Wassermelone

Wassermelone säen: Tipps für eine erfolgreiche Anzucht

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Der Anbau von Wassermelonen im eigenen Garten ist eine belohnende Erfahrung, die mit der richtigen Anleitung auch in gemäßigten Klimazonen gelingt. Dieser Artikel bietet eine umfassende Schritt-für-Schritt-Anleitung für die erfolgreiche Anzucht, von der Aussaat bis zur Ernte.

Wassermelone säen

Wassermelonen-Anzucht: Schritt für Schritt zum Erfolg

Um Ihre Wassermelonen-Anzucht erfolgreich zu gestalten, befolgen Sie diese Schritte:

  1. Den richtigen Zeitpunkt wählen: Starten Sie Ihre Aussaat zwischen Mitte März und Ende April. So profitieren die wärmeliebenden Samen von steigenden Temperaturen.
  2. Anzuchtgefäße vorbereiten: Kleine Töpfe oder Anzuchtschalen, gefüllt mit Anzuchterde, bieten den Samen ideale Keimbedingungen. Alternativ können Sie auch Kokosquelltabletten verwenden.
  3. Aussäen der Samen: Setzen Sie die Samen etwa ein bis zwei Zentimeter tief in die Erde. Pro Topf ist ein Samen ausreichend. Achten Sie auf eine gleichmäßige Feuchtigkeit der Anzuchterde.
  4. Wärme und Licht: Stellen Sie die Gefäße an einen warmen und hellen Ort, beispielsweise auf eine Fensterbank über der Heizung. Eine konstante Temperatur um die 22°C ist optimal.
  5. Feuchtigkeit regulieren: Halten Sie die Erde konstant feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. Verwenden Sie dazu lauwarmes Wasser.
  6. Mikroklima schaffen: Decken Sie die Anzuchtgefäße mit Folie oder Glas ab, um ein feucht-warmes Mikroklima zu erzeugen. Dies fördert die Keimung und das Wachstum.
  7. Jungpflanzen pflegen: Sobald die Keimlinge ihre ersten echten Blätter entwickeln und eine Höhe von etwa 10cm erreicht haben, können Sie sie vorsichtig in größere Töpfe umpflanzen. Achten Sie darauf, die Keimblätter knapp über der Erdoberfläche zu belassen.
  8. Abhärtung: Bevor Sie die Pflanzen ins Freie setzen, sollten Sie sie langsam an die Außentemperaturen gewöhnen. Stellen Sie sie dazu für einige Tage an einen geschützten, halbschattigen Platz im Freien.

Geeignete Wassermelonen-Sorten für den Anbau in Deutschland

Geeignete Wassermelonen-Sorten für den Anbau in Deutschland

Für den Anbau in Deutschland eignen sich robuste Wassermelonen-Sorten

Nicht alle Wassermelonen-Sorten eignen sich gleichermaßen für den Anbau in Deutschland. Hier finden Sie eine Auswahl empfehlenswerter Sorten:

  • ‚Crimson Sweet‘: Diese Sorte zeichnet sich durch große, ovale Früchte mit aromatisch-süßem, hellrotem Fruchtfleisch aus. Die Pflanzen sind robust und widerstandsfähig gegenüber einigen Krankheiten.
  • ‚Sugar Baby‘: Eine frühreifende Sorte mit kleinen, aber sehr süßen Früchten. Die dunkelgrüne Schale umschließt ein intensiv rotes und saftiges Fruchtfleisch. Ideal für kühlere Regionen.
  • ‚Mini Love‘: Diese Sorte produziert kleine bis mittelgroße Früchte, die im Garten wenig Platz benötigen. Das Fruchtfleisch ist süß und rot.
  • ‚Red Star‘: Bekannt für ihre dunkle Schale und das zuckerhaltige, tiefrote Fruchtfleisch. ‚Red Star‘ liefert große Früchte und eignet sich gut für den Anbau in Deutschland.
  • ‚Blacktail Mountain‘: Eine besonders robuste Sorte, die sich gut an kühlere Bedingungen anpasst. Die mittelgroßen Früchte haben eine dunkelgrüne Schale und leuchtend rotes, süßes Fruchtfleisch.

Diese Sorten wurden aufgrund ihrer frühen Reifezeiten, ihrer Anpassungsfähigkeit an verschiedene Wachstumsbedingungen und ihres hervorragenden Geschmacks ausgewählt.

Wassermelonen pikieren: So geht es richtig

Wassermelonen pikieren: So geht es richtig

Durch Pikieren erhalten die Jungpflanzen Platz zum Wachsen

Das Pikieren, also das Vereinzeln der Jungpflanzen, ist ein wichtiger Schritt für ein gesundes Wachstum Ihrer Wassermelonen. So gehen Sie dabei vor:

  1. Vorbereitung: Wählen Sie größere Töpfe und füllen Sie diese mit einer Mischung aus Komposterde und Gartenboden. Dies sorgt für eine optimale Nährstoffversorgung und unterstützt das Wurzelwachstum.
  2. Entnahme der Keimlinge: Verwenden Sie ein steriles Werkzeug wie einen Pikierstab oder sauberes Besteck, um die Keimlinge vorsichtig aus den Anzuchtgefäßen zu entfernen. Achten Sie darauf, die Wurzeln so wenig wie möglich zu beschädigen.
  3. Einpflanzen: Setzen Sie jeden Keimling in die Mitte eines vorbereiteten Topfes und drücken Sie die Erde sanft an, ohne die Wurzeln zu verletzen. Die Keimblätter sollten sichtbar und knapp über der Erdoberfläche bleiben.
  4. Angießen: Gießen Sie die Jungpflanzen nach dem Pikieren gründlich, aber vorsichtig mit Wasser. Dies hilft den Pflanzen, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.

Standort und Bodenbedingungen für Wassermelonen

Standort und Bodenbedingungen für Wassermelonen

Ein windgeschützter Standort fördert das Wachstum und die Gesundheit der Pflanzen

Die Wahl des richtigen Standorts und die Vorbereitung des Bodens sind entscheidend für den erfolgreichen Anbau von Wassermelonen.

Geeignete Standorte:

  • Südwand des Hauses: Dieser Ort bietet Schutz vor Wind und maximiert die Sonneneinstrahlung, was die Wärmespeicherung im Boden begünstigt.
  • Gewächshaus: Ein Gewächshaus ermöglicht eine kontrollierte Umgebung mit regulierbarer Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Bodenvorbereitung:

  • Kompost einarbeiten: Verbessern Sie die Nährstoffverfügbarkeit und die Struktur des Bodens durch die Einarbeitung von Kompost.
  • Mulchfolie verwenden: Eine Abdeckung mit schwarzer Mulchfolie hält die Wärme im Boden, fördert das Wachstum und unterdrückt Unkraut.

Wassermelonen bevorzugen einen sandigen, lockeren und humusreichen Boden mit guter Drainage. Ein windgeschützter Standort fördert das Wachstum, minimiert das Risiko von Schädlingsbefall und unterstützt die Bestäubung durch Insekten.

Wassermelonen veredeln: Vorteile und Vorgehen

Die Veredelung von Wassermelonen auf Kürbisunterlagen ist eine Methode, um die Qualität und den Ertrag Ihrer Ernte zu steigern.

Vorteile der Veredelung:

  • Ertragssteigerung: Veredelte Wassermelonen können einen deutlich höheren Ertrag erzielen.
  • Bessere Widerstandsfähigkeit: Die Pflanzen sind widerstandsfähiger gegen Wind, Schädlinge und andere Umwelteinflüsse.
  • Optimiertes Wurzelwachstum: Ein kräftigeres Wurzelsystem ermöglicht eine effizientere Aufnahme von Nährstoffen und Wasser.
  • Resistenz gegen Krankheiten: Insbesondere Pilzerkrankungen wie die Fusariumwelke werden effektiver abgewehrt.

Vorgehen bei der Veredelung:

  1. Aussaat der Unterlage: Säen Sie den Feigenblattkürbis als Unterlage etwa 2-3 Wochen vor den Wassermelonensamen aus.
  2. Veredelung durchführen: Sobald beide Pflanzen das Stadium des ersten echten Blattes erreicht haben, können Sie die Veredelung durchführen. Dabei wird der Spross der Wassermelone mit der Wurzel der Kürbisunterlage verbunden.
  3. Nachsorge: Nach der Veredelung benötigen die jungen Pflanzen sorgfältige Pflege. Achten Sie auf eine angemessene Bewässerung und vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung unmittelbar nach der Veredelung.

Durch das Veredeln auf eine resistente Unterlage können Wassermelonen auch in Gebieten erfolgreich angebaut werden, die zuvor aufgrund von Krankheiten ungeeignet waren.

Bilder: paladin13 / iStockphoto