Tipps und Tricks, wie Sie Unkraut effektiv entfernen

Auch wenn sich durch das gesteigerte Umweltbewusstsein das Verhältnis zu Unkraut verändert hat: Es genau dort wachsen zu sehen, wo eigentlich Zierpflanzen gedeihen sollten, muss nicht sein. Wie Sie Beikräuter im Garten umweltschonend und ohne den Einsatz der chemischen Keule bekämpfen, erfahren Sie in nachfolgendem Artikel.

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Jäten ist anstrengend, aber die umweltfreundlichste Methode

Warum sollte Unkraut überhaupt entfernt werden?

Da Unkraut aber deutlich schneller wächst als Gemüse, Obst und Zierpflanzen, raubt es diesen Gewächsen die Nährstoffe. Aus diesem Grund gehört das mechanische Jäten während der gesamten Wachstumsperiode zu den wichtigsten Aufgaben des Hobbygärtners.

Das sollte zwingend geschehen, noch bevor die Beikräuter Samen ansetzen. Diese verbreiten sich nicht nur über weite Gebiete, sondern können im Boden viele Jahre überdauern. Das führt dazu, dass sich das unerwünschte Grün wieder zeigt, kaum dass Sie es entfernt haben.

Richtig Jäten

Um erfolgreich jäten zu können, sollten Sie sich das zu vernichtende Unkraut im Vorfeld genau ansehen. Welches Werkzeug sich für diese Arbeit eignet, darüber entscheidet die Wurzel:

  • Pfahlwurzeln, die tief in den Boden hineinreichen, wie es beispielsweise beim Löwenzahn der Fall ist, rücken Sie mit einem Wurzelstecher zu Leibe.
  • Flachwurzeln sind vor allem bei Moosen und Flechten zu finden. Sie breiten sich in wenigen Zentimetern Tiefe aus und können gut mit einem Schuffeleisen entfernt werden.
  • Auslaufwurzeln verzweigen sich unter der Erde und sind sehr schwer zu bekämpfen. Hier hilft meist nur großflächiges Aus- und Umgraben und gründliches Auslesen der Wurzeln.

Jäten geht bedeutend einfacher von der Hand, wenn der Boden feucht ist. Hat es einige Zeit nicht geregnet, können Sie die Erde im Vorfeld mit dem Schlauch benetzen. Lockern Sie das Substrat zunächst mit einer Grabgabel auf und entfernen Sie alle Teile, die durch die Zinken an die Oberfläche transportiert werden.

Beete mulchen

Eine schützende Decke aus Rindenmulch, Pinienrinde, Stroh oder Grasschnitt schützt das Beet nicht nur vor Austrocknung, sondern sorgt auch dafür, dass Unkrautsamen nicht mehr keimen können. Hierfür sollte die aufgebrachte Schicht mindestens fünf Zentimeter dick sein. Bringen Sie vor dem Mulchen einen Langzeitdünger, beispielsweise Hornspäne, aus.

Unkrautvlies oder -folie im Garten ausbringen

Alternativ können Sie Unkrautvlies oder Unkrautfolie verlegen. Wie beim Mulchen wird das Substrat im Beet von dieser bedeckt und somit den Beikräutern die Lebensgrundlage entzogen. Die Materialien sind luft- und wasserdurchlässig, damit Regen- und Gießwasser versickern können. Auch der für die Bodenlebewesen und das Pflanzenwachstum so wichtige Gasaustausch wird nicht gestört.

Je nach Beanspruchung und Bodenbeschaffenheit erhalten Sie diese Hilfsmittel im Kampf gegen das Unkraut in unterschiedlichen Stärken. Es gibt sie bereits zugeschnitten oder, für große Beetflächen, als Rollenware.

Beim Auslegen gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Entfernen Sie Wurzelunkräuter vollständig.
  • Verbessern Sie die Bodenqualität bei Bedarf mit Sand oder Humus und arbeiten Sie einen Langzeitdünger in das Substrat ein.
  • Unkrautfolie auflegen und an den Ecken fixieren.
  • Pflanzen im korrekten Pflanzabstand auf dem Vlies verteilen.
  • An den Stellen, an denen Sie diese einsetzen wollen, einen Schlitz in die Folie schneiden.
  • Gewächse einsetzen.
  • Abschließend mit einer optisch ansprechenden Mulchschicht bedecken.

Die Pflasterfugen von Unkraut befreien

Unkraut, das sich in den Spalten zwischen den Gehwegplatten breit gemacht hat, können Sie mechanisch mit einem Fugenkratzer herausheben. Alternativ eignen sich elektrische oder gasbetriebene Unkrautvernichter, die das Grün effektiv entfernen.

Müssen Sie nur eine kleine gepflasterte Fläche von Unkraut befreien, ist Hitze ebenfalls hilfreich, allerdings jene, die kochendes Wasser mitbringt. Dies fällt in der Küche beim Kochen von Nudeln oder Kartoffeln sowieso an. Gießen Sie die heiße Flüssigkeit gezielt auf die in den Fugen wachsenden Beikräuter, sterben die Pflanzen zuverlässig ab und können im Anschluss entfernt werden.

Grün zwischen Pflastersteinen lässt sich auch mit dem Hochdruckreiniger vernichten. Als Zubehör zu diesen Geräten gibt es eine spezielle Bürste. Ebenso gut funktioniert es mit dem mitgelieferten Reinigungsaufsatz.

Eine wirkungsvolle Alternative ist unkrauthemmender Fugensand, der nach dem mechanischen Reinigen der Fugen sorgfältig in die Ritzen gekehrt wird. Durch die abgerundete Form verdichtet Dansand sehr stark, sodass Unkrautsamen nicht aufgehen können. Zudem bietet er dem unerwünschten Grün keine Nähstoffgrundlage.

Rasenunkräutern zu Leibe rücken

Unkraut kann sich im Rasen nur dann breit machen, wenn dieser nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt wurde. Düngen Sie Grünflächen deshalb regelmäßig. Außerdem sollten Sie das Gras im Frühjahr und Spätsommer mit einem Vertikutierer bearbeiten. So wird abgestorbene Pflanzenmasse entfernt und der Boden belüftet.

Mähen Sie nicht zu kurz und lassen Sie mindestens fünf Zentimeter Halmlänge stehen. Dadurch wird der Untergrund so stark beschattet, dass Unkrautsamen nicht keimen. Einzelne Beikräuter im Rasen können Sie mechanisch jäten oder mit einem Unkrautstecher herausheben.

Tipps

Chemisch Unkrautvernichter bieten zwar eine schnelle, aber keine umweltverträgliche Lösung. Zudem ist die Anwendung dieser Mittel auf versiegelten Flächen verboten und wird mit empfindlichen Geldbußen geahndet. Auch die Unkrautbekämpfung mit Essig oder Salz ist schädlich und auf gepflasterten Flächen durch das Pflanzenschutzgesetz untersagt.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Jurga Jot/Shutterstock

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