Schleierkraut

Mit unzähligen weißen oder rosa Sternenblüten kreiert Schleierkraut florale Opulenz im sonnigen Bauerngarten, dem Rosenbeet oder sandig-trockenen Staudenrabatten. Die üppige Staude ist viel zu schade, um sie auf ihre Funktion als Beigabe zum Blumenstrauß zu reduzieren. Erkunden Sie hier alle relevanten Details zur Kultivierung von Gypsophila paniculata.

Gypsophila paniculata
Schleierkraut macht sich nicht nur gut im Strauch sondern auch im Blumenbeet oder im Balkonkaste

Schleierkraut richtig pflanzen

Weisen Sie Schleierkraut einen vollsonnigen Standort zu, an dem magere, sandig-kiesige Erde dominiert. Je feinkrümeliger der Boden vorbereitet ist, desto vitaler entwickelt sich das fleischige, kräftige Wurzelsystem. Haben Sie Bedenken hinsichtlich der Durchlässigkeit, geben Sie feinen Splitt, Kies oder Sand zum Substrat hinzu. Kompost oder andere organische Bodenhilfsstoffe haben an Gypsophila paniculata nichts zu suchen. So pflanzen Sie Schleier-Gipskraut richtig:

  • Den noch eingetopften Wurzelballen in ein Gefäß mit Wasser stellen
  • Derweil eine geräumige Pflanzgrube ausheben
  • An der Sohle einen kleinen Hügel anlegen, um den ausgetopften Wurzelballen darauf zu platzieren
  • Bis zum unteren Blattpaar mit Substrat auffüllen, andrücken und gießen

Der kleine Hügel aus grobkörnigem Substrat wirkt Staunässe wirksam vor. Überdies trägt dieser gärtnerische Kniff dazu bei, dass winterliche Dauernässe keine Wurzelfäulnis verursacht.
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Pflegetipps

Es ist erstaunlich, aus welch kurzem Pflegeprogramm die lange Blütezeit von Gypsophila paniculata resultiert. Während auf Düngen ganz und gar zu verzichten ist, kommt Gießen immerhin bei sommerlicher Dürre in Betracht. Ein Rückschnitt der verblühten Stängel bis zum Laub lockt eine zweite Blütentracht hervor. Bis knapp über dem Boden schneiden Sie das Schleier-Gipskraut im Spätwinter ab. Breiten Sie bei winterlicher Nässe eine Schicht Reisig über dem Beet aus, bewahrt diese Umsicht die Staude vor Wurzelfäule.
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Welcher Standort ist geeignet?

Beheimatet in den sonnendurchfluteten, trocken-heißen Regionen Südeuropas, fühlt sich Schleierkraut im vollsonnigen Steingarten und Kiesbeet besonders wohl. Sandig-kiesig, mager und trocken sollte die Erde sein, damit die luftigen Blütenwolken prächtig gedeihen. Von Staunässe darf weit und breit nichts zu sehen sein, denn für feucht-nassen Boden ist die Prachtstaude nicht geschaffen.
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Der richtige Pflanzabstand

Ein klug gewählter Pflanzabstand trägt maßgeblich dazu bei, dass Gypsophila paniculata seinen luftig-leichten Blütenschleier in harmonischer Optik ausbreiten kann. Adäquat zu den verschiedenen Wuchshöhen und -breiten haben wir empfehlenswerte Pflanzabstände für Sie zusammengetragen:

  • Wuchshöhe 10-15 cm und Breite bis 30 cm ergibt einen Pflanzabstand von 20-30 cm
  • Wuchshöhe 20-30 cm und Breite 60-80 cm ergibt einen Pflanzabstand von 80 cm
  • Wuchshöhe 30-40 cm und Breite 20-30 cm ergibt einen Pflanzabstand von 30 cm
  • Wuchshöhe 80-100 cm und Breite 40-80 cm ergibt einen Pflanzabstand von 50 cm
  • Wuchshöhe 100-120 cm und Breite bis 80 cm ergibt einen Pflanzabstand von 70 cm

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Welche Erde braucht die Pflanze?

Überall dort, wo die Erde sandig-kiesig, trocken, mager und kalkhaltig strukturiert ist, entfaltet Gypsophila paniculata ihre grazile Blütenschönheit. Die kriechenden Arten verzieren die Krone einer Trockenmauer auf unnachahmliche Art, während die hoch gen Himmel ragenden Gipskräuter im gut durchlässigen Boden des Steingartens ein sommerliches Stelldichein geben. Für Kübelpflanzen empfehlen wir als Substrat eine magere Kräutererde, der Sie Vitalkalk oder Gesteinsmehl zufügen sowie feinen Splitt oder Sand.
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Was ist die beste Pflanzzeit?

Damit keine verspäteten Bodenfröste den hauchzarten Blütenschleier von Gypsophila paniculata beeinträchtigen, wählen Sie als Pflanzzeit einen Termin ab Mitte Mai. Sofern Sie den Herbst als klassischen Zeitpunkt für die Stauden-Pflanzung favorisieren, kommen Sie um einen adäquaten Winterschutz der Jungpflanze nicht herum. Belohnt wird die Mühe mit einem frühen Beginn der Blütezeit im nächsten Jahr ab Mitte April.
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Wann ist Blütezeit?

Arrangieren Sie früh blühende Arten mit später blühendem Gipskraut, schweben die duftigen Blütenwolken den ganzen Sommer durch den Garten. Niedriges Polster-Schleierkraut (Gypsophila repens) beispielsweise blüht bereits ab Mai bis in den Juli hinein, während Rispiges Schleierkraut (Gypsophila paniculata) von Juni bis September blüht.
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Schleierkraut richtig schneiden

Dreh- und Angelpunkt einer fachgerechten Pflege von Gypsophila paniculata ist der richtige Schnitt. So handhaben Sie das Thema mit Sachverstand:

  • Verwelkte Blütenrispen abschneiden nach der ersten Blüte, um Schleierkraut zur Nachblüte zu motivieren
  • Der erste Rückschnitt erfolgt bis zum Laub
  • Die Nachblüte wahlweise stehen lassen für die Selbstaussaat oder ebenfalls bis zum ersten Blattpaar abschneiden
  • Bodennahen Rückschnitt erst im zeitigen Frühjahr vornehmen

Verwenden Sie Gypsophila paniculata als Vasenschmuck oder Beiwerk zum Blumenstrauß, schneiden Sie die Blütenstängel am frühen Morgen, wenn sich zwei Drittel aller Knospen geöffnet haben.
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Schleierkraut gießen

Die zusätzliche Versorgung mit Wasser ist für das Wachstum und die Blütenfülle eines Gypsophila paniculata von nachrangiger Bedeutung. Einzig bei sommerlicher Trockenheit gießen Sie das Schleier-Gipskraut ein wenig. Kultiviert im Kübel, besteht erst dann Gießbedarf, wenn die oberen 5-6 cm des Substrats trocken sind.
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Schleierkraut richtig düngen

Schleierkraut zählt zu den seltenen Ausnahme-Pflanzen, an denen sich die Gabe von Dünger in jeglicher Form kontraproduktiv auswirkt. Selbst die Verwendung einer Mulchschicht aus organischen Materialien zieht für Gypsophila paniculata negative Auswirkungen nach sich, bis hin zur vollständigen Verweigerung der Blüte.
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Krankheiten

Kümmert ein Schleierkraut vor sich hin, während sich zugleich der Stängelgrund dunkel verfärbt, leidet die Pflanze unter einer Pilzinfektion. Als Übeltäter kommen verschiedene Sporenarten infrage, die allesamt ähnliche Symptome verursachen. Graben Sie die befallene Staude weiträumig aus, um eine weitere Ausbreitung im Garten zu verhindern. Damit das Dilemma sich nicht wiederholt, sollten Sie Gypsophila paniculata keiner Staunässe aussetzen, das Erdreich stets durchlässig halten und keinen Stickstoff-reichen Dünger verabreichen.
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Schädlinge

Schnecken und Kaninchen haben Schleierkraut zum Fressen gern. Da Sie es hier mit zwei ebenso hartnäckigen wie rabiaten Freßfeinden der Pracht-Staude zu tun haben, sind folgende Vorkehrungen unverzichtbar:

  • In Schnecken-verseuchten Lagen Gypsophila paniculata mit Schneckenkragen pflanzen
  • Rund um das Beet Wanderschranken auslegen oder einen Schneckenzaun errichten
  • Bei hohem Befallsdruck Spaltfallen mit Schneckenkorn aufstellen

Wildkaninchen halten Sie vom Grundstück fern mit einem Zaun aus Kaninchendraht, der bis 30 cm tief in den Boden reicht. Darüber hinaus bietet der Fachhandel spezielle Vergrämungsmittel an, bei deren Anwendung die Hasen Reißaus nehmen.
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Überwintern

Gypsophila paniculata gedeiht als vollkommen winterharte Staude. Während die oberirdischen Pflanzenteile im Verlauf des Winters eingezogen werden, überdauert der Wurzelballen im Boden selbst tiefste Minustemperaturen unbeschadet. Probleme bereitet lediglich zu viel winterliche Nässe, sodass wir eine großflächige Abdeckung mit Reisig empfehlen. Im Topf besteht regelmäßig das Risiko, dass der nahezu ungeschützte Wurzelballen durchfriert. Wickeln Sie Gefäße daher in Luftpolsterfolie ein und stellen sie auf Holz.
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Schleierkraut vermehren

Der emsige Sommerblüher bereitet im Ziergarten so viel Freude, dass sich der Wunsch nach weiteren Exemplaren regt. Wählen Sie unter den folgenden Vorgehensweisen für die Vermehrung, die allesamt unkompliziert von der Hand gehen:

  • Stecklinge schneiden, um sie während des Sommers im mageren Substrat bewurzeln zu lassen
  • Teilung des Wurzelballens im Frühjahr oder Herbst
  • Aussaat hinter Glas ab März

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Wie pflanze ich richtig um?

Da Gypsophila paniculata ein kräftiges, fleischiges Wurzelsystem entwickelt, gestaltet sich ein Umpflanzen der Staude als riskant. Ist ein Standortwechsel dennoch unvermeidlich, wählen Sie einen Termin im Frühjahr. Auf diese Weise steht ein ausreichend langer Zeitraum zur Verfügung für die erneute Verwurzelung bis zum Winter. Stechen Sie die Seitenwurzeln in einem Radius ab, der ungefähr der Wuchshöhe des Gipskrauts entspricht. Am neuen Beetplatz wird die Pflanze ausnahmsweise wiederholt gegossen, um die Bildung frischer Feinwurzeln zu forcieren.
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Schleierkraut im Topf

Mit Schleierkraut im Topf verwandelt sich der sonnige Balkon in ein weißes und rosafarbenes Blütenmeer. Um sich an dieser Pracht den ganzen Sommer hindurch zu erfreuen, verwenden Sie als Substrat eine magere Kräuter- oder Pikiererde. Geben Sie noch feinen Kies oder Sand hinzu, damit die erwünschte Durchlässigkeit garantiert ist. Eine Tonscherben-Drainage über dem Wasserablauf beugt schädlicher Staunässe vor. Gießen Sie Gypsophila paniculata nur bei Trockenheit und verabreichen Sie keinen Dünger. Schneiden Sie den ersten Blütenflor bis zum Laub ab, erscheint mit ein wenig Glück eine spätsommerliche Nachblüte. Vor dem ersten Frost packen Sie den Topf ein in Folie oder tragen ihn in ein frostfreies Winterquartier.
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Ist Schleierkraut giftig?

In kleiner Dosis geht von Schleierkraut eine heilsame Wirkung aus, die abzielt auf leichte Beschwerden im Halsbereich. In der Volksheilkunde hat Gipskraut indes an Bedeutung längst eingebüßt. Die in Gypsophila paniculata enthaltenen Saponine verursachen hingegen bei Mensch und Tier in größeren Mengen erhebliche Vergiftungserscheinungen. Lassen Sie daher Kleinkinder und Haustiere nicht unbeaufsichtigt in der Reichweite von Schleier-Gipskraut.
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Kann Schleierkraut getrocknet werden?

Es erscheint wie Zauberei und ist im Blumenreich eher selten, denn Gypsophila paniculata büßt nach dem Trocknen kaum etwas von seiner natürlichen Schönheit ein. Um die hauchzarten Blütenrispen für lange Zeit zu konservieren, gehen Sie so vor:

  • Die erblühten Stängel im trockenen Zustand abschneiden
  • Die Blätter im unteren Bereich entfernen
  • Das Schleierkraut in kleinen Sträußen mit Bast zusammenbinden

Kopfüber aufgehängt am luftigen, dunklen und regensicheren Ort, trocknen die Blumen innerhalb weniger Tage. So wie die Feuchtigkeit aus den Stängeln entweicht, ziehen Sie das Bindematerial leicht nach. Anschließend bewahren Sie das Schleierkraut bei Zimmertemperatur auf, damit es nicht zu rieseln beginnt.
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Schöne Sorten

  • Bristol Fary: Filigran verästeltes Gypsophila paniculata mit weißen Blüten über blaugrünem Laub; Wuchshöhe 80-100 cm
  • Rosenschleier: Zartrosa, gefüllte Kugelblütchen zeichnen diese sehr kompakte Sorte aus; Wuchshöhe 30-40 cm
  • Flamingo: Die Sorte besticht mit rosafarbenen Blütenwolken und langer Blütezeit bis in den Herbst; Wuchshöhe bis 120 cm
  • Schneeflocke: Hohes Schleierkraut der Extraklasse mit weißen, duftigem Blütenflor; Wuchshöhe bis 100 cm
  • Compacta Plena: Gefülltes Schleierkraut in Weiß, dank überhängendem Wuchs ideal für den Balkonkasten; Wuchshöhe 30 cm
Text: Paula Jansen
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