Gelungene Gartengestaltung mit Steinen

Stein ist ein überaus vielseitiges Material, das auf verschiedenste Weise im Garten eingesetzt werden kann. Ob nun zum Pflastern von Wegen, zur Befestigung des lauschigen Lieblingssitzplatzes oder des Garagenvorplatzes oder zum Bau einer Sichtschutzmauer - für jedes Vorhaben findet sich das passende Material. Stein ist überaus abwechslungsreich und farbenfroh, können Sie doch aus vielen verschiedenen Sorten wählen.

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Mit Steinen lässt sich z.B. eine schöne Terrasse anlegen

Gesetzliche Regelungen beachten

Um Ärger mit den Nachbarn zu vermeiden, sollten Sie insbesondere vor Baumaßnahmen am oder in der Nähe des Nachbargrundstückes Informationen einholen, was erlaubt ist und was nicht. Für den Terrassen- und Wegebau sind in der Regel keine Anfragen an die Baubehörden notwendig. Sollten sich kleine Grenzmäuerchen, Sichtschutzwände, Sichtschutzelemente oder größere Bauwerke nahe der Gartengrenze befinden, empfiehlt sich ein Blick in den Bebauungsplan, in die Ortssatzung oder eine Anfrage im Gemeinde- bzw. Landratsamt.

In welchen Gartenbereichen wird mit Stein gearbeitet?

Stein kommt in vielen Gartenbereichen zum Einsatz und erlaubt es, verschiedene Gartenräume zu gestalten. Bei aller Kreativität sollten Sie jedoch auch darauf achten, dass Zugangswege, Garageneinfahrten, Terrassenflächen oder einfach nur gepflasterte Pfade durchs Gemüsegärtchen funktionell, sicher und sinnvoll angelegt sein müssen, damit Sie dauerhaft Freude daran haben. So wird der Zugangsweg zum Haus breiter und fester gebaut sein als die Trittsteine zum lauschigen, versteckten Sitzplatz in der Gartenecke. Garagenvorplätze wiederum benötigen einen strapazierfähigeren Belag als dies etwa bei einer Terrasse der Fall wäre.

Wege

Wege sind im Garten nicht nur ein praktisches, sondern auch ein wichtiges gestalterisches Element. Die Wegführung sowie die Auswahl der Steine haben einen erheblichen Einfluss darauf, wie ein Garten wahrgenommen wird: streng formal durch eine geradlinige Wegführung, interessant durch geschwungene Wege mit einer fantasievoll-bunten Bepflasterung oder außergewöhnlich etwa durch sternförmig verlaufende, gepflasterte Arbeitswege im Gemüsegarten. Bei der Anlage von Wegen empfehlen sich folgende Hinweise:

  • Zugangswege sollten gepflastert oder mit Platten belegt werden, wobei Stolpersteine zu vermeiden sind.
  • Rasengittersteine und andere Lochsteine eignen sich nicht für Haupt, sondern nur für Nebenwege.
  • Grund: Damen bleiben mit ihren Absatzschuhen hier gerne stecken.
  • Wege zum Hauseingang sollten mindestens 120 Zentimeter breit sein
  • Lange Wege wirken kürzer, wenn mit “Querstreifen” oder quadratischen Mustern gepflastert wird.
  • Auch große Plattenformate verkleinern den Weg optisch.
  • Kurze Wegstrecken dagegen erscheinen großzügiger, wenn mit kleinformatigem Pflasterstein gearbeitet wird.
  • Eine geschwungene Wegführung lässt kurze Wege länger erscheinen und baut eine optische Spannung auf.
  • Optisch verkürzend wirken zudem kleine, abgesetzte Plätze, die in den Weg integriert werden.
  • Wenig begangene Wege lassen sich mit pflegeleichten Platten, Klinkern oder Pflastersteinen belegen.

Gartenvorplätze und Vorgärten

Vermeiden Sie Ihrem Auto zuliebe zu klein dimensionierte Garagenvorplätze. Auch schlecht sichtbare Hindernisse wie Findlinge, niedere Pfosten oder Mäuerchen haben hier nichts zu suchen. Stattdessen muss der Unterbau bei Garagenzufahrten besonders sorgfältig angelegt werden, um den größeren Lasten gut standhalten zu können. Spannend wirken diese Plätze, wenn Sie mit Mustern arbeiten und beispielsweise Kreise, Quadrate oder sogar Mosaike pflastern.

Gartenmauern und -treppen

Gartenmauern, egal wie hoch, brauchen immer ein Fundament, um kippsicher zu stehen. Ab einer Steigung von etwa zehn Prozent empfiehlt sich außerdem, Treppenstufen einzubauen. Diese müssen sicher und stolperfrei zu begehen sein. Breite, gepflasterte Stufen sind für viel begangene Wege, einfache Trittstufen dagegen nur für die Erschließung weniger frequentierter Gartenbereiche – etwa von Nebenwegen – sinnvoll. Treppen und Mauern lassen sich hervorragend kombinieren und mit Wasserbecken, Sonnenterrassen , Sitzlandschaften oder Hochbeeten zu interessanten Einheiten verbinden.

Terrassen und Sitzplätze

Optimal ist eine wind- und sichtgeschützte Terrasse am Haus, die genügend Platz für eine Sitzgruppe mit Tischen und Stühlen bietet. Glatte Beläge, auf denen die Möbel sicher stehen, sind im Terrassenbereich zu bevorzugen. Zweitsitzplätze im garten können auch einfachere Beläge bekommen und lassen sich gestalterisch spannend gestalten: Beispielsweise können Sie einen solchen Platz mit Hilfe von Mäuerchen “versenken” oder an einen Hang angliedern.

Welche Steine eignen sich für die Verwendung im Garten?

Häufig entscheidet der Geldbeutel, welcher Stein im Garten Einsatz findet. Aber auch Fragen des Umweltschutzes sowie die zu erwartenden Transportwege und -kosten sollten in die Überlegungen mit einfließen.

Natursteine

Naturstein wird, wie der Name schon sagt, aus natürlichen Vorkommen gewonnen. Dabei wird grob zwischen Hart- und Weichgestein unterschieden, was für die Bearbeitung und den Einsatz im Garten von Bedeutung ist. Hartgesteine sind zum Beispiel Granit, Gneis, Porphyr und Basalt, die sehr hart, frostfest und von dauerhafter Haltbarkeit sind. Oft werden diese Steine für Mauern und als Pflastersteine verwendet, für Steinstelen sowie als Kantensteine. Weichgesteine sind zum Beispiel alle Kalkgesteine, Sandsteine, Schiefer und Marmor. Sie sind gut zu bearbeiten und eignen sich hervorragend als Gartenplatten und zum Bau von niedrigen Mauern und Treppen.

Beton und Betonsteine

Beton ist ein steinartiger Werkstoff, der sich ebenso wie Naturstein sehr vielseitig verwenden lässt. Dadurch ist er eine gute Alternative zu den teureren Natursteinen. Stark beanspruchte Flächen im Garten können mit Verbundsteinpflaster belegt werden, dessen einzelne Steine mit einer so genannten Verschleissschicht versehen sind. Diese ist besonders hart und hält auch größten Beanspruchungen stand.

Tipps

Klinker gibt es in vielen Farbschattierungen und ist deshalb, aber auch wegen seiner Haltbarkeit eine sehr gute Alternative zu Naturstein.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: R.H. Koenig/Shutterstock

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