Trompetenbaum beschneiden – kein Problem!

Der Gewöhnliche Trompetenbaum (Catalpa bignonioides) ist ein sommergrüner, bis zu 18 Meter hoch wachsender Laubbaum, der im Juni / Juli mit einem Blütenmeer an weißen, glockenartigen und sehr großen Blüten aufwartet. Aber auch außerhalb der Blütezeit ist der ausladende Baum aufgrund seiner großen, herzförmigen Blätter eine Zierde. Glücklicherweise lässt sich der Trompetenbaum - diesen übrigens nicht mit der ähnlich klingenden Engelstrompete verwechseln! - sehr gut zurückschneiden.

Trompetenbaum Rückschnitt
Ein Trompetenbaum lässt sich gut durch einen Rückschnitt in Form bringen
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Trompetenbaum ist sehr schnittverträglich

Der Trompetenbaum verträgt auch einen beherzten Schnitt nicht nur sehr gut, ein solcher empfiehlt sich außerdem vor allem bei Jungbäumen. Durch das regelmäßige, formende Schneiden entwickeln junge Trompetenbäume eine schöne, ausladende und üppige Krone, außerdem bilden sie aufgrund des verstärkten Triebwachstums mehr und größere Blätter aus. Ältere Bäume sollten regelmäßig verjüngt werden, indem altes und abgestorbenes Holz zugunsten junger, frischer Triebe entfernt werden. Diese Maßnahme verhindert ein allmähliches Verkahlen des Baumes.

Der optimale Zeitpunkt

Für einen Rückschnitt eignen sich zwei mögliche Termine, die beide spezifische Vor- und Nachteile aufwerfen. Üblicherweise wird empfohlen, den Trompetenbaum im Vorfrühling – ergo noch vor dem ersten Austrieb – zu schneiden. Dabei müssen Sie jedoch sehr umsichtig vorgehen, sonst berauben Sie sich nämlich der schönen Sommerblüte. Trompetenbäume bilden ihre Blütenknospen für das Folgejahr nämlich bereits im Herbst davor – und ein Rückschnitt im Frühjahr birgt die Gefahr, dass anschließend die Blüte ausfällt. Stattdessen ist aber auch ein Schnitt direkt nach der Blüte und noch vor der erneuten Knospenbildung, ergo im August, möglich. Dieser Termin eignet sich auch deshalb besser, weil Catalpa möglichst an einem warmen und trockenen Tag beschnitten werden sollte.

Trompetenbaum richtig zurückschneiden

Beim Schneiden genügt es nicht, lediglich sämtliche Triebe zurückzuschneiden. Eine solche Maßnahme werden Sie schnell bereuen, weil der Trompetenbaum anschließend höchstwahrscheinlich unschöne Besenreiser ausbilden wird. Besser ist es, dagegen nach folgendem Schema vorzugehen:

  • Zunächst erfolgt ein Auslichten der Krone.
  • Abgestorbene und zu dicht stehende Triebe werden direkt am Ansatz gekappt.
  • Lassen Sie keine Stummel stehen!
  • Nun schneiden Sie nach innen sowie überkreuz wachsende Triebe ab.
  • Auch alle senkrecht wachsenden Wasserschosser werden entfernt.
  • Stärkere Äste werden zunächst mit einer Säge entfernt,
  • anschließend wird die Wunde mit einem Messer geglättet
  • und mit einem Wundverschlussmittel behandelt.

Arbeiten Sie nur mit scharfem und desinfiziertem Schnittwerkzeug, weil sonst bakterielle oder fungizide Krankheitserreger durch die nun offenen Wunden eindringen und großen Schaden anrichten können.

Warum einen Kopfbaumschnitt wagen?

Ein so genannter Kopfbaumschnitt – auch Entwipfeln genannt – ist immer dann sinnvoll, wenn der Trompetenbaum durch einen Sturm- oder Frostschaden bzw. eine Pilzerkrankung auf andere Weise nicht mehr zu retten ist. Dabei können Sie die Krone entweder bis auf wenige Leitäste oder aber sogar nur bis auf den Stamm kappen. Allerdings brauchen Sie nach einer solchen Maßnahme sehr viel Geduld, bis sich wieder eine neue Krone ausgebildet hat. Übrigens treiben die Blätter in der Folge sehr viel größer und üppiger wieder aus.

Tipps

Im Gegensatz zu seinem großen Bruder sollte der zwergwüchsige Kugel-Trompetenbaum eher nicht geschnitten werden, um die natürlich wachsende Kugelform nicht zu beeinträchtigen.

Text: Ines Jachomowski

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