Nützliche Tipps, wie Sie Unkraut richtig jäten

Unkraut scheint im Garten immer schneller und besser zu gedeihen als Zierpflanzen oder Gemüse. Der Klassiker in Sachen Unkrautbekämpfung ist es, das Übel einfach an der Wurzel zu packen und das Unkraut mechanisch zu jäten. Doch wie geht man bei dieser Arbeit am besten vor, damit die ungeliebten Pflanzen nicht gleich wieder nachwachsen? Diese und viele andere Fragen beantworten wir im nachfolgenden Artikel.

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Löwenzahn sollte entfernt werden, bevor er Samen ausbildet

Was ist Unkraut überhaupt?

Die meisten Menschen verstehen unter Unkraut jene Pflanzen, die sich im Gemüse- oder Blumenbeet, in den Ritzen der Terrassensteine oder im gepflegten Rasen ungewollt breit machen. Sie konkurrieren mit den Zier- und Nutzpflanzen um die Nährstoffe im Boden. Zudem können Krankheiten und Schädlinge durch Unkraut begünstigt werden. Deshalb ist es sinnvoll, die Wildpflanzen regelmäßig zu jäten, und zwar möglichst dann, wenn sie noch klein sind.

Welches Werkzeug benötige ich zum Unkraut jäten?

Das richtige Gerät erleichtert diese Arbeit sehr und Sie kommen dem lästigen Grün schneller bei. Dabei orientiert sich das Werkzeug an der Art der Pflanze, die Sie bekämpfen möchten:

  • Handgrubber (Gartenkralle): Es handelt sich hierbei um ein forkenähnliches Instrument, mit welchem der Boden durch eine Drehbewegung aufgelockert wird. Die Krallen reichen tief in die Erde hinein, sodass das Unkraut nebst Wurzel einfach entfernt werden kann.
  • Unkrautstecher: Dient zum Ausstechen von tief wurzelnden Bei- bzw. Unkräutern.
  • Pendelhacker: Das zweischneidige Stahlblatt schneidet beim hin- und herpendeln Unkraut in der obersten Bodenschicht ab.
  • Hacken: Dienen zum Lockern des Erdreichs. Dabei können Unkräuter abgesammelt werden.
  • Fugenkratzer: Pflanzen, die sich in den Ritzen zwischen Platten angesiedelt haben, lassen sich mit diesem Werkzeug problemlos und dauerhaft beseitigen.

Wann sollte gejätet werden?

Generell sollten Sie Beikräuter jäten, wenn der Boden feucht ist. Die Pflanzen lassen sich durch die dann lockerere Struktur des Erdreichs mit dem gesamten Wurzelwerk zupfen. Ist die Erde relativ kompakt, sollten Sie diese zunächst mit einer Hacke lockern. Lassen Sie die Unkrautpflänzchen bitte nicht einfach liegen, denn diese würden sofort wieder einwachsen und erneut austreiben.

Wie gejätet wird, hängt vom Unkraut ab

Bevor Sie sich an die Arbeit machen ist es sinnvoll, die Wildpflanzen zu bestimmen. Dadurch können Sie zielgerichtet arbeiten.

Giersch

Er bildet kräftige Wurzeln mit vielen Ausläufern, die weit in das Erdreich ragen können. Giersch lässt sich gut mit dem Handgrubber entfernen, denn an den langen Krallen bleiben viele Wurzeln bereits hängen. Lesen Sie die Wurzelreste gründlich aus, denn die auch als Wildspinat bezeichnete Pflanze treibt selbst aus kleinen Wurzelstücken wieder aus.

Löwenzahn

So hübsch die gelben Blütenköpfe des Löwenzahns auf landwirtschaftlich genutzten Flächen aussehen, so lästig ist die Pflanze mit den gezackten Blättern, siedelt sie sich in Rasenflächen an. Deshalb sollten Sie das Wildkraut unbedingt ausstechen, noch bevor sich die kleinen Schirmchen mit den Samen verbreiten.

Löwenzahn besitzt eine lange, gerade nach unten wachsende Pfahlwurzel. Diese lässt sich mit dem Unkrautstecher gut aus der Erde heben. Achten Sie darauf, diese mit dem Gerät unbedingt komplett zu stechen, da sich aus verbleibenden Wurzelresten neue Pflanzen bilden können.

Brennnesseln

Brennnesseln bilden weite Wurzelausläufer, die gründlich entfernt werden müssen, möchten Sie die Ausbreitung dieser Beikräuter verhindern. Auch hier gilt: Jäten Sie möglichst früh und in jedem Fall noch vor dem Einsetzen der Blüte im Juli. Tragen Sie beim Zupfen Handschuhe, da die Berührung mit dem Brennhärchen schmerzende Quaddeln auf der Haut hinterlässt.

Da die Brennnesseln über ein flaches Wurzelwerk verfügen, lockern Sie die Erde mit der Grabgabel auf und entfernen Sie dabei die Ausläufer restlos. Allerdings sind Brennnesseln, fühlen Sie sich an einem Standort wohl, ausgesprochen hartnäckig. Um das Nachwachsen zu verhindern ist es empfehlenswert, im Anschluss eine Mulchdecke auszubringen.

Quecke

Quecken verbreiten sich sowohl über Samen als auch über unterirdische Triebe. Dies macht die Bekämpfung relativ schwierig, denn das Süßgras erweist sich als ausgesprochen hartnäckig. Bis sich ein durchschlagender Erfolg zeigt, kann bei der mechanischen Bekämpfung eine ganze Gartensaison vergehen.

Auf sandigen Böden lassen sich die langen Wurzeln meist über längere Strecken einfach aus der Erde ziehen. Lockern Sie schwere Böden mit einer Grabgabel auf und lesen Sie alle Wurzelteile sorgfältig aus. Empfehlenswert ist es, auf befreiten Gartenflächen im Anschluss Kartoffeln zu pflanzen. Diese beschatten mit ihrem üppigen Laub den Boden und unterdrücken den Neuaustrieb der Quecke erfolgreich.

Wohin mit dem mechanisch entfernten Unkraut?

Unkraut, selbst solches mit sehr widerstandsfähigen Wurzeln, verrottet zu wertvollem Kompost. Die Wildpflanzen enthalten wertvolle Inhaltsstoffe, welche die Qualität der Komposterde positiv beeinflussen. Allerdings sollten Sie die Wurzeln und Ausläufer zuerst verdorren lassen und diese im Anschluss klein zerhacken, bevor Sie auf den Kompost kommen.

Ist Ihnen dies zu mühsam, sollten Sie das gejätete Unkraut in der Biotonne entsorgen.

Tipps

Das vermeintliche Unkraut ist für Tier und Mensch auch wertvoll. Die Wildpflanzen sind Nahrungsquellen für zahlreiche Insekten und Bienen. Essbare Wildkräuter wie Giersch, Löwenzahn und Brennnessel dürfen getrost zum Superfood gezählt werden, denn sie enthalten durchschnittlich dreimal so viel Vitamine, Mineralien und Spurenelemente wie gezüchtete Pflanzen aus der konventionellen Landwirtschaft. Reservieren Sie den Beikräutern deshalb in Ihrem Garten eine Ecke, wo Sie ungestört wachsen dürfen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Kostenko Maxim/Shutterstock

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