Eine Spritztour durch die kunterbunte Welt der Tomatensorten

Damit Sie sich im schier unübersehbaren Angebot facettenreicher Tomatenpflanzen schneller zurechtfinden, möchte die folgende Übersicht einen nützlichen Beitrag leisten. Eine Rundreise von mächtigen Fleischtomaten zu winzigen Cocktailtomaten.

Tomatensorten

Fleischtomaten – gewaltig in Ausmaß und Geschmack

Sie sind die Herrscher unter den Tomatenpflanzen. An die Größe und Ertragsstärke von Fleischtomaten reicht keine andere Sorte heran. Im Durchmesser größer als 10 Zentimeter, übertrifft das Gewicht einer einzelnen Fleischtomate mitunter die 1.000-Gramm-Marke. Die folgende Übersicht stellt Ihnen die beliebtesten Sorten und ihre Eigenschaften vor.

  • Country Taste F 1: rote Früchte mehr als 500 Gramm, von Natur aus resistent gegen viele Krankheiten, ertragreich
  • Sandul Moldovan: hellrote Früchte, 200-500 Gramm, robuste Sorte aus Russland
  • Schwarzer Prinz: populäre, dunkelfarbige Fleischtomate, dünnschalig, sehr saftig, 150-350 Gramm schwere Früchte
  • Great White: cremefarbene Tomaten mit mildem Aroma, 150-250 Gramm
  • Grüne Helarios: der Star unter den grünen Fleischtomaten, samenfest, ertragreich

Stabtomaten – normal große Sorten auf höchstem Niveau

Tomatenpflanzen mit roten, runden Früchten, um 100 Gramm schwer, stellen die weitaus größte Sortengruppe dar. Da sie überwiegend am stützenden Stab angebaut werden, bezieht sich ihre gängigste Bezeichnung auf diese Eigenschaft. Die folgende Übersicht umreißt die populärsten Vertreter:

  • Harzfeuer: bestens bewährte rote Tomatensorte, leckere Früchte 60-80 Gramm, Wuchshöhe bis 250 Zentimeter
  • Berner Rose: bekannte Sorte mit roten Früchten bis 300 Gramm, Wuchshöhe bis 200 Zentimeter, robust und sehr wüchsig
  • Picolino: leckere Obsttomate mit hohem Ertrag, Wuchshöhe bis 4 Meter
  • Sacher F1: ein Highlight unter den dunklen Tomaten, Wuchshöhe bis 200 Zentimeter, Früchte 100 Gramm

Cocktailtomaten – die Universaltalente

Sie erfreuen sich großer Beliebtheit unter Hobbygärtnern, denn Cocktailtomaten gedeihen im Freiland, im Gewächshaus und auf dem Balkon gleichermaßen verschwenderisch. Die mundgerechten Früchte lassen sich im Vorübergehen einfach naschen, sodass auch gemüseresistente Kinder hier munter zugreifen. Die folgenden Tomatenpflanzen haben das Zeug zu Ihrer nächsten Lieblingssorte:

  • Capriccio F1: aromatische Cherrytomate, bis 4 Meter hoch wachsend, kurze Reifezeit, ertragstark
  • Splash of Cream: rund, rot, bis 50 Gramm, erfrischend im Geschmack
  • Carabobo: ovale, rote Tomaten, mild im Geschmack, Wuchshöhe 120-250 Zentimeter
  • Die kleinen Mohren: braune, ovale Früchte, früh reifend, hängender Wuchs ideal für die Ampel
  • Stupice: die früheste Cocktailtomate, trotzdem aromatisch im Geschmack

Buschtomaten – wenig Pflege – jede Menge Geschmack

Typisches Merkmal von Buschtomaten ist ihr breit verzweigtes Wachstum. Daher werden sie häufig als Strauchtomaten bezeichnet. Da diese Tomatenpflanzen zugleich in der Höhe determiniert sind, resultiert daraus ein vergleichsweise geringer Aufwand in der Pflege. Umständliches Ausgeizen entfällt bei diesen Tomatensorten in der Regel. Eine Rankhilfe ist ebenfalls nicht immer erforderlich. Eine Übersicht mit den herausragenden Buschtomatensorten:

  • Balkonstar: begrenzte Höhe bis 40 Zentimeter, rote Früchte bis 30 Gramm, samenfest, ertragstark
  • Gold Nugget: gold-gelbe Früchte bis 15 Gramm, dünnschalig, samenfest, Wuchshöhe maximal 80 Zentimeter
  • Hoffmanns Rentita: populäre Sorte mit 60-80 Gramm schweren Früchten, flexibler Wuchs bis 100 Zentimeter
  • Dubok: sehr robuste Buschtomate, kugelrunde, glatte Früchte in hellrot, resistent und ertragreich
  • Indian Mayan: eiförmige, rote Früchte, ausgeprägte Fruchtspitze, aromatischer Geschmack, 50-80 Zentimeter hoch

Wildtomate – urwüchsige Sorten mit rauem Charme

Nur wenige Tomatenpflanzen konnten ihren authentischen Charakter bewahren. Wildtomaten sind ein leuchtendes Beispiel dafür, dass es auch ohne die Hand des Züchters geht. Die folgenden Sorten gedeihen im Hobbygarten ebenso, wie in ihrem Ursprungsland. Daher verfügen wilde Tomaten über eine hohe Resistenz gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Überzeugen Sie selbst davon, dass diese Vorteile nicht zulasten des Geschmacks gehen müssen.

  • Humoldtii: anspruchslose Wildtomate mit kirschgroßen, roten Früchten, normalblättrig, bis 2,50 Meter hoch
  • Galapagos Tomate: reichtragend, würzig-milde und säurearme Früchte, sehr glatte, gelbe Schale
  • Red Currant: populäre rote Johannisbeer-Wildsorte, der Favorit für Ihre Kinder mit fruchtigem Geschmack
  • Gelbe Johannisbeertomate: urige, gelbe Tomaten an langen Rispen, kurze Reifezeit, hoher Ertrag
  • Mexikanische Wildtomate: liefert bis zu 400 Tomaten, sehr wüchsig und resistent

Eine Rarität unter den Wildtomaten kommt unter dem Sortennamen Tindindogo daher. Sie stammt aus Kenia und überzeugt mit unzähligen, zuckersüßen Minitomaten. Ihr eilt der Ruf voraus, dass sie sich erst sehr spät in einer regenreichen Saison der Krautfäule geschlagen gibt.

Tipps & Tricks

Eine Wildtomate der ganz besonderen Art trägt den gruseligen Namen Menschenfressertomate. Sie gedeiht auf den Fidschi-Inseln und liefert 2 Zentimeter kleine Tomaten. Der Legende nach diente sie den Kannibalen als Zutat, um Menschenfleisch genießbarer zubereiten zu können. Heute fungiert sie unter dem Sortennamen ‚Poro Poro‘ als robuste Unterlage bei der Veredelung von Tomatenpflanzen, Gemüse- und Obstpflanzen.

Text: Paula Jansen
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