Japansegge schneiden und pflegen

Lesen Sie hier einen kommentierten Japansegge-Steckbrief mit Hinweisen zu Wachstum, Blatt, Blüte und Verwendungs-Ideen. Lesenswerte Tipps rund um Pflanzung und Pflege von Carex morrowii.

japansegge
Die Japansegge ist ein schönes Ziergras

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Carex morrowii
  • Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
  • Herkunft: Japan
  • Wuchstyp: Gras
  • Wuchsform: halbkugelig, überhängend
  • Wuchshöhe: 30 cm bis 40 cm
  • Blatt: lineal-lanzettlich, zugespitzt
  • Blüte: Ähre
  • Wurzeln: Flachwurzler
  • Giftigkeit: ungiftig
  • Winterhärte: winterhart
  • Verwendung: Ziergras, Bodendecker

Wachstum

Die Japansegge (Carex morrowii) ist eine ausdauernde, krautige Pflanzenart aus der Gattung Seggen (Carex) innerhalb der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Beheimatet ist die Gräser-Art im kühl-gemäßigten Klima Japans, vorzugsweise in lichten Wäldern, am Gehölzrand und im schattig-feuchten Freiland. In Mitteleuropa erfreut sich die Japan-Segge einer hohen Wertschätzung als vielseitiges Ziergras mit Bodendecker-Qualitäten. Charakteristisch für eine japanische Segge sind diese Eigenschaften des Wachstums:

  • Wuchsform: halbkugelig, horstbildend, bogig überhängende, immergrüne Halme, aufrechte Blütenähren.
  • Wuchshöhe: 30 cm bis 40 cm.
  • Wuchsbreite: 30 cm bis 50 cm.
  • Wurzeln: flaches Wurzelsystem mit kurzen Ausläufern.
  • Auszeichnung: Staude des Jahres 2015
  • Gärtnerisch interessante Eigenschaften: pflegeleicht, winterhart, bodendeckend, Wurzeldruck-verträglich, ungiftig, Schatten-tolerant.

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Blatt

Charakteristisch für die Japansegge ist ein dichter Grasschopf aus Blättern mit diesen Merkmalen:

  • Blattform: lineal, zugespitzt, grasartig, dreikantig, scharfkantig, bogig überhängend.
  • Blatteigenschaft: immergrün, in Winterhärtezonen Z5 und Z6 wintergrün.
  • Blattfarbe: dunkelgrün

Blüte

Filigrane Leichtigkeit prägt das Erscheinungsbild einer Japan-Segge, wenn sich über dem Blattschopf diese Blüten erheben:

  • Blütenform: endständige Ähre.
  • Blütenfarbe: gelblich-braun.
  • Blütezeit: März bis Mai.
  • Blütenökologie: einhäusig, getrenntgeschlechtlich.
  • Bestäubung: Wind

Bestäubte Blüten werden zu Achänen-Früchten, die im Spätsommer flugfähige Samen in alle Winde entsenden.

Verwendung

Mit ihrem unaufdringlich-eleganten Erscheinungsbild ist die Japansegge eine Quelle der Inspiration für die kreative Gartengestaltung. Folgende Tabelle gibt einen Einblick in die mannigfaltigen Verwendungsmöglichkeiten:

Gartenstil Pflanz-Idee
Japangarten Bodendecker für schattige Nischen
Rhododendronbeet kaschiert verkahlte Strauchbasis
Staudenbeet ganzjährig grüner Begleiter von Stauden
Waldgarten immergrüne Unterpflanzung, Unkrautunterdrückung
Friedhof pflegeleichte Grabbepflanzung als Solitär und Grabumrandung
Topfgarten/Balkon schön im Balkonkasten und unter Sichtschutz-Sträuchern

Wenn Sträucher und Hecken den Weg zum Licht verstellen, macht sich die Japansegge nützlich als ganzjährig schöner Bodendecker. Mit Stauden hält das Ziergras gerne Zwiesprache und fungiert als immergrüner Lückenfüller. Stilechte Qualitäten stellt die Japansegge in der asiatischen Gartengestaltung unter Beweis, wahlweise im großflächigen Japangarten oder im authentischen Zen-Garten auf dem Balkon.

Japansegge pflanzen

Beste Pflanzzeit für die Japansegge ist im Herbst. Das Zeitfenster für die Pflanzung auf dem Balkon öffnet sich im Frühling. Im Container gekaufte Carex morrowii können zu jeder Jahreszeit gepflanzt werden, solange die Erde nicht gefroren oder ausgedörrt ist. Wo und wie Sie eine japanische Segge richtig pflanzen, lesen Sie hier:

Standort, Boden, Substrat

Bei der Standortwahl stellt die Japan-Segge ihre Qualitäten als Problemlöser für schattige Lagen unter Beweis:

  • Lichtverhältnisse: Halbschatten bis Schatten.
  • Bodenqualität: frisch-feucht, durchlässig, lehmig-sandig, neutraler bis leicht saurer pH-Wert.
  • Substrat: Kübelpflanzen- oder Rhododendronerde ohne Torfanteil, angereichert mit Blähton und Kokoshum.

Milde Sommersonne schadet dem Ziergras nicht. Wird die Japansegge hingegen an einen Standort mit praller Wintersonne und kaltem Wind gepflanzt, drohen irreversible Blattschäden.

Pflanz-Tipps

Im Vorfeld der Pflanzung ziehen Sie bitte Handschuhe an und stellen Sie die Japansegge mit Wurzelballen in Wasser. Nützliche Pflanz-Tipps lesen Sie hier:

  • Im Freiland wird die Japansegge als Gruppe mit 5 bis 10 Exemplaren gepflanzt.
  • Ein Pflanzloch hat das doppelte Volumen des Wurzelballens.
  • Schwerer Lehmboden wird aufgelockert mit Sand oder Kokosfasersubstrat.
  • Der richtige Pflanzabstand beträgt 30 cm bis 50 cm im Beet, 15 cm bis 25 cm im Pflanzgefäß.
  • In den Topf oder Balkonkasten wird zuerst eine 5 cm dicke Schicht aus Blähton (19,00€ bei Amazon*) eingefüllt als Drainage.

Durchdringendes Gießen am Pflanztag und in den folgenden Wochen leistet einen wichtigen Beitrag zur Verwurzelung im Beet und Pflanzgefäß.

Exkurs

Vorsicht vor messerscharfen Blattkanten

Seggen-Gräser sind nicht giftig. Ungeschützt sollten sich Hobbygärtner dennoch nicht auf Tuchfühlung mit den Ziergräsern begeben. Messerscharfe Blattkanten hinterlassen tiefe Schnittwunden. Arbeitshandschuhe mit langen Stulpen schützen vor blutigen Hautverletzungen.

Japansegge pflegen

Die Japansegge ist sehr pflegeleicht. Mit wenigen Worten ist das einfache Pflegeprogramm abgehandelt. Lassen Sie sich diese Pflege-Tipps nicht entgehen:

Gießen

Halten Sie Erde bitte konstant leicht feucht. Als Gießwasser eignet sich primär weiches Regenwasser oder entkalktes Leitungswasser. Trockenstress verursacht irreversible braune Blattspitzen. Hartes, kalkreiches Gießwasser lässt die dunkelgrünen Blätter vergilben.

Düngen

Im Freiland ist die Japansegge dankbar für eine Startdüngung im März/April. Gut geeignet sind Kompost, Hornspäne,(9,00€ bei Amazon*) Rindenhumus und Guano.(13,00€ bei Amazon*) Getopftes Ziergras versorgen Sie von März bis September monatlich mit einem Flüssigdünger für Grünpflanzen.

Schneiden

Immergrüne und wintergrüne Seggen-Gräser werden nicht geschnitten. Im Gegenteil verzögert ein Rückschnitt den frischen Austrieb bis in den Frühsommer. Vereinzelte, eingetrocknete Halme kämmen Sie im Februar mit beiden Händen aus dem Grasschopf aus.

Vermehrung

Eine Japansegge können Sie im Frühjahr durch Teilung vermehren. Zu diesem Zweck legen Sie die ausgegrabene Staude auf eine feste Unterlage. Mit Spaten oder Messer zerschneiden Sie den Wurzelballen in mehrere Teile. Alternativ stechen Sie faustgroße Segmente vom Horst ab. Die Teilstücke werden am neuen Standort erneut in lockere, frisch-feuchte Erde gepflanzt.

Überwintern

Carex morrowii wird eine Winterhärte von bis zu – 28° Celsius attestiert. Für gut verwurzelte, ausgepflanzte Seggengräser sind keine besonderen Winterschutz-Vorkehrungen zu treffen. Getopfte Japanseggen sind hingegen anfällig für Frostschäden. So überwintern Sie eine japanische Segge richtig:

  • Im Pflanzjahr eine Japansegge im Beet mulchen mit Laub und Nadelreisig.
  • Pflanzgefäß in eine schattige, windgeschützte Nische stellen und mit Vlies oder Jute ummanteln.
  • Winter-Pflege: bei Trockenheit sparsam gießen, nicht düngen.

Beliebte Sorten

Mit diesen schönen Sorten bewirbt sich die Japansegge um einen Platz im Garten, auf Balkon und Terrasse:

  • Japan-Segge ‚Ice dance‘: Premium-Sorte mit weiß gerandeten, dunkelgrünen Halmen, schön als halbkugeliger, teppichbildender Bodendecker, Wuchshöhe 30 cm bis 40 cm, Wuchsbreite bis 50 cm.
  • Carex morrowii ‚Variegata‘: schließt offene Bodenflächen im Freiland als dekoratives Ziergras mit grün-weiß-geaderten Halmen und hellgelben Blütenähren im Frühling.
  • Japanische Goldrand-Segge: immergrüner Stauden-Begleiter mit goldgelb-gestreiften Grashalmen und gelblichen Ähren ab März.
  • Carex morrowii ‚Silver Sceptre‘: niedrige, polsterbildende Japansegge mit weiß panaschierten Blättern, idealer Bodendecker für den Vorgarten, Wuchshöhe 20 cm bis 30 cm.

FAQ

Ist eine Japan-Segge giftig?

Nein, die Japansegge enthält keine giftigen Inhaltsstoffe. Die scharfen Blattkanten sind freilich nicht zu unterschätzen. Eine falsche Bewegung im Horst kann blutige Schnittverletzungen verursachen. Tragen Sie bitte bei Pflanz- und Pflegearbeiten stets robuste Arbeitshandschuhe mit Stulpen.

Sollte man eine Japansegge schneiden?

Die Immergrüne Japansegge muss man im Frühjahr nicht zwingend schneiden. Wenn jedoch der Winter das Ziergras mit braunen Blättern oder braunen Blattspitzen entlässt, ist ein Rückschnitt zu empfehlen. Die Entscheidung will gut überlegt sein. Im Unterschied zu sommergrünen Ziergräsern treibt die japanische Segge erst nach der Blütezeit frische Halme aus.

Kann die Weißrand-Japansegge auch im November gepflanzt werden?

Die Weißrand-Japansegge (Carex morrowii ‚Variegata‘) ist winterhart und sehr robust. Dank dieser Eigenschaften kann das Ziergras zu jeder Jahreszeit gepflanzt werden, solange der Boden nicht gefroren ist.

Wie kommt die Japan-Segge mit Wintersonne zurecht, wenn das Laub der Bäume als Beschattung fehlt?

Als Bodendecker unter Laubbäumen wird die Japan-Segge zumeist durch die Zweige und abgefallenes Herbstlaub geschützt. In diesem Fall besteht keine Gefahr von Blattschäden durch Sonnenbrand. Trifft hingegen die Wintersonne vollkommen ungefiltert auf das Ziergras, empfehlen wir die Abdeckung mit einem Schattierungsnetz.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: DragonWen/Shutterstock

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