Tomaten ausgeizen

Tomaten ausgeizen – mit dieser Anleitung gelingt es bestimmt

Eigentlich hätten Sie große Freude an einem eigenen Tomatenanbau - wenn nur das Ausgeizen nicht wäre? Diese Hürde schrumpft sogleich zusammen, wenn Sie die folgende Anleitung beherzigen. Worum es sich überhaupt handelt und wie es funktioniert.

Warum Hobbygärtner ihre Tomatenpflanzen ausgeizen

Um das Thema ranken sich unzählige Mythen und noch mehr Meinungen. Dabei ist der Sinn und Zweck des Ausgeizens von Tomatenpflanzen schnell erklärt. Im Fokus steht das Ziel, einer Pflanze voluminösere Früchte abzutrotzen, als sie eigentlich bilden möchte.

Eine Tomate strebt von Natur aus zu einem üppig verzweigten Habitus, anstatt gen Himmel zu klettern. Zu diesem Zweck bildet sie zahlreiche Seitentriebe aus. Dieser Vorgang erfolgt zulasten des Fruchtbehangs, für den schlichtweg nicht genügend Pflanzenenergie übrig bleibt. Daher entfernen kluge Hobbygärtner unerwünschte Seitentriebe – auch Geiztriebe genannt. Als Resultat wachsen Tomatenpflanzen in die Höhe und bilden prächtige, pralle Früchte.

Geiztriebe zu entfernen, nennen Gärtner ausgeizen. Tomatenpflanzen sollen mit ihren Kräften haushalten und überflüssige Triebe nicht mit Nährstoffen und Wasser versorgen. Da sich die Pflanze nach einem einmaligen Ausgeizen noch längst nicht geschlagen gibt, kommen Sie um eine permanente Wiederholung dieser Pflegemaßnahme nicht herum.

So unterscheiden sich Geiztriebe von Fruchttrieben

Unerfahrene Hobbygärtner hegen häufig die Befürchtung, beim Ausgeizen aus Versehen einen Fruchttrieb auszubrechen. Das gilt insbesondere dann, wenn sie zum ersten Mal Tomaten züchten . Diese Gefahr besteht kaum, denn Sie erkennen die Unterschiede auf den ersten Blick:

  • ein Geiztrieb sprießt stets exakt in der Verzweigung zwischen Stamm und Blattstiel
  • ein Fruchttrieb gedeiht unmittelbar aus dem Haupttrieb

Werfen Sie beispielsweise bei jedem Gießen einen Blick auf die Blattachseln, erkennen Sie einen Geiztrieb frühzeitig. Wie genau diese unbeliebten Verzweigungen zu entfernen sind, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten dieser Anleitung.

Tomatenpflanzen richtig ausgeizen

Einen Geiztrieb können Sie nun auf den ersten Blick entlarven. Um den unliebsamen Gegenspieler einer üppigen Ernte sicher zu entfernen, gehen Sie wie folgt vor:

  • ab einer Länge von 3 bis 5 Zentimetern, wird der Geiztrieb entfernt
  • zwischen zwei Fingern am unteren Ende fassen und ausknipsen
  • höher gewachsene Geiztriebe zur Seite weg ausbrechen
  • den Trieb mit dem Messer auszuschneiden , birgt die Gefahr einer Infektion
  • vor dem Ausgeizen an der nächsten Pflanze, wird eine Handwäsche empfohlen

Begleitet wird diese Pflegemaßnahme von einem unerfreulichen Geruch und durch Pflanzen-Farbstoff verschmutzte Hände. Wir empfehlen daher das Tragen von Einweg-Handschuhen.

Ausgeizen nach Zeitplan beugt Versäumnis vor

Sobald sich die Tomatenpflanzen im Beet, auf dem Balkon oder im Gewächshaus akklimatisiert haben, geht es los. Bis in den Herbst hinein tobt der Kampf zwischen Pflanze und Gärtner. Da Sie sich jetzt bereits gut auskennen im Thema, kann einzig noch ein Versäumen des regelmäßigen Ausgeizens die Pflanze obsiegen lassen. Ein fest zementierter Zeitplan sorgt für die nötige Routine.

  • eine turnusmäßige Pflegearbeit mit dem Ausgeizen verbinden, wie Gießen oder Düngen
  • Geiztriebe idealerweise am frühen Morgen entfernen
  • größere Wunden mit ein wenig Holzkohlepulver bestäuben

Erst nach der Ernte werden die Tomatenpflanzen ihre Bemühungen einstellen, so viele Seitentriebe wie möglich gedeihen zu lassen.

Geiztriebe eignen sich als Stecklinge

Jeder Geiztrieb hat das Zeug zum Konkurrenztrieb des Hauptstammes. Somit steckt eine beträchtliche Wuchskraft in dem Winzling. Dieses Potential lässt sich ausgezeichnet nutzen für die vegetative Vermehrung, denn jeder Geiztrieb eignet sich als Ableger .

Ohne lange Verzögerung, setzen Sie je einen Geiztrieb in einen kleinen Topf mit Gemüseerde. Wahlweise verwenden Sie als Substrat eine Mischung aus Gartenerde, Kompost, Sand und ein wenig Basaltmehl. Das obere Drittel des Stecklings sollte noch aus der Erde hervor schauen. Idealerweise gießen Sie das zarte Pflänzchen von unten, indem sie den Topf für einige Zeit zur Hälfte in Wasser stellen. Ab einer Wuchshöhe von 10 Zentimetern binden Sie die Stecklinge an kleine Holzstäbchen.

Bei warmen Temperaturen um 20 Grad Celsius, vollzieht sich die Bewurzelung zügig. Haben die jungen Tomatenpflanzen ihren Topf durchwurzelt, stehen ein Umtopfen oder die Auspflanzung ins Freiland auf dem Programm. Am sonnigen Standort gedeihen die ehemaligen Geiztriebe prächtig, um noch in dieser Saison schmackhafte Tomaten hervorzubringen.

Diese Tomatensorten nicht ausgeizen

Infrage für das Ausgeizen kommen primär Stabtomaten. Die meisten anderen Tomatensorten eignen sich ohnehin nicht für die Kultivierung an einer Rankhilfe. Hierzu zählen:

Diese Tomaten würden trotz regelmäßiger Entfernung von Geiztrieben keine größeren Früchte ausbilden.

Tipps & Tricks

Sollte sich einmal ein Geiztrieb durchgemogelt haben und eine stattliche Größe erreichen, verursacht das Ausbrechen eine erhebliche Wunde. In diesem einmaligen Sonderfall entfernen Sie lediglich die Triebspitze, um eine kräfteraubende Blüte zu verhindern und belassen ansonsten den Trieb an Ort und Stelle.

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