reitgras
Das Land-Reitgras wächst bei uns wild auf Wiesen

Reitgras: Pflanzen und pflegen

Während des Sommers entwickeln Reitgräser federartige Blütenrispen, die aus dichten Blatthorsten herausragen. Sie sorgen zu den verschiedenen Jahreszeiten für farbliche Akzente. Die Standortbedingungen unterscheiden sich je nach Art. Hinsichtlich der Pflege sind alle Calamagrostis-Arten gleich.

Herkunft

Reitgräser stellen eine Gattung innerhalb der Süßgräser dar. Insgesamt zählen etwa 230 Arten zur Gattung, die den wissenschaftlichen Namen Calamagrostis trägt. Eine bedeutsame heimische Art ist das Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos), das auf Waldschlägen wächst. Innerhalb der Gattung gibt es zahlreiche Arten, die als Zierpflanzen verwendet werden. Weit verbreitet ist das Moor-Reitgras (Calamagrostis x acutiflora), das aus einer Kreuzung von Calamagrostis epigejos und Calamagrostis arundinacea entstand.

Hier sind die Arten heimisch:

  • rund 100 Arten stammen aus Südamerika
  • 14 kommen in Europa vor
  • davon etwa neun Arten in Mitteleuropa

Wachstum

Reitgräser wachsen als ausdauernde Pflanzen, die dichte bis lockere Horste bilden. Die Süßgräser entwickeln unterirdische Ausläufer, die nicht weit durch das Substrat kriechen. Die oberirdischen Halme besitzen mehrere Knoten. Die Arten bilden unverzweigte Stängel oder Halme, die sich an den untersten Knoten verzweigen.

Die meisten Reitgräser entwickeln innerhalb der unteren Blattscheiden sterile Seitentriebe, die keine Blütenrispen entwickeln. Sie dienen der Verjüngung und sorgen dafür, dass die Gräser dichte Horste ausbilden. Bei einigen Arten durchbrechen diese Seitentriebe die Blattscheiden, sodass eine etwas lockere Wuchsform entsteht. Arten für sonnige Standorte entwickeln meist einen straff aufrechten Wuchs. Viele Gräser, die für den Halbschatten geeignet sind, wachsen bogenförmig.

Blätter

Calamagrostis-Arten entwickeln Blattscheiden, die bis zum Blattgrund geöffnet sind. Dieses Merkmal ist deutlich an den Abschnitten zwischen zwei Knoten erkennbar. Die Blattscheiden umschließen den Stängel und überlappen sich an der gegenüberliegenden Seite. Sie gehen direkt in die Blattspreite über, die flach ausgebreitet und lang ausgezogen erscheint. Auf ihrer Oberfläche sind feine Rippen erkennbar. Reitgräser entwickeln dunkel- bis frischgrüne Blätter. Viele Sorten überzeugen mit weiß gestreiften Blattspreiten.

Blüte

Im Sommer tragen Reitgräser reich verzweigte Blütenstände, deren Einzelblüten in einer dichten Rispe stehen. Typisch für diese Süßgräser sind lange weiße Haare, die aus den Ährchen herausragen. Die Blütenstände sind weiß, gelb oder braun gefärbt mit roten oder violetten Nuancen.

Frucht

Nach der Blütezeit fallen die Blüten als Ganzes ab. Der Blütenstand trägt zahlreiche kleine Samen, die den Rispen eine bräunliche Färbung verleihen. Sie bleiben bis in den Winter erhalten, sodass Reitgräser auch während der tristen Jahreszeit Akzente im Garten setzen. Gleichzeitig liefern die Samenkörner eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel.

Verwendung

Reitgräser sind beliebte Zierpflanzen in verschiedenen Gartengestaltungen. Sie verleihen Beeten und Rabatten Struktur, ohne dominant zu werden. Ihre dekorativen Ähren kommen in Gruppenpflanzungen besonders gut zur Geltung. Reitgräser können solitär gepflanzt werden.

Sie harmonieren mit Rittersporn, Herbstastern oder Sonnenbraut und bringen Abwechslung in Pflanzungen mit anderen Gräsern. Die Süßgräser können als Rosenbegleiter gepflanzt werden. In Reihenpflanzung entwickeln Calamagrostis-Arten einen natürlichen Sichtschutz. Abgeschnittene Blüten- und Fruchtstände liefern in der zweiten Jahreshälfte perfektes Material für Blumensträuße.

Hier kommen Reitgräser zur Geltung:

  • natürliche Wildgärten
  • Rosenhecken
  • Präriegärten
  • Architektengärten

Welcher Standort ist geeignet?

Die verschiedenen Calamagrostis-Arten erfordern unterschiedliche Standortbedingungen. Der Großteil der Arten bevorzugt sonnige Lagen, wobei einige Gattungsvertreter unter halbschattigen Bedingungen wachsen. Wenige Sorten können im lichten Schatten angepflanzt werden, da der Großteil der Gräser auf der Suche nach Licht lange Halme entwickelt. Diese werden mit zunehmendem Alter instabil, da die Blütenrispen den Stängel nach unten ziehen.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Reitgräser gedeihen in gut durchlässigen und lockeren Substraten mit frischen Bedingungen. Sie mögen einen leicht humosen Boden, dessen pH-Wert im neutralen Bereich liegt. Viele Sorten tolerieren einen leichten Kalkgehalt.

Arten für unterschiedliche Böden:

  • Sumpf-Reitgras (Calamagrostis canescens): nasse Böden, moorig
  • Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos): frische Bedingungen
  • Berg-Reitgras (Calamagrostis varia): trockene Lagen, mager

Der richtige Pflanzabstand

Reitgräser werden im Frühjahr gepflanzt, damit sie bis zum Winter einwachsen können. Während das Pflanzloch ausgehoben wird, können Sie den Wurzelballen in einen Eimer mit Wasser stellen. Das Loch sollte doppelt so groß wie der Pflanzballen sein. Einzelne Gräser werden in einem Abstand von 80 Zentimeter zueinander gesetzt. Den Boden können Sie mit Steinen bedecken, damit Gießwasser besser ablaufen kann. Setzen Sie das Ziergras ein und befüllen Sie die Lücken mit Aushub. Etwas Kompost bietet den Pflanzen ideale Wachstumsbedingungen.

Reitgras vermehren

Sterile Sorten können im Frühjahr über Teilung vermehrt werden. Durchstechen Sie den Wurzelballen mit einem Spaten und heben Sie die Teilpflanze aus der Erde. Sie sollte einige Halme besitzen, damit die Pflanze schneller am neuen Standort anwächst. Nach der Pflanzung ist die Bewässerung wichtig. Gießen Sie durchdringend, damit sich Lücken im Boden schließen und die Wurzeln Kontakt zum Substrat bekommen. In den Folgejahren können die Jungpflanzen erneut geteilt werden, wenn sie große Horste entwickelt haben.

Aussaat

Die verschiedenen Sorten von Calamagrostis x acutiflora sind steril und können nicht über Samen vermehrt werden. Wilde Arten entwickeln nach der Blütezeit zahlreiche Samen. Schneiden Sie die Rispen ab und legen Sie diese auf ein Tuch, damit die herabfallenden Samen aufgefangen werden. Reitgräser sind Kaltkeimer. Streuen Sie das Saatgut in einen mit Sand gefüllten Gefrierbeutel und befeuchten Sie das Substrat. Für die nächsten fünf bis sechs Wochen wird der Beutel im Gemüsefach des Kühlschranks gelagert.

Anschließend werden die Körner auf ein Torf-Sand-Gemisch gestreut und dünn mit Substrat bedeckt. Die Anzuchttöpfe werden an einen Platz mit Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad Celsius gestellt, wobei das Substrat konstant feucht sein muss. Nach drei bis vier Wochen zeigen sich Keimlinge.

Reitgras im Topf

Reitgräser eignen sich für die Kübelpflanzung. Der Topf sollte ein Mindestvolumen von 20 Litern besitzen. Nutzen Sie Kübel, die zwei bis drei Abszugslöcher besitzen. Legen Sie Tonscherben oder Kieselsteine auf den Topfboden und pflanzen Sie das Reitgras in eine Mischung aus Sand, Kompost und Gartenerde.

Wählen Sie einen halbschattigen Platz, denn pralle Sonne lässt das Substrat schneller austrocknen. Stellen Sie den Kübel auf einen Pflanzenroller. Das schnellwüchsige Gras nimmt während der Vegetationsphase an Gewicht zu und kann mit Hilfe der Unterlage besser bewegt werden. Gleichzeitig dient sie im Winter als Isolation gegen Bodenfrost.

Reitgras gießen

Alle Reitgräser erweisen sich als genügsam, was den Wasserbedarf betrifft. Ausgewachsene Exemplare müssen nicht zusätzlich gegossen werden. Jungpflanzen und frisch geteilte Exemplare erfordern mehr Wasser und sollten regelmäßig gegossen werden. Gießen Sie Kübelpflanzen regelnäßig, damit der Wurzelballen nicht austrocknet.

Reitgras richtig düngen

Es reicht aus, die Pflanzen zu Beginn der Vegetationsperiode mit Kompost zu versorgen. Weitere Nährstoffgaben benötigen Reitgräser nicht. Pflanzen im Kübel werden gelegentlich mit Nährstoffen in Form eines Flüssigdüngers versorgt. Beim Umtopfen können Sie das frische Substrat mit etwas Kompost anreichern, sodass im gleichen Jahr keine weitere Düngung erforderlich ist.

Reitgras richtig schneiden

Reitgräser bleiben über den Winter hoch stehen. Sie liefern einen dekorativen Aspekt. Ihre hohlen Stängel bieten Insekten einen geschützten Ort zum Überwintern. Kurz vor dem frischen Austrieb im Frühjahr werden die abgestorbenen Halme bodennah abgeschnitten. Binden Sie die Horste zu Büscheln zusammen, die Sie gut umgreifen und mit einem Schnitt abtrennen können. Denken Sie an robuste Gartenhandschuhe, da die Blattränder scharfkantig sind. Entsorgen Sie das Schnittgut auf dem Kompost. Es kann alternativ klein gehäckselt und als Einstreu genutzt werden.
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Wie pflanze ich richtig um?

Während des Frühjahrs können Reitgrashorste umgepflanzt werden. Im Herbst sollten die Gräser nicht mehr umgesetzt werden, da ihnen die Zeit zum Einwurzeln fehlt. Es lohnt sich bei dieser Maßnahme, den Wurzelstock zu teilen und den Bestand auf diese Weise zu verjüngen. Frisch umgesetzte Pflanzen sollten ausreichend gedüngt und gewässert werden. Im ersten Jahr können Sie die Düngung zwei bis drei Mal wiederholen.

Winterhart

Reitgräser erweisen sich als uneingeschränkt frosthart und können problemlos den Winter im Beet verbringen. Zum Schutz des Horstes können Sie die Halme im Herbst zu Büscheln zusammenbinden. Dadurch wird verhindert, dass sich zu viel Wasser im Inneren des Horstes ansammelt. In besonders strengen Wintermonaten können Sie eine dicke Schicht aus Laub auf dem Substrat verteilen. Kübelpflanzen sollten mit einem Winterschutz versehen werden, damit das Substrat nicht einfriert.

Pilzbefall

Wenn der Sommer zu feucht und warm war, werden Reitgräser gelegentlich vom Blattrost befallen. Eine Erkrankung ist durch orangefarbene bis braune Flecken und Pustel auf der Blattunterseite erkennbar. Hat sich der Pilz stark ausgebreitet, überzieht er das gesamte Blatt. Das Gewebe kann nicht mehr versorgt werden und stirbt ab.

Schneiden Sie betroffene Blätter ab und entsorgen Sie diese im Hausmüll. Gartengeräte sollten anschließend mit Alkohol desinfiziert werden, damit sich die Sporen bei den nächsten Schnittmaßnahmen nicht erneut ausbreiten. Achten Sie vorbeugend darauf, dass die Horste nicht von oben gegossen werden. In schlecht belüfteten Beständen können sich Pilzsporen besser ausbreiten.

Tipps

Setzen Sie große Deko-Kugeln zwischen die Horste, um eine besonders harmonische Auflockerung zu erzielen. Dieses Arrangement eignet sich perfekt für die Gestaltung von Vorgärten. Mit kleinen Mitteln schaffen Sie so eine ausbalancierte Oase.

Sorten

  • Waldenbuch: Buschiges Wachstum, bildet dichte Horste. Blätter weiß gestreift. Gelbbraune Rispen zwischen Juni und August. 50 bos 150 cm hoch.
  • Overdam: Straff aufrecht wachsend. Gelbe Ähren von Juni bis August. Zwischen 50 und 150 cm hoch.
  • Karl Foerster: Strukturierte Horste. Gelblich-rote Blüten von Juni bis August, ähren- bis rispenförmig. 150 bis 180 cm hoch.
  • Avalanche: Buschig aufrechter Wuchs. Blätter weiß gestreift, mit violetten Nuancen. Hellbraune Rispen von Juni bis August. Erreicht Wuchshöhen zwischen 50 und 130 Zentimeter.

Text: Christine Riel Artikelbild: katacarix/Shutterstock

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