Apfelbaum Rückschnitt
Das Apfelbaum-Schneiden will gelernt sein

Den Apfelbaum im Garten richtig schneiden

Viele Menschen trauen sich den Schnitt ihrer Obstbäume im Garten selbst nicht zu. Dabei kann mit einer Anleitung dabei nicht viel falsch gemacht werden, wenn die Sache mit Geduld und Ernsthaftigkeit angegangen wird.

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Der Schnitt als regelmäßige Pflegemaßnahme beim Apfelbaum

Der Baumschnitt zählt mit zu den wichtigsten Maßnahmen der Pflege beim Apfelbaum. Da der Einsatz von Pestiziden und Fungiziden gegen Krankheiten und Pilzbefall nicht nur teuer ist, sondern auch die Ernte meist chemisch belastet, sollte der Baumschnitt als eine präventive und darüber hinaus rein biologische Maßnahme sehr ernst genommen werden.

Den Apfelbaum vor Krankheiten schützen

Auch bei mehreren Apfelbäumen in einem Garten kann die Ausbreitung von Krankheiten verhindert oder eingedämmt werden, wenn die Äste in den einzelnen Baumkronen jeweils nicht zu dicht zueinander angeordnet sind. Früher galt hierzu die Faustregel, dass man durch eine richtig gepflegte Apfelbaumkrone einen Hut hindurch werfen können sollte. In einer lichten und luftdurchlässigen Baumkrone können sich nicht nur Schädlinge weniger leicht ausbreiten, die einzelnen Blätter und Früchte können durch die bessere Lichtzufuhr auch bessere Wuchsleistungen bringen. Wenn Sie an den Triebspitzen des Apfelbaums im Frühjahr die weißen Gespinste des Frostspanners entdecken, zählt das Entfernen der Nistplätze mit einem gezielten Schnitt zu den besten Sofortmaßnahmen einer Bekämpfung.

Den Ertrag des Apfelbaums steigern durch einen gezielten Schnitt

Mit einem einem gezielten Schnitt lässt sich der Ertrag der meisten Apfelsorten deutlich steigern, denn er hat folgende Effekte:

  • eine bessere Lichtzufuhr in alle Bereiche der Baumkrone
  • eine bessere Durchlüftung und Abtrocknung der Blätter nach Regenperioden
  • eine stabilere Tragfähigkeit der Zweige für schwere Früchte
  • ein erleichterte Ernte in einer gut zugänglichen Baumkrone

Grundsätzlich sollte beim Schnitt darauf geachtet werden, dass rund um den Hauptstamm maximal vier bis fünf Leitäste in regelmäßiger Form nach oben wachsen. An diesen wiederum sollten die einzelnen Zweige möglichst in einem Winkel von mehr als 45 Grad nach außen abgespreizt sein. Nach innen gerichtete Zweige sollten Sie ohne Bedenken zurückschneiden. Wann immer Sie an einer Stelle einen dickeren Ast abschneiden müssen, so sollten Sie die Schnittfläche nicht exakt horizontal ansetzen, damit darauf kein Wasser stehen bleiben und gefrieren kann.

Der Schnitt an unterschiedlichen Zeitpunkten im Jahr

Das Kürzen der einzelnen Triebe am Apfelbaum kann zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Jahr geschehen. Bewährt hat sich eine Kombination aus mehreren Schnitten und Pflegemaßnahmen, die auf die jeweiligen Eigenarten der eigenen Apfelsorten abgestimmt werden können.

Der Winterschnitt beim Apfelbaum

Der Winterschnitt sollte beim Apfelbaum in der Regel der massivste Eingriff im Jahr sein. Da im Winter eine relative Saftruhe im Baum herrscht, greifen Eingriffe zu diesem Zeitpunkt im Jahr weniger stark in den Saftkreislauf ein. Allerdings sollte hierfür ein Tag zwischen Dezember und Februar ausgewählt werden, an dem die Temperaturen weder unter dem Gefrierpunkt, noch für die Jahreszeit außergewöhnlich warm liegen. Ein positiver Aspekt des Winterschnitts ist die gute Sichtbarkeit aller Äste und Zweige nach dem Abfallen des Laubs. So können die Wuchsrichtungen genau analysiert und bei Bedarf korrigiert werden.

Der Sommerschnitt beim Apfelbaum

Auch der Sommerschnitt kann bei manchen Apfelsorten durchaus große Bedeutung haben. Bildet ein Baum viele sogenannte Wasserschosse am oberen Ende der Baumkrone aus, so ist ein Ausdünnen dieser durchaus angebracht, da sie eine eher nutzlose Verschwendung der Wasser- und Nährstoffressourcen des Baums darstellen. Nach einem starken Winterschnitt kann es im Frühjahr auch manchmal zu regelrechten Wachstumsschüben eines Apfelbaums kommen, so dass Größe und Höhe des Baums zeitnah eingedämmt werden sollen. Nicht zuletzt können in einer Saison mit guter Bestäubung auch überzählige Früchte abgenommen werden, damit die restlichen Früchte besser ausreifen und die Zweige unter der Last eine reichen Ernte nicht abbrechen.

Pflegemaßnahmen und Schnitt im Herbst

Auch im Herbst kann es durchaus sinnvoll sein, gewisse Korrekturen von Fehlern beim Winterschnitt und beim Sommerschnitt vorzunehmen. Außerdem gilt es nach der Ernte, Fruchtmumien und welke Zweige zu entfernen, damit diese über den Winter nicht zu einem Pilzbefall in der neuen Saison führen.

Spezialformen eines Apfelbaums durch Schnitte erziehen

Da die Gärten zum Teil immer kleiner werden, wird der Schnitt von Apfelbäumen auch immer wichtiger, um besondere Baumformen des Apfelbaums in der gewünschten Größe zu halten. Spalierbäume müssen regelmäßig geschnitten und in die richtige Richtung gelenkt werden, damit sie ein geordnetes Erscheinungsbild haben und gute Erträge liefern können.

Tipps & Tricks
Ein Pflanzschnitt direkt bei der Pflanzung eines jungen Apfelsetzlings kann diesem das Anwurzeln am neuen Standort erleichtern.

Beiträge aus dem Forum

  1. Selbstgezogener Apfelbaum wächst nicht weiter

    Hallo zusammen,
    Ich habe im Sommer 2015 einen Apfelbaum aus einem Kern gezogen und habe diesen dann im Herbst 2015 nach draußen gesetzt damit er überwintern kann. In den letzten beiden Jahren hat er reichlich Blätter gebildet, aber er wächst nicht in die Höhe. Ich habe schon die Unteren Blätter abgezupft damit er seine Kraft in die Höhe gibt. Ich hab ihn außerdem mit Bio-Dünger für Obstbäume gedüngt aber er wächst nicht.
    Kann mir jemand helfen was ich falsch gemacht habe oder was ihm fehlt?
    Lg :)

    GartenP.Tiefenlachen
    GartenP.Tiefenlachen
  2. Avocados umtopfen

    Hallo,
    seit einiger Zeit habe ich es geschafft drei Avocadopflanze hochzuziehen.
    Nun habe ich überlegt sie in einen größeren Topf umzusetzen.
    Meine Frage an euch wäre, ab [B]welcher[/B] [B]Größe[/B] sollte man sie [B]umtopfen[/B] und welche Topfgröße wäre optimal?
    Darüber hinaus würde mich auch interessieren wann man mit einer ersten Fruchttragung rechnen kann?

    Schon mal Danke für eure Hilfe!

  3. Pilz am Kirschbaum

    Hallo und einen schönen guten Abend,
    ich möchte mich als Neuling "Unwissender", also Jens erst mal vorstellen. Ich erhoffe hier ein paar Tipps und Ratschläge für mein Problem zu erfahren.
    Mein über 60 Jahre alter Kirschbaum, den mein Opa aufgepfropft/veredelte, hat an einer alten Schnittstelle ein Pilz, der seit ein paar Wochen richtig gross geworden ist.
    Meine Recherchen im Inet waren bisher nicht von Erfolg gekrönt und so hoffe ich hier auf Hilfe.

    Muss ich mir ernsthafte Sorgen um unseren alten Kirschbaum machen, der eine wirklich grosse Knorpelkirsche produzierte?
    Gibts es Abhilfe zur Beseitigung des Pilzes?
    Welche Art von Pilz ist es eigentlich?

    Ich wäre Euch sehr dankbar für eine Hilfe...[ATTACH=full]18[/ATTACH]

  4. Bananenpflanzen

    Hallo,
    ich habe eine Frage zu Bananenpflanzen. Und zwar, meine beiden Bananenpflanzen wachsen wie der Teufel u machen auch ein Blatt nach dem anderen. Was sie allerdings nicht machen sind Kindel. :-( Was mach ich falsch?
    Sie haben einen sonnigen, warmen Platz direkt am Fenster.

    Vielen Dank

    Liebe Grüße

  5. Avocadopflanze

    Hallo zusammen,

    bin neu hier und begrüße euch erstmal recht herzlich :).
    Ich habe folgende Fragen:

    1. Ist es möglich den Avocadokern bzw. die daraus entstandene Pflanze [B]permanent[/B] in einem Krug mit Wasser zu lassen und ohne Erde sie aufzuziehen? Vorteile Nachteile falls möglich?

    2. In welche Erde sollte man die junge Avocadopflanze am besten pflanzen und in welcher Topf-Kombi? Meine vorherigen Versuche in Blumenerde (trotz mäßigem Gießens) haben leider alle immer mit starkem Schimmel auf der Erde geendet. [I]Genutzt habe ich einen normalen (dekorativen) Blumentopf und einen Untertopf mit Löchern unten, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. [/I]

    Danke schonmal - ich freue mich auf eure Erfahrungen ;)

  6. Schwangere Phalaenopsis

    [B]Hallo, an alle ein herrzliches Grüß Gott,[/B]

    i[I]ch bin seit heute neu hier in diesem Forum und falle fast mit der Tür ins Haus. [/I]

    Ich glaube ich kann sagen, daß ich mich mit Phalaenopsis sehr gut auskenne, bei mir stehen zwölf Stück zu Hause, natürlich hatte ich die nötige Hilfe der Bücher und Freunde, die ebenfalls Phalaenopsis haben. Im Internet sah ich zufällig ein Video, wie die Vermehrung, sprich Pollentausch vorsich ging. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt eine blühende Orchidee und müßte das sofort ausprobieren. Mangels zweiter Pflanze mußte ich die Blüten von der einen nehmen, also Zahnstocher raus und angefangen. Pollen von einer Blüte raus, natürlich mußte die andere Blüte auch ihren Pollen hergeben, Pollen wechsel dich.

    Nach ein paar Tagen fingen die beiden Blüten zu welken an, dann wieder ein paar Tage später bekamen die Stiele dicke Hälse und wurden länger und länger. Mittlerweile sind sie 10 cm lang und der umfang ca. 3 cm.
    Jetzt heißt es warten und zwar 8 Monate, in Worten, acht Monate.......Der Pollentausch war am 19. 11. 2017.

    Was dann kommt, wird wahrscheinlich ein Geduldsspiel, haben die beiden keimfähige Samen, oder wars der Mühe nicht wert. Die Mühe besteht darin, meine Küche in ein steriles Labor zu verwandeln, oder ich finde einen Züchter, der Fremdsamen mit aufzieht.

    Es könnte ja sein, daß jemand aus dem Forum sich mit der Aufzucht der Phalaenopsissamen auskennt. Das wäre ein Glücksfall für mich