Nur optimal gelagerte Samen behalten die volle Keimfähigkeit

Ein Samentütchen enthält oft mehr Samen, als für eine Aussaat benötigt werden. Den Rest wegzuwerfen ist viel zu schade. Wie können wir sie bis zum nächsten Jahr sicher aufbewahren? Und vielleicht sogar noch länger?

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Samen sollten luft- und lichtdicht verpackt gelagert werden

Samen sind nicht unbegrenzt keimfähig

Samen sind so klein und doch so wertvoll: Aus ihnen entwickelt sich neues Leben. Deswegen sind sie mit allem ausgestattet, was für einen erfolgreichen Start benötigt wird. Doch diese Reserven werden mit der Zeit abgebaut und die Keimfähigkeit nimmt ab. Verschiedene Einflüsse am Lagerort können diesen Vorgang sogar noch beschleunigen.

Mindesthaltbarkeitsdatum

In ihren Eigenschaften sind Samen so individuell wie die Pflanzen, die aus ihnen sprießen. Manche zeichnen sich durch eine jahrelange Keimfähigkeit aus, andere wiederum dürfen wie nur für eine Saison aufbewahren.

Auf so gut wie jedem Samentütchen ist das Mindesthaltbarkeitsdatum aufgeprägt, dabei ist diese Angabe keine Pflicht. Auf dieses Datum ist auch kein sicherer Verlass, denn die Lagerbedingungen bestimmen die Keimfähigkeit maßgeblich mit.

Optimale Lagerbedingungen

Die artbedingte Keimfähigkeit bleibt nur erhalten, wenn Sie die trockenen Samen optimal aufbewahren:

  • luftdicht verpackt
  • z. B. in dicht schließende Gläser
  • kühl, dunkel und trocken
  • Silicagel entzieht Feuchtigkeit

Tipps

Wenn Sie die Möglichkeit haben, dann bewahren Sie das Saatgut in einem unter Vakuum verschweißten Beutel, den Sie in eine dunkle Dose legen.

Samen selber sammeln und lagern

Ob Blumen oder Gemüsepflanzen, fast alle bilden zum Saisonende reichlich Samen aus. Das Sammeln macht zwar etwas Arbeit, dafür ist das Saatgut kostenlos. Doch Samen, die aus dem eigenen Garten stammen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit sich die Lagerung lohnt:

  • sie müssen von samenechten Pflanzen stammen
  • die Samen müssen ausgereift sein
  • zudem von Fruchtfleisch bzw. Pflanzenresten befreit
  • Samen müssen vor der Lagerung erst trocknen
  • feuchte Samen können schimmeln

Samenbehälter beschriften

Bewahren Sie die Samen in der Originalverpackung, damit Sie sie jederzeit und eindeutig zuordnen können. Wenn Sie die Samen selbst gesammelt haben, sollten sie die Aufbewahrungsbehälter entsprechend mit dem Pflanzennamen und Datum beschriften. Hilfreich ist auch der Vermerk über die arttypische Keimfähigkeitsdauer.

Keimfähigkeit testen

Auch beste Lagerbedingung sind keine Garantie, dass aus den Samen neue Pflanzen entstehen. Da den Samen die Keimfähigkeit meist nicht anzusehen ist, hilft ein kleiner Test. Dafür werden einige Samen auf feuchtes Küchenpapier gestreut und nach ein paar Tagen das Ergebnis begutachtet. Wenn nur ein Teil der Samen gekeimt ist, muss neues Saatgut gekauft oder dichter ausgesät werden.

Text: Daniela Freudenberg
Artikelbild: Mona Makela/Shutterstock
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