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Tomaten veredeln: Schritt für Schritt zu höheren Erträgen

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Die Veredelung von Tomatenpflanzen kombiniert die Widerstandsfähigkeit robuster Unterlagen mit dem Ertrag ertragreicher Sorten. Dieser Artikel erläutert die Vorteile, die geeignete Sortenauswahl und den Ablauf der Veredelung, Schritt für Schritt.

Tomaten veredeln

Vorteile von Veredelung

Die Veredelung von Tomatenpflanzen bietet sowohl Anfängern als auch erfahrenen Hobbygärtnern zahlreiche Vorteile. Ein Hauptvorteil ist die Kombination der positiven Eigenschaften zweier Tomatensorten. Die ertragreiche Edelsorte, die für ihren Geschmack und hohen Ertrag bekannt ist, wird auf eine robuste Unterlage gepfropft, die gegen Krankheiten und Schädlinge resistent ist. Dies führt zu Pflanzen, die köstliche Früchte tragen und zugleich widerstandsfähig sind.

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Zu den wesentlichen Vorteilen zählen:

  • Ertragssteigerung: Veredelte Tomatenpflanzen bringen einen höheren Ertrag.
  • Früherer Erntezeitpunkt: Ernten Sie Ihre Tomaten bis zu mehreren Wochen früher.
  • Hohe Fruchtqualität: Die Früchte sind oft größer und aromatischer.
  • Widerstandskraft: Veredelte Tomaten sind weniger anfällig für bodenbürtige Krankheiten wie Nematoden und Korkwurzelkrankheit.
  • Längere Erntezeit: Dank einer stärkeren Wurzelbasis können die Pflanzen zweitriebig gezogen werden.
  • Effektive Flächennutzung: Veredelte Pflanzen benötigen weniger Raum für den gleichen Ertrag.

Diese Eigenschaften machen veredelte Tomaten besonders wertvoll, insbesondere wenn Sie auf kleinem Raum einen hohen Ertrag erzielen möchten oder Bodenprobleme haben.

Geeignete Sorten

Für die Veredelung von Tomatenpflanzen können Sie aus zahlreichen Sorten wählen. Besonders bewährt haben sich die sogenannten Wildtomaten als robuste Unterlagen. Diese sind widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und ideal für die Kombination mit ertragreichen Edelsorten.

Mögliche Edelsorten umfassen:

  • Cherry-Tomaten: Sie sind bekannt für ihren süßen Geschmack und hohen Ertrag.
  • Rispentomaten: Diese Sorten liefern besonders aromatische und dekorative Früchte, die an langen Rispen wachsen.
  • Buschtomaten: Aufgrund ihrer kompakten Wuchsform und zuverlässigen Erträgen eignen sie sich ebenfalls hervorragend als Edelsorten.

Wählen Sie Sorten, die gut an Ihre spezifischen Anbaubedingungen angepasst sind. Achten Sie darauf, dass die Stängel der gewählten Sorten zu Beginn der Veredelung eine ähnliche Dicke aufweisen, um einen erfolgreichen Zusammenschluss sicherzustellen.

Material

Für ein erfolgreiches Veredeln von Tomaten benötigen Sie folgendes Material:

  • Robuste Unterlage: Eine widerstandsfähige Tomatenpflanze, wie beispielsweise eine Wildtomate, dient als Basis.
  • Ertragreiche Edelsorte: Diese Tomatensorte sollte sich durch guten Ertrag und Geschmack auszeichnen.
  • Scharfes Messer oder Rasierklinge: Ein scharfes und sauberes Schneidewerkzeug ermöglicht präzise Schnitte und minimiert das Infektionsrisiko. Kopulationsmesser sind besonders gut geeignet.
  • Veredelungsclips: Diese Clips halten die Schnittstellen der beiden Pflanzenteile fest zusammen, bis sie verwachsen sind.
  • Holzstäbchen: Diese dienen zur Stabilisierung der veredelten Pflanze und werden zusammen mit den Veredelungsclips fixiert.
  • Kleines Gewächshaus oder Abdeckhaube: Ein feucht-warmes Klima ist entscheidend für das Anwurzeln der Veredelungsstelle. Eine Schutzhaube kann ebenfalls verwendet werden.
  • Vermiculit oder Kieselsteine: Diese Materialien sorgen für eine gute Drainage im Gewächshaus und helfen, eine gleichmäßige Feuchtigkeit zu bewahren.
  • Gummihandschuhe: Tragen Sie Gummihandschuhe, um die Pflanzen vor möglichen Infektionen zu schützen und vermeiden Sie es, die Schnittstellen mit bloßen Händen zu berühren.

Diese Materialien sorgen dafür, dass Ihre Veredelung unter optimalen Bedingungen erfolgt und die Tomatenpflanzen kräftig und gesund wachsen.

Zeitpunkt

Der optimale Zeitpunkt für die Veredelung von Tomatenpflanzen ist entscheidend. Beginnen Sie etwa drei Wochen nach der Aussaat, wenn die Jungpflanzen eine Höhe von ca. 10 cm erreicht haben und drei bis vier gut entwickelte Laubblätter besitzen. Achten Sie darauf, dass die Stiele der Unterlage und der Edelsorte eine ähnliche Dicke aufweisen.

Der ideale Zeitraum für die Veredelung liegt im Mai, nach den Eisheiligen, besonders wenn Sie kein beheiztes Gewächshaus zur Verfügung haben. Planen Sie ein, dass die Pflanzen nach der Veredelung zunächst etwa eine Woche im Gewächshaus anwachsen und anschließend noch ein bis zwei Wochen zur Abhärtung benötigen. Die Veredelung ist somit etwa sechs bis sieben Wochen nach der Aussaat abgeschlossen.

Vermeiden Sie es, die Pflanzen zu früh ins Freiland zu setzen, um sicherzustellen, dass die Veredelungsstelle vollständig zusammengewachsen ist und die jungen Pflanzen gut abgehärtet sind.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die Veredelung von Tomatenpflanzen erfolgt in mehreren Schritten:

1. Vorbereitung der Unterlage:

  • Säen Sie die Unterlage und die Edelsorte einige Wochen vor der geplanten Veredelung aus, sodass beide etwa eine Höhe von 10 cm erreichen.
  • Schneiden Sie die Unterlage mit einem scharfen Messer oder einer Rasierklinge waagerecht unterhalb der Keimblätter ab. Der obere Teil der Unterlage wird nicht mehr benötigt.

2. Vorbereitung der Edelsorte:

  • Entfernen Sie den oberen Teil der Edelsorte, indem Sie den Stängel oberhalb der Keimblätter abschneiden. Die Schnittflächen der Unterlage und der Edelsorte sollten gleich groß sein.

3. Vereinigung der Pflanzenteile:

  • Stecken Sie eine dünne Veredelungshilfe (z. B. ein Keramikstäbchen) in die Mitte der Schnittfläche der Unterlage.
  • Setzen Sie den Trieb der Edelsorte vorsichtig auf das Stäbchen, sodass die Schnittflächen direkt aufeinander liegen.

4. Fixierung:

  • Befestigen Sie die Pflanzenteile mit Veredelungsclips oder speziellen Klammern. Ein Holzstäbchen kann zusätzliche Stabilität bieten.

5. Anwachsen im Gewächshaus:

  • Stellen Sie die veredelte Pflanze in ein kleines Gewächshaus oder unter eine Schutzhaube. Vermiculit oder Kieselsteine sorgen für gleichmäßige Feuchtigkeit.
  • Halten Sie die Pflanze bei hoher Luftfeuchtigkeit und einem hellen, warmen Standort.

6. Lüften und Abhärtung:

  • Beginnen Sie nach etwa einer Woche, das Gewächshaus täglich kurz zu lüften.
  • Erhöhen Sie die Lüftungsdauer schrittweise, bis die Pflanze nach etwa fünf Tagen vollständig aus dem Gewächshaus genommen werden kann.

7. Entfernung der Veredelungsklammern:

  • Entfernen Sie die Klammern, sobald die Veredelungsstelle zusammengewachsen ist und die Pflanze kräftig austreibt.

Diese Schritte gewährleisten, dass Ihre Tomatenpflanzen widerstandsfähig und ertragreich werden.

Pflege nach der Veredelung

Nach der Veredelung erfordert die Tomatenpflanze besondere Pflege:

  • Luftfeuchtigkeit und Licht: Stellen Sie die veredelte Pflanze in ein feuchtwarmes Klima, idealerweise in ein kleines Gewächshaus oder unter eine Schutzhaube. Der Standort sollte hell und warm, jedoch ohne direkte Sonneneinstrahlung sein. Pflanzenlampen können etwa 12 Stunden Beleuchtung pro Tag bieten.
  • Bewässerung: Halten Sie die Pflanze stets feucht, ohne sie zu überwässern, um Wurzelfäule zu vermeiden.
  • Lüftung und Abhärtung: Lüften Sie das Gewächshaus nach fünf bis sieben Tagen täglich und erhöhen Sie die Lüftungszeiten schrittweise.
  • Entfernung der Veredelungsklammern: Entfernen Sie die Klammern, sobald die Veredelungsstelle gut zusammengewachsen ist und die Pflanze kräftig austreibt.
  • Düngung: Versorgen Sie die Pflanze mit organischem Dünger, sobald sie angewachsen ist.
  • Schutz vor Krankheiten und Schädlingen: Kontrollieren Sie die Pflanzen regelmäßig auf Anzeichen von Krankheiten und Schädlingsbefall.

Diese Pflegemaßnahmen fördern gesundes Wachstum und eine reiche Ernte Ihrer veredelten Tomatenpflanzen.

Auspflanzen ins Beet

Sobald die Veredelungsstelle gut verwachsen ist und die Pflanze kräftig ausschlägt, ist es Zeit für das Auspflanzen ins Beet. Warten Sie den letzten Frost ab, um Frostschäden zu vermeiden.

Bereiten Sie das Beet sorgfältig vor. Da Tomaten Starkzehrer sind, sollten Sie den Boden mit Kompost oder organischem Langzeitdünger anreichern. Graben Sie Pflanzlöcher, die tief genug sind, um die Wurzeln aufzunehmen, aber achten Sie darauf, dass die Veredelungsstelle etwa 2-3 cm über der Erde bleibt. Dies verhindert, dass die Edelsorte eigene Wurzeln bildet.

So pflanzen Sie Ihre Tomaten:

  1. Pflanzlöcher vorbereiten: Heben Sie großzügige Löcher im Beet aus und mischen Sie den Aushub mit Kompost oder Langzeitdünger.
  2. Pflanzen einsetzen: Setzen Sie die veredelten Tomatenpflanzen so in die Pflanzlöcher, dass die Veredelungsstelle oberhalb der Erdoberfläche bleibt.
  3. Pflanzabstand einhalten: Halten Sie etwa 60 cm Abstand zwischen den Pflanzen ein.
  4. Einpflanzen und andrücken: Füllen Sie die Pflanzlöcher wieder mit Erde auf und drücken Sie die Erde leicht an.
  5. Angießen: Gießen Sie die eingepflanzten Tomaten gut an.

Platzieren Sie Stützstäbe neben jeder Pflanze, um den Tomaten Halt zu bieten. Die weitere Pflege erfolgt wie bei nicht veredelten Tomaten. Gießen Sie ausreichend, besonders in Trockenperioden, und düngen Sie etwa alle drei Monate nach.

Mit diesen Schritten legen Sie das Fundament für kräftige und ertragreiche Tomatenpflanzen. Viel Erfolg bei der Anzucht!

Bilder: BarbarosKARAGULMEZ / iStockphoto