Diptam

Mit dem unvergleichlichen Diptam zieht ein floraler Schatz in den Garten ein, der an heißen Sommertagen ein loderndes Blütenschauspiel bietet. Schon Johann Wolfgang von Goethe war fasziniert von der einzigartigen Staude, die bis in die Moderne als historische Rarität gehandelt wird. Wer sein grünes Reich jenseits festgetretener Pfade gestalten möchte, erkundet hier die fachgerechte Kultivierung. Antworten auf oft gestellte Fragen weisen Ihnen den Weg.

Brennender Busch
Die zarten Blüten des Diptam können weiß oder rosa gefärbt sein

Pflegetipps

Am sonnigen Standort mit sandig-lehmiger, kalkhaltiger Erde, wird ein Diptam nur selten auf Ihrer gärtnerischen To-Do-Liste erscheinen. Alle wichtigen Anlässe, sich um den Brennenden Busch zu kümmern, haben wir hier für Sie aufgelistet:

  • Bei längerer Trockenheit gießen am frühen Morgen oder späten Abend
  • Eine organische Startdüngung im Beet deckt den Nährstoffbedarf ab
  • Die Staude im Kübel von Mai bis August alle 4 Wochen flüssig düngen
  • Bester Termin für den Rückschnitt ist der Spätwinter

Einen Winterschutz erhält der Aschwurz im Pflanzgefäß, indem der Topf umwickelt wird mit Jute, Folie oder Gartenvlies. Sinnvoll ist eine Unterlage aus Holz oder Styropor, damit die Kälte sich nicht von unten her im Wurzelballen festsetzt.
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Welcher Standort ist geeignet?

Die Jahrhunderte-lange Erfahrung in der Kultivierung dieser Staude lässt keinen Zweifel daran, dass sie einzig am sonnigen Standort ihr Optimum erzielt. Warm und windgeschützt sollte die Lage sein, damit ein Brennender Busch an warmen Sommerabenden beweisen kann, wie er zu seinem Namen kam. Darüber hinaus streckt ein Diptam seine Wurzeln vorzugsweise aus in lehmig-sandiger Erde, die gut durchlässig und kalkhaltig strukturiert ist.
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Welche Erde braucht die Pflanze?

Der Diptam nimmt sich in Ihrem Garten gerne problematischer Lagen an und ziert diese über viele Jahre lang. Überall dort, wo die Erde reich an Kalk und arm an Sauerstoff ist, fühlt sich ein Aschwurz bestens aufgehoben. Lehmig-sandig sollte der Boden sein und mäßig trocken, wie es am Gehölzrand, dem Steingarten oder der Felssteppe der Fall sein kann.
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Wann ist Blütezeit?

Von Juni bis Juli präsentiert der Diptam seine Blütentrauben am aufrechten, festen Stängel. Die eindrucksvolle Wirkung ist dabei nicht auf die exklusive Optik beschränkt, denn die Staude verströmt einen betörenden Duft nach Vanille und Zitrone. Die gefiederten, ovalen Blätter untermalen die sommerliche Blüte in sattem Dunkelgrün.
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Diptam richtig schneiden

Schneiden Sie die verwelkten Blütenstiele nicht ab, denn die herbstlichen Fruchtstände sind ebenfalls eine Augenweide. Erst im Spätwinter wird ein Diptam bis knapp über dem Boden abgeschnitten, um Platz zu schaffen für den frischen Austrieb. Bitte bedenken Sie bei jedem Rückschnitt die Toxizität. Das Tragen von Handschuhen und langärmeliger Kleidung bewahrt Sie vor unangenehmen Hautirritationen.
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Diptam gießen

Sie werden sich nur selten mit der Gießkanne bewaffnen, um einen Diptam zu wässern. Einzig bei lang anhaltender Trockenheit verlangt die Staude nach einem guten Schluck Wasser. Verwenden Sie normales Leitungswasser, denn der darin enthaltene Kalk ist bei einem Aschwurz willkommen.
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Diptam richtig düngen

Im Beet gibt sich die Staude mit einer organischen Startdüngung im Frühjahr zufrieden. Im Kübel sind die Nährstoffreserven rascher verbraucht, sodass ein Brennender Busch von Mai bis August alle 30 Tage einen Flüssigdünger erhält. Bitte beachten Sie, dass Stickstoff-betonte Volldünger, wie Blaukorn, einem Diptam nicht behagen. Kompost, Rindenhumus, Pferdedung und Pflanzenjauchen decken den Bedarf vollkommen.
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Überwintern

Ein Aschwurz verfügt über eine robuste Frosthärte, die jegliche Vorkehrungen für eine gesunde Überwinterung überflüssig macht. Gedeiht ein Diptam indes im Kübel, stellen Sie das Gefäß vor dem ersten Frost auf einen Holzblock. Ein Wintermantel aus Jute, Vlies oder Folie hält klirrenden Frost fern vom Wurzelballen.
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Diptam vermehren

Vermehrung und Verjüngung gehen an einem Diptam Hand in Hand. Wahlweise im Frühjahr oder Herbst graben Sie die Staude aus. Bei dieser Gelegenheit werden kranke und faulige Wurzelstränge herausgeschnitten. Nachdem die ausgediente Erde abgeschüttelt wurde, legen Sie den Rhizomballen auf eine feste Unterlage. Mit einem scharfen Messer zerschneiden Sie die Staude in zwei oder mehr Segmente. Diese pflanzen Sie am neuen Standort so tief ein, dass die bisherige Pflanztiefe gewahrt bleibt und gießen an. Damit sich ein Teilstück tatsächlich in einen adulten Brennenden Strauch verwandelt, sollten mindestens 2 Augen vorhanden sein, aus denen heraus der Austrieb erfolgt.
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Diptam im Topf

Um Topf zelebriert ein Diptam sein elegantes Blütenfeuerwerk auf der sonnigen, warmen Terrasse und dem Süd-Balkon. Wählen Sie als Substrat handelsübliche Kübelpflanzenerde, die mit Sand und Lavagranulat abgemagert wird. Eine Drainage aus Tonscherben oder Kies beugt am Topfboden schädlicher Staunässe vor. Die relevanten Pflegemaßnahmen im Kurzüberblick:

  • Mäßig gießen mit normalem Leitungswasser am frühen Morgen oder späten Abend
  • Staunässe vermeiden, indem der Untersetzer zeitnah entleert wird
  • Von Mai bis August alle 30 Tage einen Flüssigdünger verabreichen
  • Bodennaher Rückschnitt im zeitigen Frühjahr

Da der Wurzelballen hinter den relativ dünnen Topfwänden klirrendem Frost hilflos ausgeliefert ist, erhält das Gefäß eine Ummantelung aus Jute, Noppenfolie oder Vlies. Ergänzend schieben Sie dem Kübel einen Holzblock unter oder ein anderes Kälte-isolierendes Material.
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Ist Diptam giftig?

Diptam ist aufgrund ihres exorbitant hohen Gehaltes an Alkaloiden, ätherischen Ölen und anderen Inhaltsstoffen als giftig einzustufen. Im Familiengarten sollte daher auf das flammende Blütenschauspiel aus Gründen der Vorsicht verzichtet werden. Im Rahmen von Pflanz- und Pflegearbeiten empfehlen wir das Tragen schützender Handschuhe und langärmeliger Kleidung, da es zu phototoxischen Hautreaktionen kommen kann.
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Trivia

Es hat einen handfesten Grund, warum die Staude als Brennender Busch bezeichnet wird. An heißen Sommertagen dunstet ein Diptam eine solch hohe Menge an ätherischen Ölen aus, dass diese sich infolge eines Brennglaseffektes selbst entzünden können. Im Resultat kommt es zu einer Verpuffung, ohne dass die Staude tatsächlich verbrennt. Ein magisches Schauspiel bietet sich in der Abenddämmerung am Ende eines heißen Sommertages, wenn bei gleichzeitiger Windstille scheinbar blaue Flammen über den Blüten flackern.
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Schöne Sorten

  • Albiflorus: Weiß blühende, historische Sorte, die seit 1893 die Herzen der Gärtner erobert; Wuchshöhe 80-100 cm
  • Brennender Busch: Besticht mit rosa-weißen Blüten, die an heißen Tagen wie kleine Flammen lodern; Wuchshöhe 80-100 cm
  • Purpureus: Elegante Optik im Juni und Juli dank üppiger Blütentrauben in bezauberndem Purpurrosa; Wuchshöhe 80 cm
  • Niveau: Dank des kompakten Habitus empfiehlt sich weiße blühende Züchtung für den Kübel; Wuchshöhe 60-80 cm
Text: Paula Jansen
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