Kräutergarten richtig anlegen – Eine Anleitung zum selber machen

Herrlich duftende, frische Kräuter lassen sich nicht nur in der Küche bzw. für die Hausapotheke sehr vielseitig verwenden, die Pflanzen sind auch im Garten eine wahre Augenweide. Die Schönheit eines blühenden Lavendelfeldes ist legendär - doch Rosmarin, Thymian, Salbei oder Kamille, Kapuzinerkresse und Ringelblume stehen dem in nichts nach. Alles, was Sie für das Anlegen eines Kräutergartens brauchen, sind der passende Standort, guter Boden, ausreichend Wasser - und die Kenntnis der Bedürfnisse der verschiedenen Pflanzen.

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Frische Kräuter aus eigenem Anbau schmecken doppelt so gut
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Der passende Standort

Kräuter haben zum Teil sehr unterschiedliche Ansprüche an ihren Standort, wobei im Allgemeinen die Regel gilt, dass die meisten Kräuter viel Sonne und Wärme brauchen. Ein geradezu idealer Standort ist folglich die Südwand des Hauses oder einer Mauer. Vor Wind- und Frostschäden schützen zusätzlich Hecken. Einige weniger Kräuter wie beispielsweise Bärlauch, Liebstöckel oder Minzen bevorzugen dagegen halbschattige oder sogar schattige Plätze. Sie wachsen am besten an den Säumen von Hecken oder unter Bäumen.

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Nicht winterharte Kräuter in Töpfen kultivieren

Viele exotische sowie manche mediterranen Arten sind bei uns nicht winterhart und sollten daher am besten in Töpfen kultiviert werden. Beispiele hierfür sind: Zitronengras (Cymbopogon citratus), Diptam (Origanum dictamnus), Echter Ingwer (Zingiber officiale) oder viele Rosmarin-Sorten (Rosmarinus officinalis). In Kübeln kultivierte Kräuter sind auf einem nach Süden oder Westen ausgerichtetem Balkon (oder einer ebensolchen Terrasse) bestens aufgehoben. Außerdem benötigen sie fast immer ein helles und frostfreies Winterquartier.

Auf welchem Boden fühlen sich Kräuter wohl?

Für das gesunde Wachstum von fast allen Kräutern sind durchlässige, mittel-nährstoffreiche Böden ideal. Einige Arten jedoch – vor allem jene aus dem Mittelmeerraum – brauchen einen durchlässigen, aber eher nährstoffarmen Boden. Bevor Sie sich also ans Pflanzen und Säen machen, erkundigen Sie sich zunächst nach den speziellen Bedürfnissen der ausgewählten Arten und Sorten – und arbeiten Sie Ihren Gartenboden bei Bedarf entsprechend auf.

Vor der Pflanzung den Gartenboden vorbereiten

Eine intensive Bodenpflege verbessert alle Böden und ist daher besonders wichtig. Gerade schwere, fette Böden sind für die wenigsten Kräuter gut geeignet. Sie sind kalt, oft verdichtet und neigen zu Staunässe – nicht gerade ideal für ein gesundes Wurzelwachstum. Um diese Böden nachhaltig zu verbessern, müssen Luft und viel Humus in den Boden. Dazu graben Sie den Boden regelmäßig gründlich um und lockern ihn mit Sand auf. Auch Gründüngung, regelmäßige Gaben von Kompost und ständiges Mulchen verbessern den Boden im Laufe der Jahre nachhaltig. Magere Sandböden dagegen können durch die Zugabe von Gründünger, Mulch (25,54€ bei Amazon*) sowie Gesteinsmehl (14,95€ bei Amazon*) und Kompost verbessert werden. Ist der Boden sehr sandig, hilft auch das Beimengen von Lehm.

Einen Kräutergarten planen

Eine sorgfältige Planung des Kräutergartens verhindert später viel Ärger – denn wenn Sie bereits im Vorfeld schauen, welche Plätze im Garten eher sonnig, welche eher schattig liegen und wo der Boden eher mager und wo eher lehmig ist, können Sie die Kräuterarten und -sorten passgenau auswählen und pflanzen. Nachdem der richtige Standort gefunden und die gewünschten Kräuter ausgewählt wurden, werden Bauart und Einteilung der Beete geplant. Hierfür gibt es unzählige Möglichkeiten, die sich vor allem nach Zweck und Nutzung des Gartens richten. In Küchengärten werden Kräuterbeete meist nach formalen Kriterien angelegt, während wir aus typischen Bauerngärten Mischkulturen mit Kräutern und Gemüsen kennen. Daneben können Kräuter auch Rabatten oder den Naturgarten bereichern, indem sie mit Zierpflanzen kombiniert werden.

Kräuter für den Steingarten

Die meisten Mittelmeerkräuter vertragen keine schweren oder gar staunassen Böden. Sie benötigen im Sommer viel Wärme und besonders im Winter macht ihnen Feuchtigkeit zu schaffen. Diese Arten wachsen auf kargen Böden viel natürlicher, sind aromatischer und produzieren mehr Wirkstoffe. Häufig ist die Steingartenkultur die beste Lösung. Der Standort ist sonnig, der Boden schön warm und trocken. Durch die Auswahl der Steine können Sie Einfluss auf den Boden nehmen, Kalksteine sondern beispielsweise kontinuierlich Kalk ab und schaffen gute Wachstumsbedingungen für Bohnenkraut, Lavendel, Majoran, Mauerpfeffer, Rosmarin, Salbei, Thymian, Wermut und Ysop.

Kräuter im Hochbeet

Hochbeete werden gerne auf weniger fruchtbaren bzw. steinigen oder sandigen Böden gebaut. Die Rahmen aus Holzbrettern, Weidengeflecht oder Stein werden mit kompostierbaren Materialien und gutem Mutterboden gefüllt, so dass die Kräuter hier üppig wachsen können. Grundsätzlich kann ein Hochbeet überall gebaut werden, wichtig ist nur die ausreichende Besonnung des Standortes. Die Länge der Beete ist beliebig, sie sollten allerdings nicht breiter als maximal einen Meter betragen – so lassen sich die Pflanzen noch gut erreichen.

Eine Kräuterspirale selber bauen

Kräuterspiralen schaffen Platz für viele Pflanzen auf engstem Raum, wobei alle Kräuter ihren idealen Standort bekommen – trocken oder feucht, mager oder humos, sonnig oder halbschattig. Die richtige Anordnung der Pflanzen sorgt dafür, dass alle in guter Nachbarschaft wachsen können. Die Form der Kräuterspirale erinnert an ein Schneckenhaus. Die Steine werden spiralförmig angelegt und zur Mitte hin immer höher geschichtet. Beim Schichten der Steine füllen Sie gleich die Erde ein. Besonders wichtig: Füllen Sie dabei gleich die Erde ein, die die zu pflanzenden Kräuter bevorzugen.

Tipps

Auch Trockenmauern eignen sich wunderbar zur Bepflanzung mit Kräutern. Kalksteine eignen sich hierfür besonders gut, weil sie den Säuregehalt des Bodens positiv beeinflussen und außerdem viele Kräuter warme, leicht kalkhaltige Böden lieben.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Bildagentur Zoonar GmbH/Shutterstock

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