Tomaten pikieren

Tomatenpflanzen pikieren – Wie wird es richtig gemacht?

Eine gekonnte Aussaat wird belohnt mit vitalen Tomatenkeimlingen, die ein dynamisches Wachstum an den Tag legen. Vor dem Umzug ins Freiland, steht das Pikieren auf dem Plan. Die folgende Anleitung zeigt detailliert, wie es gelingt.

Zeitpunkt ist unübersehbar

Erfahrene Hobbygärtner pikieren Tomatenpflanzen nicht nach einem fest zementierten Zeitplan. Vielmehr achten Sie auf ein optisches Erkennungszeichen, das den richtigen Termin für die Vereinzelung signalisiert. Gedeiht über den beiden Keimblättern das erste ‚echte‘ Blattpaar, ist die Zeit reif. Der visuelle Unterschied zwischen beiden Blattarten ist so deutlich, dass selbst bei blutigen Anfängern kein Zweifel aufkommen kann.

Eine vorbildliche Erde zum Pikieren von Tomatenpflanzen

Die ausgesäten Samen von Tomatenpflanzen müssen zunächst in magerem Substrat zeigen, was in ihnen steckt. Für die reifenden Keimlinge steht nach dem Pikieren eine nahrhaftere Erde bereit, denn immerhin sollen die Winzlinge bis zum Auspflanzen im Mai eine Höhe von 30 bis 40 Zentimetern erzielen. Für die zweite Phase der Anzucht sind demzufolge diese Erdmischungen empfehlenswert:

  • Gemüseerde aus dem Gartencenter, zusätzlich abgemagert mithilfe von Quarzsand, Torf, oder Perlite
  • handelsübliche Einheits-Pikiererde auf der Basis von Grüngutkompost
  • Eigenmischung aus je 1 Teil Gartenerde, Rindenhumus und Sand mit 3 Teilen Kompost und 4 Teilen Perlite, Styroporkügelchen oder Torf

Um die Keimfreiheit zu garantieren, wird die Erdmischung noch sterilisiert. So stellen Sie sicher, dass sich keine Erreger von Krankheiten oder Eier von Schädlingen darin verbergen. Füllen Sie die Erde in eine feuerfeste Schale und stellen sie für 30 Minuten in den Backofen bei 150 Grad oder für 10 Minuten bei 750-800 Watt in die Mikrowelle.

Unkompliziertes Pikieren mit dem richtigen Zubehör

Die Zubehörliste für das Pikieren von Tomatenpflanzen ist zwar kurz; gleichwohl trägt jede Position zum erfolgreichen Verlauf der etwas heiklen Prozedur bei. Sinnvoll ist auf jeden Fall ein spezieller Pikierstab aus Holz, Metall oder Kunststoff. Das Werkzeug kostet nur wenige Euro, übertrifft an Funktionalität freilich jede Behelfsmethode. Als geeignete Pflanzgefäße kommen folgende Varianten in die engere Wahl:

  • Tontöpfe mit 10 Zentimetern Durchmesser
  • 9-Zentimeter-Kunststoff-Töpfe
  • Maxi Torfquelltöpfe von Jiffy

Tontöpfe werden vor ihrer Verwendung ausgiebig gewässert, damit sie den Tomatenpflanzen keine Feuchtigkeit entziehen. Kunststoff-Töpfe sind nur geeignet mit einer Bodenöffnung als Wasserablauf, zur Vorbeugung gegen Staunässe. Wenn Sie in Torfquelltöpfe pikieren, pflanzen Sie später diese mitsamt den Tomatenpflanzen um ins Beet oder den Topf.

Stressfrei pikieren – Schritt-für-Schritt Anleitung

Tomatenpflanzen sind zu keiner Zeit fragiler, als während des Pikierens. Es ist daher ratsam, jeden Keimling einzeln umzupflanzen. Zwei bis drei Stunden zuvor werden die Pflänzchen gründlich gewässert, was den gesamten Arbeitsablauf erleichtert. Die Töpfe füllen Sie etwa 5 Zentimeter hoch mit Substrat. Verwenden Sie Ton- oder Kunststoffgefäße, kommt über die Bodenöffnung eine Drainage aus Kieselsteinen oder Splitt. So geht es weiter:

  • mit dem Pikierholz die Erde um den Keimling herum auflockern
  • die Pflanze herausheben und die Wurzeln begutachten
  • zu lang geratene Wurzeln mit den Fingernägeln bis auf 2 Zentimeter Länge einkürzen
  • mit dem Pikierstab eine Mulde ins Substrat drücken, um den Keimling einzusetzen
  • die restliche Erde bis unter die Keimblätter einfüllen und andrücken

Das Substrat bildet idealerweise einen kleinen Rollkragen um den Stängel unterhalb der Keimblätter. Da Tomatenpflanzen fähig sind zur Bildung von Adventivwurzeln an dieser Stelle, fördern Sie somit die Stabilität für das weitere Wachstum. Handelt es sich um veredelte Keimlinge, darf die Veredelungsstelle nicht bedeckt werden mit Erde. Zu guter Letzt gießen Sie die Jünglinge noch an mit zimmerwarmem Wasser.

Angemessene Pflege nach dem Pikieren

Die ersten drei bis vier Tage nach dem Pikieren dürfen sich die Tomatenpflanzen erholen am einem warmen Platz im Halbschatten. Erst daran anschließend wechseln sie an einen hellen Standort. Damit die Jungpflanzen nicht vergeilen, müssen Temperaturen und Lichtverhältnisse in einer geeigneten Balance gehalten werden. Je höher die Quecksilbersäule steigt, desto mehr Licht muss zur Verfügung stehen.

Direkter Sonneneinstrahlung sollten Tomatenpflanzen in dieser Phase des Wachstums nicht ausgesetzt werden. Erst in der Woche vor dem Umzug ins Freiland, werden sie tagsüber stundenweise an unmittelbares Sonnenlicht gewöhnt. Eine konstante Bewässerung ist dabei besonders wichtig, um den Feuchtigkeitsverlust auszugleichen. Dünger erhalten Tomatenpflanzen frühestens in der zweiten Woche nach dem Auspflanzen.

Tipps & Tricks

Wer seinen Tomatenkeimlingen das ultimative Substrat bieten möchte, verwendet als Pikiererde Vermiculite. Das natürliche Silikat aus Aluminium, Eisen und Magnesium ist mineralisch, keimfrei und toppt jede Erdmischung. Vermiculite fördert das Wurzelwachstum, wobei es gleichzeitig Wasser speichert und ausgezeichnet durchlüftet wird. Es hat allerdings seinen Preis mit 39 Euro für 100 Liter.

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