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Tomaten befruchten: So gelingt die Bestäubung im Gewächshaus

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Tomatenpflanzen sind selbstbefruchtend, profitieren aber von Wind und Insekten. Dieser Artikel beleuchtet die Bestäubung, gibt Tipps für die manuelle Befruchtung und erläutert optimale Bedingungen für eine reiche Ernte.

Tomaten befruchten

Selbstbefruchtung bei Tomaten

Tomatenpflanzen sind selbstfruchtbar, das heißt, sie können sich selbst befruchten. Die zwittrigen Blüten besitzen sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane. Die Pollen werden in nahegelegene Narben freigesetzt, was eine Selbstbestäubung ermöglicht.

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Rolle von Wind und Insekten

Obwohl Tomaten selbstbefruchtend sind, unterstützen Wind und Insekten den Befruchtungsprozess. Windbewegungen schütteln die Pflanzen und verteilen den Blütenstaub. Insekten wie Hummeln und Bienen tragen durch Vibrationen zur Pollenfreisetzung und -verteilung bei, wobei Hummeln besonders effektiv sind.

Manuelle Bestäubung

In Gewächshäusern, wo Wind und Insekten fehlen, kann eine manuelle Bestäubung notwendig sein. Methoden dafür sind:

  • Schütteln der Pflanze: Leichtes Schütteln löst die Pollen von den Staubblättern und überträgt sie auf den Stempel.
  • Elektrische Zahnbürste: Die Vibrationen einer elektrischen Zahnbürste fördern die Pollenfreisetzung.
  • Weicher Pinsel: Ein Pinsel kann verwendet werden, um die Pollen von den Staubblättern auf den Stempel zu übertragen. Der beste Zeitpunkt ist früh am Vormittag, da die Pollen noch feucht und klebrig sind und besser haften.

Optimale Bedingungen für die Befruchtung

Für eine erfolgreiche Befruchtung sind folgende Bedingungen ideal:

  • Temperatur: Optimal zwischen 18°C und 25°C. Temperaturen über 30°C oder unter 18°C können die Pollenkeimung beeinträchtigen.
  • Luftfeuchtigkeit: Eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 50 % und 80 % ist ideal. Zu hohe Feuchtigkeit führt zu verklumpten Pollen, während zu niedrige Feuchtigkeit deren Keimfähigkeit beeinträchtigen kann.
  • Nährstoffversorgung: Eine ausgewogene Nährstoffzufuhr ist wichtig für die Gesundheit der Pflanzen und die Fruchtbildung.

Vorteile der Selbstbefruchtung

Die Selbstbefruchtung von Tomatenpflanzen hat mehrere Vorteile:

  • Sicherer Ertrag: Unabhängig von äußeren Befruchtungsfaktoren.
  • Sortenreinheit: Keine Kreuzung mit anderen Sorten, ideal für den Anbau sortenreiner Tomaten.
  • Erhaltung alter Sorten: Samen von selbstbefruchteten Pflanzen bleiben nahezu identisch mit der Mutterpflanze.

Folgen der Selbstbefruchtung

Langfristig kann Selbstbefruchtung auch Nachteile haben:

  • Genetische Verarmung: Weniger genetische Vielfalt, was die Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge erhöht.
  • Reduzierte Anpassungsfähigkeit: Weniger genetische Variabilität beeinträchtigt die Anpassungsfähigkeit an Umweltbedingungen.
  • Inzuchtdepression: Geringfügige negative Auswirkungen auf Wachstum und Fruchtqualität können bei fortgesetzter Selbstbefruchtung auftreten.
Bilder: Philartphace / iStockphoto