segge (Carex oshimensis).

Erde

Am liebsten strecken Seggen ihre Wurzeln in frisch-feuchter, durchlässiger Erde aus. Fehlt Ihnen für den sandig-trockenen Steingarten oder für den Flachwasser-Bereich am Teich noch ein schönes Ziergras? Dann lässt Sie die facettenreiche Seggen-Gattung nicht im Stich. Die Palmwedel-Segge (Carex muskingumensis) begrünt unverdrossen sumpfig-schattige Lagen, während sich die Fuchsrote Neuseeland-Segge (Carex buchananii) im steinig-kiesigen, mediterranen Garten elegant in Szene setzt.

Als Substrat für Topf und Balkonkasten eignet sich handelsübliche Pflanzenerde ohne Torfanteil, angereichert mit Kokoserde als Torfersatz, Kompost für eine Extraportion Nährstoffe sowie Blähton für beste Durchlässigkeit.

Pflanzen im Beet

So pflanzen Sie eine Segge im Beet richtig:

  1. Wurzelballen mit Topf in abgestandenes Leitungswasser oder Regenwasser stellen.
  2. Am Standort in Unkraut-freier, geharkter Erde eine geräumige Pflanzgrube ausheben.
  3. Wassergetränkte, ausgetopfte Segge so tief pflanzen, wie zuvor im Container.
  4. Erde andrücken und durchdringend gießen.

Vorteilhaft ist eine Mulchschicht aus gehäckseltem Laub. Rindenmulch ist für Carex-Gräser aufgrund von Fäulnisbildung nicht geeignet.

Pflanzen im Kübel

Pflanzen Sie ein Seggengras im Kübel über einer Drainage aus Lavagranulat,(14,00€ bei Amazon*) Blähton (19,00€ bei Amazon*) oder Tonscherben. Ein Gießrand von 3 Zentimetern verhindert lästiges Überschwappen von Gieß- und Regenwasser. Als ergänzenden Schutz gegen schädliche Staunässe befüllen Sie den Untersetzer idealerweise mit Splitt (13,00€ bei Amazon*) oder Kieselsteinchen.

Exkurs

Carex – Die idealen Balkonkasten-Gräser

Kreative Balkongärtner schwören auf langlebige Seggen für den repräsentativen Blumenkasten. Dream-Team für den sonnigen und halbschattigen Standort sind Fuchsrote Segge (Carex buchananii), Schopf-Segge (Carex comans ‚Frosted Curls‘) mit silbrig-grünen Halmen und die Berg-Segge (Carex montana) mit gelben Pinselähren. Seggen-Primus für den Nordbalkon ist die Schatten-Segge (Carex umbrosa).

Seggen pflegen

Am passenden Standort ist jedes Seggengras pflegeleicht. Am einfachsten ist die Wasser- und Nährstoffversorgung. Gießen Sie ein Carex-Gras bei Trockenheit mit weichem Wasser, idealerweise gesammeltes Regenwasser. Von April bis September geben Sie alle vier Wochen einen Flüssigdünger für Grünpflanzen ins Gießwasser. Schnittpflege und Winterschutz sowie Vermehrung und Verjüngung gehen Hand in Hand. Wichtige Hinweise zu diesen Pflegearbeiten lesen Sie hier:

Schneiden und überwintern

Die winter- und immergrünen, dichten Horste dienen als Schutz des Wurzelballens vor winterlicher Kälte und Nässe. Aus diesem Grunde verordnen Hobbygärtner ihren Carex-Arten keinen Rückschnitt, wie er für laubabwerfende Ziergräser obligatorisch ist. So schneiden und überwintern Sie eine Segge richtig:

  • Grasschopf vor dem ersten Frost mit Schnur locker zusammenbinden.
  • Segge im Beet mulchen mit Herbstlaub und Nadelreisig.
  • Kübel am regengeschützten Standort auf Holz stellen und mit Vlies ummanteln.
  • Vor dem Austrieb im Frühjahr ein Seggen-Gras mit beiden Händen auskämmen.

Wichtig zu beachten ist ein guter Schutz vor den scharfen Blattkanten in Form robuster Handschuhe mit langen Stulpen.

Vermehren und verjüngen

Ältere Seggen neigen zu einer Verkahlung von innen nach außen. Mitunter wird ein Gräserhorst zu groß und sorgt für Platzprobleme im Beet. Eine Teilung des Wurzelballens behebt beide Probleme in einem Zug. Positiver Nebeneffekt ist die vegetative Vermehrung. Bester Zeitpunkt ist im Frühjahr vor dem Austrieb. So machen Sie es richtig:

  1. Gräserhorst mit einem Spaten rundherum abstechen und aus der Erde heben.
  2. Segge auf eine feste Unterlage legen.
  3. Wurzelballen halbieren oder vierteln.
  4. Verkahlte Stücke mit einem scharfen Messer abschneiden und entsorgen.

Die verjüngten Segmente pflanzen Sie am neuen Standort in locker-durchlässige Erde und gießen an mit weichem Wasser.

Beliebte Sorten

Eine breit gefächerte Carex-Sortenvielfalt hat für jeden Gestaltungswunsch eine schöne Segge zu bieten, wie folgende Auslese demonstriert:

  • Aureovariegata: Premium-Goldrand-Segge (Carex morrowii), immergrün, cremegelbe Blattränder, bogig überhängend.
  • Evergold: zweifarbige Gold-Segge (Carex oshimensis) mit halbkugeligem Wuchs, 20-30 cm Wuchshöhe, schön im Kübel.
  • Snowline: weißgerandete Seggen-Sorte (Carex conica), 10-25 cm hoch, repräsentativer, wintergrüner Bodendecker.
  • Garten-Segge: Buntblättrige Sorte (Carex brunnea ‚Variegata‘), mit weißbunten Halmen, bis 40 cm hoch.
  • The Beatles: zierlich-haariges Carex-Gras in frischen Grüntönen, Wuchshöhe 10-40 cm, schopfartig für verwegene Akzente im Beet und auf dem Balkon.

FAQ

Welche Seggen-Gräser eignen sich für schattige Standorte?

Wo Licht Mangelware ist, bringen diese Seggen-Arten Farbe ins Spiel: Schatten-Segge (Carex umbrosa), Wald-Segge (Carex sylvatica), Japanische Segge (Carex morrowii) und die Japan-Segge ‚Bunny Blue‘ (Carex laxiculmis). Als wintergrüner Bodendecker für den Schattengarten eignet sich die Wimper-Segge ‚Kopenhagen Select‘ (Carex pilosa).

Welche Krankheiten und Schädlinge können Seggen befallen?

Richtig gepflegte Seggen sind in der Regel gegen pathogene Erreger gefeit. Durch Pflegefehler geschwächte Carex-Arten werden mitunter von Blattpilzen befallen, wie den weit verbreiteten Rostkrankheiten. Für die biologische Bekämpfung dieser Pilzinfektionen hat sich Knoblauchbrühe (150 g gehackte Knoblauchzehen mit 5 l Wasser aufbrühen) in der Praxis gut bewährt. Allgegenwärtige Blattläuse bekämpfen Sie am besten mit wiederholten, kräftigen Wasserduschen.

Sollte man eine Japan-Segge schneiden?

Die wintergrüne Japan-Segge sollten Sie nicht schneiden. Im Gegenteil ist ein Rückschnitt ungünstig für das optische Erscheinungsbild, denn es drohen braune Schnittkanten. Abgestorbene Halme kämmen Sie im Frühjahr mit beiden Händen einfach aus. Sollten jedoch braune Blattspitzen eine Carex morrowii verschandeln, ist dies ein triftiger Grund für einen bodennahen Rückschnitt. Der frische Austrieb wird die Blätter mit braunen Schnittwunden rasch überwachsen.

Ist die Japan-Segge giftig?

Nein, die Japan-Segge sowie alle anderen Seggenarten sind nicht giftig. Allerdings sind die scharfen Kanten der Blätter nicht zu unterschätzen. Im Familiengarten sollten die Ziergräser für zarte Kinderhände unerreichbar sein. Tragen Sie bei Pflanz- und Pflegearbeiten bitte stets Handschuhe mit Stulpen.

Meine Segge bekommt im Winter braune Blätter. Woran liegt das?

Braune Blätter im Winter sind ein typisches Symptom für Trockenstress. Winter- und immergrüne Seggen verdunsten zu jeder Jahreszeit reichlich Feuchtigkeit. Vor allem Carex-Arten in Pflanzgefäßen sollten auch im Winter gelegentlich gegossen werden.

Mit welchen Pflanzen kann man Seggen dekorativ kombinieren?

Seggen lassen sich perfekt kombinieren mit anderen Halbschatten-Pflanzen. Hierzu zählen Funkien (Hosta), Purpurglöckchen (Heuchera) und Elfenblumen (Epimedium). Mannshohe Carex-Arten, wie die Riesen-Segge (Carex pendula) harmonieren wunderbar mit Buschwindröschen (Anemone) als blühende Unterpflanzung oder Seite an Seite mit majestätischen Wald-Geißbart-Stauden (Aruncus sylvestris) und Prachtspieren (Astilbe).

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Sunbunny Studio/Shutterstock

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