Samen trocknen: So gewinnen Sie Ihr eigenes Saatgut

Haben Sie einmal den Erntezeitpunkt verpasst und das Gemüse ist geschossen oder haben die Blumen Samen angesetzt, müssen Sie sich nicht ärgern. In der Entnahme des eigenen Saatguts finden Sie eine sinnvolle Verwertung. Das schont sogar noch den Geldbeutel und der Kreislauf des Eigenanbaus schließt sich. Wichtig ist allerdings, dass Sie die Samen richtig trocknen, damit sie den Winter schimmelfrei überstehen und im nächsten Jahr zuverlässig keimen.

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Das Trocknen der Samen ist essentiell, bevor das Saatgut gelagert werden kann

Samen ernten

Bringen Sie feuchtes Saatgut ein, ist die Gefahr, dass dieses verdirbt, relativ hoch. Ernten Sie deshalb ausschließlich an trockenen Tagen.

  • Schneiden Sie die voll ausgereiften Samenstände von Blühpflanzen mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere ab. Diese erkennen Sie an den dunkel gefärbten Hülsen. Stellen Sie diese umgedreht in ein Glas.
  • Bei Gemüsepflanzen trägt die Frucht die Samenkörner in sich. Geben Sie das Fruchtfleisch für ein bis zwei Tage in ein Glas mit Wasser. Durch den einsetzenden Gärprozess lösen sich die Reste sowie die keimhemmende Schicht von den Samen.
  • Bei Gemüsesorten wie Mangold, Rucola oder Zwiebel lassen Sie die Pflanze aufblühen und verfahren im Anschluss wie mit einjährigen Sommerblumen.
  • Bei Erbsen oder Bohnen legen Sie einfach einige Schoten zur Seite.

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Feine Blumensamen auffangen

Die Samenstände der Blüten können Sie nach dem Trocknen gegen die Glasränder schlagen. Dadurch löst sich das Saatgut aus den Hülsen. Geben Sie anschließend alles in ein Teesieb, das Sie über ein weißes Blatt Papier halten. Die kleinen, durch das feine Netz fallenden Saatkörner sind so gut zu erkennen.

Samen trocknen

Damit die Samenkörner nicht schimmeln, müssen sie vollständig durchtrocknen:

  • Breiten Sie an einem dunklen, nicht zu warmen Platz, Küchenkrepp, Zeitungspapier oder Karton aus.
  • Legen Sie die Samen darauf.
  • Gelegentlich umschichten, damit die Saatkörner gleichmäßig trocknen.
  • Sammeln Sie viele Samen, sollten Sie neben jede Saatgutsorte ein Schildchen legen, damit Sie die Körnchen auch nach der Trocknungszeit von etwa einer Woche unterscheiden können.

Nach der Trocknung in Briefumschläge oder kleine Papiertütchen verpacken, beschriften und die Samen an einem trockenen, dunklen Ort lagern. Unter idealen Lagerungsbedingungen bleiben sie drei bis fünf Jahre keimfähig.

Tipps

Nur Saatgut von samenfesten Pflanzen vererbt die Merkmale entsprechend jenen des Vorjahres. F1-Hybriden bilden zwar ebenfalls Samen, diese sind jedoch nicht samenfest. So kann es Ihnen passieren, dass beispielsweise bei Kürbissen nicht mehr alle die gleiche Farbe oder Form haben und sich sogar im Geschmack unterscheiden.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: layangseta/Shutterstock

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