Gurken ausgeizen ist nicht schwer

Gurken ausgeizen

Bei Gurken herrscht Uneinigkeit unter den Gartenprofis zum Thema Ausgeizen. So oder so – weder schadet es den Gurkenpflanzen noch garantiert es eine üppige Gurkenernte. Und wissen, wie man Gurken ausgeizen kann, ist für alle, die Gurken anbauen wollen sinnvoll und nützlich.

Bei Tomaten sind sich Gärtner einig: Um ordentliche Ernteerträge zu erzielen, muss man regelmäßig ausgeizen. Wenn es dagegen um das Ausgeizen von Gurkenpflanzen geht, gibt es nur die eine gute Antwort: Alle, die es genau wissen wollen, probieren es am besten selbst aus. Einfach zwei gleiche Gurkensorten nehmen. Die eine ausgeizen und die andere nicht. Dann ist man – ohne Frage – im nächsten Gärtnerjahr schlauer.

Warum ausgeizen?

Geiztriebe sind unfruchtbare Seitentriebe, die aus den Blattachseln zwischen Sommertrieb und Blattstiel wachsen. Es gibt einige gute Gründe, die für das Ausgeizen überflüssiger Seitentriebe, Knospen und Blüten bei Gurken sprechen:

  • kontrolliertes Wachstum
  • kräftigere und robustere Gurkenpflanzen
  • vermehrte Blüten- und Fruchtbildung

Durch richtiges Ausgeizen lenkt man die Energie der Gurkenpflanzen gezielt in Blüten und Früchte anstatt in Seitentriebe. Übrigens: Im Gegensatz zu Tomaten ist bei Gurken regelmäßiges Ausgeizen nicht erforderlich. Ausgegeizt ist ausgegeizt! Diese Arbeit ist nur einmal fällig, weil bei Gurken keine neuen Seitentriebe nachwachsen.

Einmal Gurken ausgeizen genügt

Gurkenpflanzen, die an Rankhilfen nach oben wachsen, kann man unten und an der Spitze ausgeizen. Hierzu einfach die untersten Knospen und Quertriebe bis 60 Zentimeter über dem Boden mit Daumen und Zeigefinger abknipsen. Das fördert die Knospenbildung oberhalb davon und verhindert, dass die untersten Gurken in der Erde liegen. So bleiben Bodenschädlinge und Nässe von den Früchten fern. Wer Gewächshausgurken ausgeizen will, muss rechtzeitig die Spitzen entfernen, bevor die Pflanzen am Dach anstoßen.

Ausgeizen von Pflanzen ohne Rankhilfe

Bei Freilandgurken ohne Rankhilfe kann man Haupt- und Seitentriebe nach einiger Zeit kaum noch unterscheiden. Hier entfernt man einzelne Seitentriebe regelmäßig beim Gießen oder der Gurkenernte. Lass einzelne Gurkenpflanzen nicht zu groß werden. Denn das kann, ob mit oder ohne Ausgeizen, die Pflanze schwächen. Und das bedeutet ungewollte Pausen beim Gurken ernten.

Der beste grüne Daumen Trick um Seitentriebe auszugeizen: Nach 2 Gürkchen und Blättern den Seitentrieb abknipsen. Vorsicht! Nur die Seitentriebe – bitte NICHT den Haupttrieb. Entdeckt man an den Seitentrieben weitere Triebe, entfernt man diese nach der ersten Gurke und dem ersten Blatt.

Tipps & Tricks

Gurken ausgeizen lohnt sich doppelt. Zum einen erhält man mehr gesunde Früchte und zum anderen schafft man mehr Platz, Luft und Licht für die Pflanzen, weil das üppige Wachstum gezielt eingegrenzt wird.

Text: Regina Müller
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