Spitzkohl – Expressgemüse mit Stil

Spitzkohl rangiert nicht von ungefähr ganz oben auf der Beliebtheitsskala der Kohlarten. Knackig-zarte Blätter laden ein zum kulinarischen Genuss. Hobbygärtner pflanzen das Frühlingsgemüse mit Begeisterung, denn der Ernteertrag lässt nicht lange auf sich warten.

Spitzkohl anbauen

Unkomplizierte Anzucht im Haus sichert Wachstumsvorsprung

Spitzkohl läutet traditionell das neue Gartenjahr ein. Bereits ab Januar/Februar ist die Aussaat möglich auf der Fensterbank oder im Gewächshaus. Bei konstanten Temperaturen zwischen 16° und 20° Celsius, setzt die Keimung innerhalb von 8 bis 10 Tagen ein. Zeigen sich über den Keimblättern die ersten echten Laubblätter, werden die zarten Pflänzchen pikiert. Bis April hat sich bereits ein solch kräftiges Wurzelsystem entwickelt, dass sie mit einem hohen Potenzial an Vitalität ins Freiland umsiedeln.

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Pflanzen und Pflege verlangen dem Gärtner nicht viel ab

Die Ansprüche von Spitzkohl an seine Kultivierung im Gemüsebeet halten sich im überschaubaren Rahmen:

  • Eine sonnige, warme Lage, gerne luftumspült.
  • Nährstoffreiches Erdreich, humos, durchlässig und kalkhaltig.
  • Anpflanzen im Abstand von 40×50 cm und abdecken mit Kulturschutznetzen.
  • Ein lockerer, permanent feuchter Boden tut dem Spitzkohl gut.

Den mittleren bis hohen Nährstoffbedarf decken gut verrotteter Kompost, Pflanzenjauche oder ein handelsübliches Düngepräparat, kombiniert mit einer gut bemessenen Dosis Kalk.

Der frühe Anbau von Spitzkohl schützt das Gemüse vor einer Vielzahl von Schädlingen. Ehe diese sich rüsten, um im Garten ihr Unwesen zu treiben, ist die Ernte erfahrungsgemäß bereits eingefahren. Einzig gefräßige Schnecken gelten als ernstzunehmende Bedrohung, denn zarter Spitzkohl zählt zu ihren Leibspeisen.

Fruchtfolge als tragende Säule im Pflanzenschutz

Der ärgste Feind des Spitzkohls tritt als Kohlhernie auf den Plan, um dem geplagten Freizeitgärtner reichlich Kopfzerbrechen zu bereiten. Da die Bekämpfung schwierig ist, nimmt die Vorbeugung einen hohen Stellenwert ein. Eine Fruchtfolge von 3 bis 5 Jahren ist unerlässlich, um den Pilzsporen nicht Tür und Tor zu öffnen. Als wirksame Prophylaxe hat sich zudem eine gezielte Kalkstickstoff-Düngung erwiesen. Außerdem vermeiden erfahrene Hobbygärtner eine Mischkultur mit Erdbeeren, denn sie wurden als Überträger der gefährlichen Pilzsporen entlarvt.

Geeignete Pflanzpartner sind Erbsen, Bohnen, Salat, Sellerie, Möhren und Spinat. Duftende Kräuter, wie Dill, Thymian oder Zitronenmelisse vertreiben lästige Schadinsekten.

Tipps & Tricks

In milden Weinbauregionen spricht nichts dagegen, den kälteverträglichen Spitzkohl Mitte August auszusäen. Das Anpflanzen am endgültigen Standort erfolgt bis Ende September. Eine Direktaussaat im Beet hat mithilfe geeigneter Schutzmaßnahmen gegen Frost und Schnee gleichermaßen gute Erfolgsaussichten. Den Winter hindurch darf ein wiederholtes Gießen keinesfalls versäumt werden. Sofern im Frühjahr die Quecksilbersäule steigt, wird der Winterschutz tagsüber entfernt, um einer Schimmelbildung vorzubeugen. Ab Mitte Mai ist der Spitzkohl dann erntereif.

Text: Burkhard

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