Gewächshaus

Gewächshaus Erde: Die perfekte Mischung für Ihre Pflanzen

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Die Wahl der richtigen Erde ist essenziell für gesunde Pflanzen und eine ertragreiche Ernte im Gewächshaus. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte, von der Bodenbeschaffenheit über Nährstoffversorgung bis hin zur Vermeidung von Bodenmüdigkeit.

Gewächshaus Substrat
Je besser die Erde desto schneller das Wachstum

Die richtige Erde für das Gewächshaus

Die Wahl der idealen Erde für Ihr Gewächshaus trägt maßgeblich zu einem gesunden Pflanzenwachstum und einer ertragreichen Ernte bei. Da unterschiedliche Pflanzen spezifische Ansprüche an den Boden haben, sollte die Auswahl der Erde sorgfältig an diese Bedürfnisse angepasst werden.

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Bodenbeschaffenheit und Nährstoffversorgung

Ein sandiger Lehmboden mit hohem Humusgehalt ist ideal für Gewächshäuser. Diese Kombination speichert Luft, Wasser und Nährstoffe gut und bleibt dabei locker, was das Durchwurzeln erleichtert. Um Tiefwurzlern ausreichend Raum zu bieten, sollte die Erdschicht mindestens 20 bis 30 Zentimeter tief sein.

Zur Verbesserung der Nährstoffversorgung können Sie Kompost oder gut verrotteten Stallmist einarbeiten. Etwa drei Liter Kompost pro Quadratmeter im Frühjahr versorgen den Boden optimal. Alternativ können Sie sechs Kilogramm gut verrotteten Rinder- oder Pferdemist pro Quadratmeter verwenden, der entweder im Frühjahr oder Spätherbst ausgebracht wird. Das Mulchen mit Rasenschnitt oder anderem organischen Material hilft dabei, die Bodenfeuchtigkeit zu bewahren und das Bodenleben zu fördern.

Achten Sie auf eine gute Bodendurchlässigkeit, um Staunässe und Wurzelfäule zu vermeiden. Ein gut durchlässiger Boden verhindert das Ansammeln von Wasser und sorgt für eine bessere Nährstoffaufnahme der Pflanzen.

Torfreduzierte Erde

Aus ökologischen Gründen ist der Einsatz von torfreduzierter oder torffreier Erde empfehlenswert. Diese Erden enthalten oft nachhaltige Ersatzstoffe wie Kompost, Holz- oder Kokosfasern, die zur Bodenverbesserung beitragen und umweltfreundlicher sind.

Nährstoffbedarf berücksichtigen

Der Nährstoffbedarf variiert stark je nach Pflanzentyp. Schwachzehrer wie Bohnen oder Erbsen gedeihen gut auf nährstoffärmerem Boden, während Starkzehrer wie Tomaten oder Gurken eine sehr nährstoffreiche Erde benötigen.

  • Schwachzehrer: Ein sandiger Lehmboden mit leichtem Kompostanteil ist oft ausreichend.
  • Mittelzehrer: Pflanzen wie Karotten und Lauch profitieren von einem Boden, der im Frühling mit etwa drei Litern Kompost pro Quadratmeter angereichert wurde.
  • Starkzehrer: Tomaten und Gurken benötigen eine Anreicherung des Bodens mit gut verrottetem Stallmist (etwa sechs Kilogramm pro Quadratmeter) im Frühling oder Spätherbst.

Achten Sie auf Anzeichen eines Nährstoffmangels wie gelbe Blätter oder vermindertes Wachstum. Schnelle Abhilfe schaffen entsprechende Düngemittel oder Blattdüngungen.

Bodenverbesserung im Gewächshaus

Für einen dauerhaft fruchtbaren Boden im Gewächshaus sind gezielte Bodenverbesserungsmaßnahmen erforderlich. Die Verwendung von organischen Materialien wie Kompost oder abgelagertem Stallmist liefert notwendige Nährstoffe und verbessert die Bodenstruktur.

Organische Düngung und Mulchen

Die Einbringung von etwa drei Litern Kompost pro Quadratmeter oder sechs Kilogramm gut verrotteten Rinder- oder Pferdemist je Quadratmeter sorgt für eine nachhaltige Nährstoffversorgung und eine reichhaltige Humusschicht. Mulchen mit organischem Material wie Rasenschnitt oder Stroh hilft, die Bodenfeuchtigkeit zu bewahren und die Temperatur konstant zu halten.

Bodenbelüftung und Lockerung

Regelmäßige Bodenbelüftung und -lockerung durch Umgraben oder Lockern verbessert die Luftzirkulation und verhindert Bodenverdichtung. Dies fördert die Wurzelentwicklung und Wasserspeicherung der Pflanzen.

Bodenmüdigkeit vorbeugen

Durch den jahrelangen Anbau derselben Pflanzenarten im Gewächshaus kann es zu Bodenmüdigkeit kommen. Diese äußert sich in Ertragsminderungen und vermehrtem Auftreten von Krankheiten.

Fruchtwechsel und Mischkultur

Ein Fruchtwechsel, bei dem unterschiedliche Pflanzenarten nacheinander auf derselben Fläche angebaut werden, verhindert Bodenmüdigkeit effektiv. Auch die Praxis der Mischkultur, bei der verschiedene Pflanzen in direkter Nachbarschaft angebaut werden, mindert das Risiko der Bodenmüdigkeit.

Regelmäßige Bodenanreicherung

Kompost oder gut verrotteter Stallmist sollten regelmäßig ausgebracht werden, um den Boden gesund zu halten. Dies verbessert die Bodenstruktur und fördert das Bodenleben.

Mechanische Maßnahmen

Regelmäßiges Lockern oder leichtes Umgraben des Bodens fördert die Wurzelentwicklung und unterstützt die Mikroorganismen im Boden.

Erde im Gewächshaus austauschen

Nach einigen Jahren kann es notwendig werden, die Erde im Gewächshaus auszutauschen, um die Fruchtbarkeit zu erhalten. Spätestens nach sechs bis sieben Jahren sollte die alte Erde entfernt und durch frische Erde ersetzt werden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Entfernen Sie alle Pflanzen und Pflanzreste.
  2. Heben Sie die oberste Erdschicht bis zu einer Tiefe von etwa 30 bis 40 Zentimetern aus.
  3. Füllen Sie den Aushubbereich mit einer Schicht abgelagerten Pferdemists von etwa 30 Zentimetern.
  4. Tragen Sie frische Muttererde oder Gartenboden auf.
  5. Mischen und bewässern Sie die neuen Bodenschichten gründlich.

Torfreduzierte Erde verwenden

Torffreie Erde ist eine umweltschonende Alternative, die nachhaltige Ersatzstoffe enthält und ähnliche Eigenschaften wie Torf aufweist. Sie verbessert die Luft- und Wasserführung im Boden und fördert das Bodenleben.

Bedeutung des pH-Wertes

Der pH-Wert des Bodens ist entscheidend für die Verfügbarkeit von Nährstoffen. Die meisten Pflanzen bevorzugen einen pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0. Bei Abweichungen können Sie den pH-Wert durch die Zugabe von Kalk oder Schwefel anpassen.

Spezielle Erden für Hochbeete und Gewächshäuser

Für Hochbeete und Gewächshäuser eignen sich spezielle Erden, die nährstoffreich und strukturstabil sind. Hochbeeterde besteht aus verschiedenen Schichten wie grobem Kompost und nährstoffreicher Erde. Gewächshauserde sollte humusreich, gut durchlüftet und wasserhaltig sein.

Vorteile von vorgedüngter Erde

Vorgedüngte Erde spart Zeit und sorgt von Anfang an für eine optimale Nährstoffversorgung Ihrer Pflanzen. Sie verbessert die Bodenstruktur und fördert gesunde Pflanzenentwicklung. Beachten Sie, dass nach etwa sechs Wochen eine erneute Düngung erforderlich sein kann.

Verwendung von Anzuchterde

Anzuchterde ist fein strukturiert, nährstoffarm, durchlässig und keimfrei. Sie fördert das Wurzelwachstum von Jungpflanzen und minimiert das Risiko von Staunässe und Schimmelbildung. Pflanzen Sie die Samen gleichmäßig in die Erde und gießen Sie vorsichtig.

Organische Dünger

Organische Dünger wie Hornspäne, Kompost und gut verrotteter Stallmist versorgen Ihre Pflanzen nachhaltig und verbessern die Bodenstruktur. Diese Dünger setzen Nährstoffe langsam frei und fördern das Bodenleben.

Mineralische Dünger

Mineralische Dünger liefern Pflanzen essentielle Nährstoffe in hochkonzentrierter Form. Sie sind besonders effektiv bei akutem Nährstoffmangel und sollten sparsam und bedarfsgerecht verwendet werden, um Überdüngung zu vermeiden.

Durch die Beachtung dieser Tipps schaffen Sie optimale Bedingungen für ein gesundes Pflanzenwachstum und eine reiche Ernte in Ihrem Gewächshaus.

Bilder: Cecilie_Arcurs / iStockphoto