Weißkohl – So ziehen Sie das gesunde Wintergemüse selbst

Bereits seit der Steinzeit wird der sehr vitamin- und mineralstoffreiche Weißkohl kultiviert. Das beliebte Gemüse benötigt recht viel Pflege, belohnt diese aber mit einer reichen Ernte. Weißkohl ist die perfekte Grundlage für selbstgemachtes Sauerkraut und deftige Eintöpfe.

Weißkohl anbauen
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Böden gut vorbereiten und düngen

Weißkohl ist, ebenso wie fast jedes Kohlgemüse mit Ausnahme von Kohlrabi und Grünkohl, recht anspruchsvoll. Das in Süddeutschland auch als Weißkraut oder Kopfkohl bekannte Gemüse gedeiht am besten auf kalkhaltigen, lehmigen und feuchten Böden. Sehr gut eignen sich Anbaufelder, die sich am Rande von feuchten Wiesen befinden – Weißkohl liebt es möglichst feucht. Aus diesem Grund sollte das Gemüse regelmäßig gewässert werden.

Vor dem Einbringen der Jungpflanzen ins Beet sollte der Boden frisch mit reichhaltigem Stalldung gedüngt werden, zudem ist es sinnvoll, die Erde möglichst tief umzugraben. Weißkohl ist ein Tiefwurzler und benötigt daher auch in der Tiefe lockere Erde. Des Weiteren kann es – je nach Bodenqualität – sinnvoll sein, die Erde mit Kalk anzureichern. Einer Übersäuerung des Bodens sollte mit dem Einbringen mit Holzasche vorgebeugt werden. Weißkohl ist eher schwierig auf erhöht liegenden Gärten zu kultivieren, da hier die Böden meist zu trocken sind.

Fruchtfolge beachten

Wie alle Kohlsorten beansprucht auch Weißkohl den Boden sehr. Kohl sollte niemals auf Kohl folgen, da dies zum Einen die Erde stark auslaugt und zum Anderen Schädlinge anzieht. Im Anschluss sollte mindestens ein Jahr an der Stelle kein Kohl angebaut werden, auch Zwiebelgewächse, Blattgemüse sowie Radieschen und Rettich sind eher nicht zu empfehlen. Für das Anpflanzen von Weißkohl sind Beete, die zuvor Gurken oder Bohnen getragen haben, hervorragend geeignet. Auch Weißkohl folgend auf Mohrrüben, Erbsen, Petersilie oder Tomaten verspricht eine gute Ernte. Des Weiteren eignet sich Weißkohl sehr gut für eine Mischkultur mit Erdbeeren, Spinat oder Kartoffeln.

Wann welche Sorten anpflanzen?

Beim Weißkohl werden frühe Sorten sowie Sommer- und Herbstkohl voneinander unterschieden. Die Pflanzen werden zu sehr unterschiedlichen Jahreszeiten aufs Beet ausgebracht.

1. Frühlingskohl

Junge Pflanzen des frühen Weißkohls – sehr beliebt ist etwa die Sorte „Cape Horn“ – können ab Mitte April ins Freie gesetzt werden. Sie werden in der Regel auf 40 x 50 cm Abstand gesetzt – Weißkohl benötigt möglichst viel Platz im Beet. Werden die Pflanzen zu eng gesetzt, so finden sich Schädlinge leichter ein. Innerhalb von etwa acht Wochen kann zum ersten Mal geerntet werden.

2. Sommerkohl

Sommerkohl wird Ende Juni / Anfang Juli in die Erde gesetzt und kann dann zu Beginn des Herbstes geerntet werden.

3. Herbstkohl

Der so genannte Herbstkohl kommt als Jungpflanze ab Oktober ins Beet und kann dort auch überwintern. Frost schadet dem Weißkohl nicht, allerdings sollten die Pflanzen ab Anfang / Mitte November mit Tannenzweigen abgedeckt werden. Die Ernte erfolgt im darauf folgenden Frühjahr.

Tipps & Tricks

Um ein besseres Ernteergebnis zu erzielen, gießen Sie die Weißkohlpflanzen gelegentlich mit Wasser, welches mit Guano (am nährstoffreichsten ist Taubenkot) angereichert wurde.

Text: Ines Jachomowski
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