Tomaten düngen

Tomaten korrekt düngen – wichtige Nährstoffe zur rechten Zeit

Düngen alleine garantiert noch keinen erfolgreichen Tomatenanbau. Ohne zusätzliche Nährstoffe stehen die Starkzehrer freilich auf verlorenem Posten. Welcher Dünger empfehlenswert ist und wie er verabreicht wird, finden Sie hier heraus.

Ab wann werden Tomatenpflanzen gedüngt?

Eine Woche nach dem Pflanzen im Beet oder Kübel, erhalten Tomatenpflanzen ihre erste Dosis Dünger. Während Aussaat und Pikieren wirken sich zusätzliche Nährstoffe kontraproduktiv aus auf das Wachstum. Die Anzucht verfolgt das Ziel, dass die Pflanzen ein üppiges Wurzelsystem entwickeln. Finden sie die begehrte Nahrung sozusagen ‚vor der Haustüre‘, machen sie sich erst gar nicht auf die Suche danach.

Organische Dünger – im Dienste von Gesundheit und Natur

Im heimischen Nutzgarten dominieren natürliche Methoden in der Nährstoffversorgung. Seit die negativen Auswirkungen chemischer Präparate auf die Gesundheit und die Natur bekannt sind, favorisieren Hobbygärtner organische Dünger. Als Basis dienen pflanzliche und tierische Abfälle, die von fleißigen Mikroorganismen im Erdreich verarbeitet werden zu wertvollem Humus. Hier bedienen sich die Tomatenpflanzen mithilfe ihrer Wurzeln. Diese Dünger-Arten haben sich bewährt:

Kompost
Richtig aufgeschichtet, verwandeln sich Grünabfälle und ungekochte Küchenreste im Rahmen der Verrottung in ein üppiges Nährstoff-Buffet aus Stickstoff, Phosphor, Magnesium und Kalium.

  • vor dem Setzen der Tomaten gesiebten Kompost in den Boden einarbeiten
  • bis zum Blütenbeginn alle 14 Tage 2 Liter je Quadratmeter verabreichen
  • in der Folge die Dosierung erhöhen auf 3-5 Liter, je nach Tomatensorte

Hornspäne/Hornmehl
Hierbei handelt es sich um geraspelte Hufe und Hörner von Schlachtvieh, mit einem Stickstoffgehalt von 10 Prozent und mehr. So wenden Sie Hornspäne als Tomatendünger an:

  • als Dosierung 100 Gramm je Quadratmeter Gartenboden bzw. 100 Liter Substrat
  • idealerweise mischen mit gesiebtem Kompost und in den Boden einarbeiten

Pflanzenjauchen – insbesondere Brennnessel- und Beinwelljauche
Ideal für die Nährstoffversorgung von Tomaten im Beet und Gewächshaus. Die Jauche lässt sich ganz einfach selbst herstellen aus frischen oder getrockneten Pflanzenteilen.

  • Brennnesseljauche mit Beinwelljauche mischen und verdünnen im Verhältnis 1:10
  • alle 2 Wochen unmittelbar auf die Wurzeln sprühen
  • das Beet anschließend mulchen mit Brennnesselblättern und ausgegeizten Tomatentrieben

Weitere natürliche Dünger für prächtige Tomaten

Nicht jeder Garten bietet die Möglichkeit, einen Komposthaufen anzulegen. Ebenso kann sich längst nicht jeder Hobbygärtner mit dem unangenehmen Geruch von Brennnesseljauche anfreunden. Wie gut, dass Mutter Natur weitere organische Dünger bereithält:

Guano
Klingt nicht sonderlich appetitlich; die Exkremente südamerikanischer Seevögel liefern gleichwohl reichlich Stickstoff und Phosphor. Der Dung europäischer Seevögel ist durch Regen zu stark verwässert. Zur Verwendung wird Guano verarbeitet zu Flüssigdünger, Stäbchen oder Granulat:

  • von Mai bis Juli/August ein- oder zweimal im Monat applizieren
  • angemessen ist eine Dosierung von 2 Litern je 10 Quadratmeter

Stallmist
Kühe, Schweine und Pferde liefern den traditionellsten organischen Dünger. Insbesondere Pferdeäpfel enthalten Zellulose für die Stärkung der pflanzlichen Zellwände. Zu bedenken ist, dass Stallmist erst danach 12 bis 18 Monaten der Rotte zu verwenden ist.

  • kompostierten Mist unter die Beet- oder Kübelerde mischen
  • dient im Gewächshaus zum gemeinsamen Anbau von Tomaten und Gurken zugleich als natürlicher Wärmespender

Tomaten im Kübel natürlich düngen

Organische Dünger kommen für Kübelpflanzen zumeist nicht infrage. Das gilt ebenso für Tomaten im Topf oder Blumenkasten. Damit die Starkzehrer im eng begrenzten Raum des Pflanzgefäßes nicht darben müssen, stehen biologische Flüssigdünger im Fachhandel bereit. Die Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlicht regelmäßig sämtliche erlaubten Präparate für den Kleingarten.

Anwendungsempfehlungen:

  • ab der zweiten Woche nach dem Auspflanzen mit dem Düngen beginnen
  • bis zur Blüte alle 2 bis 3 Wochen nach Herstellerangaben verabreichen
  • nach dem Fruchtansatz wöchentlich applizieren
  • Flüssigdünger niemals auf angetrocknetes Substrat gießen

Im Zweifel geben Sie die geringere Dosis an die Tomatenpflanzen. Eine Unterversorgung lässt sich sehr viel unkomplizierter beheben, als eine Überdosierung rückgängig zu machen.

Nährstoffmangel rechtzeitig erkennen und beheben

Trotz einer ausgewogenen Düngung, kann es trotzdem zu Mangelerscheinungen an Tomaten kommen. Im Folgenden stellen wir Ihnen die häufigsten Symptome und deren Behebung vor:

  • kümmerlicher Wuchs deutet auf Stickstoffmangel hin: verstärkt düngen mit Brennnesseljauche und Hornspänen
  • färben Tomaten sich vom Blütenansatz her schwarz, leiden sie an Blütenendfäule: Stickstoffdünger reduzieren, Kalziumdünger erhöhen
  • junge gelbe Blätter signalisieren fehlendes Eisen, Kupfer oder Zink
  • ältere gelbe Blätter weisen hin auf Magnesiummangel, zu wenig Kalium oder Phosphor

Kommt es im Boden zu einem Mangel an Kalk, behindert dieser Umstand die Aufnahmefähigkeit der Wurzeln. Sofern Sie Ihre Tomaten überwiegend mit Regenwasser gießen, empfehlen wir eine regelmäßige Düngung mit Gesteinsmehl oder Algenkalk.

Tipps & Tricks

Ideal für die Bodenvorbereitung ist eine Gründüngung im Vorjahr oder zeitigen Frühjahr. Saatmischungen, wie ‚Bienenfreund‘, ‚Ringelblumen‘ oder ‚Studentenblumen‘ reichern das Erdreich an und beugen Krankheiten vor. Darüber hinaus locken die Pflanzen nützliche Hummeln und andere Bestäuber in den Garten. Vor der Pflanzung wird die Gründüngung einfach untergeharkt.

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