Eine Melone selbst veredeln

Schon seit einigen Jahren sind auch über den Gartenfachhandel immer mehr veredelte Pflanzen aus dem einjährigen Gemüsebereich zu bekommen. Mit etwas Geschick und Geduld können Sie Ihre Melone auch selbst veredeln.

Melone veredeln
Früher Artikel Der Anbau der Wassermelone im Gewächshaus Nächster Artikel Wann ist eine Wassermelone reif für die Ernte?

Die notwendigen Voraussetzungen für das Veredeln

Sie brauchen für das Veredeln einer Melone in der Regel mindestens die folgenden Dinge:

  • eine junge Melonenpflanze
  • eine geeignete Unterlage, beispielsweise den Feigenblattkürbis
  • ein scharfes und sauberes Messer
  • ein geeignetes Gewebeband zum Fixieren und Verschließen der Wundstellen

Den Feigenblattkürbis können Sie sich wie Ihre Melonenpflanze aus Samen selber ziehen. Wenn Sie die Keimdauer und die benötigte Wachstumszeit bis zur veredelungsfähigen Größe berechnen, so sollten Sie insgesamt etwa drei bis vier Wochen einplanen. Damit Sie die gesündesten und stärksten Pflänzchen auswählen können, sollten Sie immer ein paar mehr Samen aussäen, als Sie dann Pflanzen benötigen.

Der Vorgang der Veredelung bei Melonen

Setzen Sie die beiden Pflanzen nah beisammen in einen Topf, sodass sich die Stengel oberhalb der Erde fast berühren. Noch einfacher und schonender für die Wurzeln ist es, wenn Sie bereits die Samen gemeinsam in einen Topf aussäen. Allerdings müssen Sie die Feigenblattkürbisse dann etwa fünf Tage nach den Melonen säen, da sie schneller als diese keimen und wachsen. Führen Sie dann bei der Melone etwa fünf Zentimeter unter den Keimblättern einen schrägen Schnitt von unten nach oben bis zur Mitte des Stengels durch, beim Kürbis einen entsprechenden Schnitt von oben schräg nach unten. Bei dieser sogenannten Ablaktion mit Gegenzunge stecken Sie beide Zungen dann ineinander und fixieren diese mit einem Band. Als Stütze während des Zusammenwachsens wird häufig ein kleiner Holzstab als Halterung mit in den Topf gesteckt.

Der Vorgang nach der erfolgten Veredelung

Manche Gärtner lassen nach der Veredelung beide Wurzeln an der Pflanze und kappen nur den oberen Teil vom Feigenblattkürbis. Allerdings ist dessen Wurzel nicht nur als eine zusätzliche Wasser- und Nährstoffversorgung gedacht. Sobald der obere Teil der Kürbispflanze nach einigen Tagen gekappt wurde und diese Wunde gut verheilt ist, sollte auch die ursprüngliche Wurzel der Melone abgeschnitten werden. Diese ist weniger resistent gegen diverse Wurzelkrankheiten und sollte deshalb als Einfallstor für diese abgetrennt werden.

Tipps & Tricks

Nach dem Vorziehen im Haus und direkt nach der Veredelung sind Kürbis- und Melonenpflanzen relativ empfindlich. Sie sollten daher vor dem Auspflanzen in den Garten zunächst schrittweise an das pralle Sonnenlicht gewöhnt werden.

Text: Alexander Hallsteiner

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.