Tomaten in Hülle und Fülle – so gelingt die Vermehrung

Von der dürftigen Auswahl an Saatgut und Frischware im Handel lassen sich geübte Hobbygärtner nicht irritieren. Alte , neue und seltene Tomatensorten vermehren Sie ganz einfach selbst. So gelingt es mit Samen und Stecklingen.

Tomaten vermehren

Saatgut selbst gewinnen und aussäen

Die vollreifen Früchte samenfester Tomatensorten bergen eine Fülle geeigneter Samen für die Aussaat. Unmittelbar nach der Ernte werden die Tomatenkörner einer natürlichen Gärung unterworfen, um ihre Keimfähigkeit zu konservieren. Zu diesem Zweck löffeln Sie die Samen mitsamt dem Fruchtfleisch in einen Behälter und übergießen die Masse mit Wasser. Abgedeckt mit Klarsichtfolie, löst sich die gallertartige Hülle und gibt die Samen frei.

Nachdem die Tomatenkerne getrocknet sind, werden sie in einem Behälter oder in Papiertütchen am kühlen, dunklen Ort aufbewahrt.

Startschuss für die Aussaat fällt Mitte Februar

Da im hiesigen Klima eine Anzucht hinter Glas sinnvoll ist, kommen die selbst geernteten Tomatensamen ab Mitte Februar zum Einsatz. So gehen Sie bei der Aussaat vor:

  • das Saatgut für 6 Stunden im warmem Kamillentee quellen lassen
  • Saatschale oder Töpfchen mit Torf-Sand, Aussaaterde oder Kokosfasern zu zwei Drittel füllen
  • im Abstand von 3 Zentimetern die Samen 0,5 Zentimeter tief ins Substrat stecken und befeuchten

Bei einer konstanten Temperatur von 18 bis 24 Grad am halbschattigen Fensterplatz, beträgt die Keimdauer durchschnittlich 10 bis 14 Tage. Die Sämlinge werden pikiert , wenn sich das zweite oder dritte echte Blattpaar entwickelt hat.

Tomaten vermehren mit Stecklingen

So manchem Hobbygärtner blutet das Herz, wenn er die gesunden Geiztriebe auf dem Kompost entsorgt. Verwenden Sie das Pflanzenmaterial doch einfach zur Stecklingsvermehrung. So funktioniert es:

  • nach dem Ausgeizen die kräftigsten Triebe aussortieren
  • kleine Töpfe mit luftig-lockerer Gemüseerde füllen
  • je einen Steckling darin zu zwei Drittel einpflanzen
  • im Gewächshaus oder am halbschattigen, geschützten Ort im Garten aufstellen

Bei Temperaturen von 20 bis 25 Grad Celsius werden die umfunktionierten Geiztriebe konstant feucht gehalten. Nach einer Woche haben sich bereits Wurzeln gebildet. Nun dürfen die jungen Tomatenpflanzen in die Sonne und werden wie adulte Exemplare gepflegt .

Tipps & Tricks

In verdünntem Knoblauchsaft eingeweichte Tomatensamen erweisen sich im Rahmen der Aussaat als deutlich resistenter gegenüber einem Befall durch Schimmel. Wen der Geruch zu sehr stört, fügt noch eine Prise feines Gesteinsmehl oder Holzkohleasche hinzu.

Text: Paula Jansen
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