Tomaten selber züchten – eine Anleitung bis zum Ernteglück

Der Anbau von Tomaten hat den Ruf, schwierig und herausfordernd zu sein. Lassen Sie sich mit der folgenden Anleitung vom Gegenteil überzeugen. So züchten Sie Tomaten selbst - gänzlich ohne grünen Daumen.

Tomaten züchten

Anzucht und Pikieren leicht gemacht

Auf der sonnigen Fensterbank startet im März die Anzucht durch Aussaat. Nachdem die Samen einige Stunden in Wasser oder Kamillentee einweichten, werden sie ausgesät in magerem Substrat. Die Lichtkeimer erhalten eine hauchdünne Schicht aus Sand oder Erde, um ganz behutsam befeuchtet zu werden. Verwöhnt mit warmen Temperaturen von 20 bis 24 Grad Celsius, keimen sie innerhalb von 10 bis 14 Tagen.

Damit die Keimlinge nicht vergeilen, siedeln sie um an einen kühleren und zugleich helleren Platz. Pikiert werden die Pflänzchen, sobald sich das zweite Blattpaar zeigt. Vorsichtig umgepflanzt in Einzeltöpfe mit nahrhafter Erde, schreitet das Wachstum nun zügig voran. In dieser Phase dürfen die Keimlinge weder vertrocknen, noch ertränkt werden. Volle Sonne vertragen sie noch nicht.

Fachgerecht pflanzen und pflegen

Nach den kalten Tagen rund um die Eisheiligen geht es hinaus ins Freiland. Am sonnigen Standort werden Beeterde und Kübelsubstrat angereichert mit Kompost. Pflanzen Sie die jungen Tomaten so tief, dass die Erde an die unteren Blätter heranreicht. Im Auge behalten Sie dabei einen Pflanzabstand von 60-80 Zentimetern. Eine Rankhilfe unterstützt von Beginn an ein aufrechtes, stabiles Wachstum. Die zentralen Pflegefaktoren sind:

  • regelmäßig bewässern, ohne das Laub zu benetzen
  • ab der zweiten Woche alle 14 Tage organisch düngen
  • während der gesamten Saison alle paar Tage überflüssige Seitentriebe ausgeizen
  • Konkurrenztriebe zum Stamm an der Basis ausbrechen
  • lange Ranken permanent an den Rankhilfen anbinden
  • wiederholt mulchen im Umkreis von 10 Zentimetern um den Wurzelhals

Von zentraler Bedeutung ist ein zuverlässiger Regenschutz. Finden Tomaten keinen Platz im Gewächshaus, überdachen Sie die Pflanzen mit einem Tomatenhaus oder einer speziellen Haube. Andernfalls droht mit jedem Regenschauer ein Befall durch Krautfäule.

Im Gewächshaus und auf der Fensterbank bestäuben

Emsige Hummeln und Bienen gelangen in geschlossenen Räumen nicht an die Blüten von Tomatenpflanzen, um dort als Bestäuber zu agieren. Diese Funktion übernimmt der Hobbygärtner. Unmittelbar nach der Blüte werden die Pflanzen zur Mittagszeit geschüttelt. Alternativ streichen Sie mit einem Pinsel über die Blüten, damit sich die Pollen für die Befruchtung verteilen.

Tipps & Tricks

Werfen Sie ausgegeizte Teile von Tomaten nicht weg. Getrocknet und verbrannt, verwandeln sie sich in einen ausgezeichneten Dünger für den Anbau im nächsten Jahr. Die Asche ist besonders reich an Kalium. Diesen Nährstoff benötigen Tomatenpflanzen noch dringender, als Stickstoff, denn er fördert die Fruchtbildung.

Text: Paula Jansen

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