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Tomatensamen aus Tomaten ziehen: So geht’s richtig

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Die eigenen Tomaten zu ziehen ist ein lohnendes Unterfangen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie aus reifen Tomaten Samen gewinnen, Jungpflanzen heranziehen und im Garten oder Topf kultivieren.

Tomatensamen aus Tomaten ziehen

Geeignete Tomatensorten für die Samengewinnung

Nicht jede Tomatensorte eignet sich gleichermaßen für die Gewinnung von Samen. Samenfeste Sorten sind die beste Wahl, da sie die Eigenschaften der Mutterpflanze an die nächste Generation weitergeben. F1-Hybride hingegen sind Kreuzungen verschiedener Sorten, deren Nachkommen unvorhersehbare Eigenschaften entwickeln können. Wählen Sie immer vollreife, gesunde und unbeschädigte Tomaten, um die Keimfähigkeit der Samen zu gewährleisten.

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Gewinnung der Samen

Es gibt zwei bewährte Methoden, um Samen aus Tomaten zu gewinnen: die Trockenmethode und die Nassgärung, beide haben ihre Vor- und Nachteile.

Trockenmethode

Die Trockenmethode ist schneller und einfacher durchzuführen. Hier die Schritte:

  1. Tomaten waschen und halbieren.
  2. Samen mit einem Löffel aus der Tomate schaben und samt Fruchtfleisch auf mehrlagiges Küchenpapier verteilen.
  3. Samen gleichmäßig verteilen, sodass sie nicht aneinander haften.
  4. An einem warmen, luftigen Ort etwa zwei bis drei Wochen trocknen lassen.
  5. Vollständig getrocknete Samen in einem luftdichten Behälter aufbewahren.

Nassgärung

Die Nassgärung ist etwas aufwendiger, führt jedoch schneller zur Keimfähigkeit der Samen:

  1. Tomaten waschen und halbieren oder vierteln.
  2. Fruchtfleisch samt Samen in ein Glas mit lauwarmem Wasser geben und das Glas mit Frischhaltefolie abdecken.
  3. Das Glas an einem warmen Ort für ein bis drei Tage stehen lassen. Einmal täglich umrühren.
  4. Keimfähige Samen sinken zu Boden, während das restliche Fruchtfleisch und nicht keimfähige Samen oben schwimmen und abgeschöpft werden.
  5. Nach der Gärung die Samen in einem Sieb unter fließendem Wasser gründlich abspülen.
  6. Die gereinigten Samen auf Küchenpapier oder Kaffeefiltern ausbreiten und an einem luftigen Ort trocknen lassen.

Trocknen und Lagern der Samen

Unabhängig von der gewählten Methode müssen die Samen sorgfältig getrocknet werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Verteilen Sie die Samen an einem warmen, luftigen Ort auf Kaffeefilter, Küchenpapier oder Backpapier. Nach dem Trocknen bewahren Sie die Samen in einem luftdichten Behälter an einem kühlen, dunklen Ort auf. Optimal sind Temperaturen zwischen 2 und 12 Grad Celsius. Samenfeste Tomatensorten bleiben unter diesen Bedingungen etwa fünf bis acht Jahre lang keimfähig.

Aussaat der Samen

Der optimale Zeitpunkt für die Aussaat der Tomatensamen ist Anfang bis Mitte März.

Vorbereitung der Aussaat

Beginnen Sie mit der Anzuchterde, die in die Gefäße gefüllt und leicht angefeuchtet wird. Legen Sie die Samen im Abstand von etwa 3 cm auf die Erde und bedecken Sie sie leicht mit Erde. Anschließend vorsichtig befeuchten und die Gefäße abdecken. Stellen Sie die Gefäße an einen hellen, warmen Ort mit etwa 20-24 Grad Celsius.

Pflege der Keimlinge

Entfernen Sie täglich kurz die Abdeckung der Gefäße, um die Luftzirkulation zu ermöglichen und Schimmelbildung zu vermeiden. Halten Sie die Erde stets feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. Nach etwa 10-14 Tagen sollten die ersten Keimlinge sichtbar sein.

Pikieren der Jungpflanzen

Sobald die Jungpflanzen zwei bis drei Blätter entwickelt haben, können sie in größere Töpfe umgepflanzt werden.

Vorgehen beim Pikieren

  1. Sämlinge vor dem Pikieren gut wässern.
  2. Kleine Töpfe mit nährstoffarmer Anzuchterde füllen.
  3. Ein Loch in die Erde bohren, das die Wurzeln der Sämlinge aufnehmen kann.
  4. Sämlinge vorsichtig aus der Erde holen und in das vorbereitete Loch setzen. Setzen Sie die Pflanzen tiefer als vorher ein, bis knapp unter die ersten Blätter.
  5. Die Erde leicht andrücken und die Pflanzen vorsichtig anfeuchten.

Stützstäbchen können hinzugefügt werden, um den Pflanzen zusätzlichen Halt zu geben.

Abhärten der Jungpflanzen

Bevor die Jungpflanzen ins Freie gepflanzt werden können, müssen sie an die Außenbedingungen gewöhnt werden, ein Prozess, der als Abhärten bekannt ist.

Vorgehen beim Abhärten

  1. Ab Ende April bis Ende Mai die Pflanzen für einige Stunden täglich an einen halbschattigen, windgeschützten Platz im Freien stellen.
  2. Die Dauer des Aufenthalts im Freien allmählich verlängern.
  3. Bei Regen oder starkem Wind die Pflanzen schützen oder ins Haus zurückstellen.
  4. Nach und nach der direkten Sonneneinstrahlung aussetzen, um Sonnenbrand zu vermeiden.
  5. Sobald die Pflanzen robust genug sind und keine Frostgefahr mehr besteht, können sie endgültig ins Freie gepflanzt werden.

Dieser Prozess stärkt die Pflanzen und bereitet sie optimal auf das Wachstum im Garten oder im Topf vor.