Kletterrosen Rückschnitt
Kletterrosen sollten regelmäßig zurückgeschnitten werden

Kletterrosen richtig schneiden – Auf die Sorte kommt es an

Kaum eine andere Zierpflanze ist so variantenreich vertreten wie die Gattung Rosa. Die "Königin der Blumen" wurde bereits von den alten Griechen gezielt gezüchtet und erlebte schon in der frühen Zeit der Industrialisierung eine gärtnerische Hochzeit. Die so genannten Historischen Rosen sind allesamt Züchtungen aus der Zeit vor 1867 und sind heute noch in vielen Gärten zu finden. Insbesondere beim Rückschnitt von Kletterrosen ist die genaue Kenntnis der Rosensorte immens wichtig, da verschiedene Rosen auch unterschiedlich beschnitten werden müssen.

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Weshalb ein Rückschnitt so wichtig ist

Ein Rückschnitt ist insbesondere bei Kletterrosen sehr wichtig, damit die einzelnen Triebe nicht zu lang und damit zu schwach werden. Da dünne und schwache Triebe zugleich auch weniger Blüten hervorbringen, müssen sie durch gezielte Schnittmaßnahmen eingekürzt und somit gekräftigt werden. Außerdem sind geschwächte Pflanzen generell anfälliger für einen Befall mit Krankheitserregern bzw. Schädlingen.

Rückschnitt ist abhängig von der Rosensorte

Kletterrosen werden grob in einmalblühende Ramblerrosen und öfterblühende Kletterrosen unterschieden, wobei es auch öfterblühende Rambler gibt – so werden spezielle Varianten der Kletterrose bezeichnet, die besonders wuchsfreudig sind und weiche, sehr lange Triebe haben. Wesentlich für die Art und den Zeitpunkt des Rückschnitts ist jedoch nicht die Frage, ob es sich um eine Rambler- oder eine simple Kletterrose handelt, sondern die Art und Häufigkeit ihrer Blüte.

Einmalblühende Kletterrosen nach der Blüte beschneiden

Die einmalblühenden Rosensorten remontieren nicht, d. h. sie bilden nach ihrer Hauptblütezeit keine zweite Blüte aus. Diese Kletterrosen sind oftmals sehr starkwüchsig, können bis zu 12 Meter hoch werden und entwickeln zudem laufend neue Triebe. Die neuen Triebe dürfen Sie auf keinen Fall zurückschneiden, denn diese werden im Folgejahr die Blüten tragen. Einmalblühende Kletterrosen entwickeln grundsätzlich nur an mehrjährigen Trieben Blüten. Gehen Sie bei einem Schnitt wie folgt vor:

  • Schneiden Sie am besten direkt nach der Blüte.
  • Entfernen Sie alte, allmählich verkahlende Äste.
  • Auch dünnes und schwaches Holz sollte weggeschnitten werden.
  • Schneiden Sie diese Triebe so weit herunter wie es geht – am besten direkt zur Basis.
  • Sehr dicht wachsende Seitentriebe werden ausgelichtet, indem Sie einige bis auf drei oder vier Augen einkürzen.
  • Diesjährige Langtriebe nicht einkürzen.

Öfterblühende Kletterrosen im Frühjahr zurückschneiden

Im Gegensatz zu den einmalblühenden Sorten entwickeln öfterblühende Kletterrosen die gesamte Saison hindurch immer wieder neue Blüten – je nach Sorte unterschiedlich stark. Da die Pflanze so viel Energie in die Ausbildung ihres Blütenschmucks steckt, bleibt für das Triebwachstum jedoch nicht so viel übrig. Öfterblühende Kletterrosen sind demnach nicht so starkwüchsig und bleiben deutlich kleiner. Auch in der Art und den Zeitpunkt ihres Rückschnitts unterscheiden sie sich.

  • Diese Kletterrosensorten werden am besten im Frühjahr geschnitten.
  • Das Verschneiden sollte nur sehr vorsichtig erfolgen.
  • Schneiden Sie schwache und überalterte Triebe bis auf die Basis herunter.
  • Lichten Sie zu dicht stehende Seitentriebe aus.
  • Dünne Triebe werden bis auf das nächste kräftig entwickelte Auge zurückgeschnitten.

Frühjahr oder Herbst? Welcher Zeitpunkt ist für einen Rosenschnitt richtig?

Grundsätzlich gilt: Einmalblühende Ramblerrosen werden grundsätzlich nach der Blüte (ergo in der Regel im späten Sommer / frühen Herbst), öfterblühende Kletterrosen dagegen im Frühjahr geschnitten. Den richtigen Schnittzeitpunkt im Frühjahr erkennen Sie übrigens an den Knospen: Sobald diese sich verdicken, sollten Sie zur Schere greifen. Schneiden Sie aber nicht zu spät, d. h. niemals nach dem Austrieb. Ein solcher Schnitt führt zu einer Schwächung der Pflanze, die anschließend ihr Wachstum einstellen kann.

Worauf Sie beim Schneiden der Kletterrose noch achten sollten

Wie alle Rosen sind auch die verschiedenen Kletterrosen mehr oder weniger anfällig für Pilzerkrankungen, insbesondere für Mehltau o. ä. Aus diesem Grund gilt es, bei der Pflege besondere Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen – ganz besonders bei einem Rückschnitt. Durch die entstehenden Wunden können Krankheitskeime leichter eindringen und die Pflanze so infizieren, wobei vor allem bereits infiziertes Schneidewerkzeug als Überträger fungieren kann. Deshalb schärfen und desinfizieren Sie Ihre Rosenscheren vor jedem Rückschnitt und schneiden vor allem keine weiteren Pflanzen, ohne die Klingen zuvor noch einmal in ein Desinfektionsmittel bzw. hochprozentigen Alkohol getaucht zu haben. Außerdem sollten die Schnitte für eine bessere Wundheilung stets leicht schräg verlaufen. Größere Wunden sind mit einem Wundverschlussmittel zu behandeln.

Tipps

Grundsätzlich treiben Kletterrosen umso stärker wieder aus, je kräftiger sie zurückgeschnitten werden. Ein schwacher Rückschnitt hat ergo auch nur ein schwaches Wiederaustreiben zur Folge.

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