Wiesenklee: Verwendung, Anbau und Pflege

Gegen mageren Gartenboden, fade Speisen und gesundheitliche Beschwerden ist ein Kraut gewachsen namens Wiesenklee. Gute Gründe, warum das krautige Multitalent mit den hübschen Kugelblüten in vielen Naturgärten angebaut wird. Stellt sich nur die Frage, wo und wie sich Wiesenklee im eigenen Hobbygarten anpflanzen lässt? Lesen Sie hier einen aussagekräftigen Steckbrief zu Wiesenklee. Nachvollziehbare Anleitungen erklären, wie Sie Rotklee richtig pflanzen und pflegen.

wiesenklee
Die Heilwirkung von Wiesenklee ist kaum bekannt

Das Wichtigste in Kürze

  • Wiesenklee ist ein 15 bis 80 cm großer, krautiger Schmetterlingsblütler mit kugeligem Blütenstand, winzigen Hülsenfrüchten und bis zu 200 cm langen Wurzeln.
  • Verwendungsoptionen im Hobbygarten: Gründüngung, Bienenweide, Küchenkraut, Naturheilpflanze, Futterpflanze für Grasfresser.
  • Wiesenklee wird angebaut als Direktaussaat am sonnigen bis halbschattigen Standort in frisch-feuchter, nährstoffreicher Erde oder im Topf auf der hellen Fensterbank.
  • Pflege-Tipps: gießen bei fühlbarer Trockenheit, biologisch düngen mit Kompost im Beet oder mit organischem Flüssigdünger im Topf.
  • Premium-Sorten: Roter Wiesenklee, Rotklee (Trifolium pratense), Weißer Wiesenklee, Weißklee (Trifolium repens), Gelber Wiesenklee, Faden-Klee (Trifolium dubium), Blassgelber Wiesenklee (Trifolium ochroleucon), Alpen-Wiesenklee (Trifolium pratense spp. nivale).

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Trifolium pratense
  • Familie: Schmetterlingsblütler
  • Wuchstyp: krautige Staude
  • Vorkommen: Fettwiesen
  • Wuchshöhe: 15 bis 80 cm
  • Blütezeit: April bis Oktober
  • Blütenform: kugelig bis eiförmig
  • Blütenfarbe: rot oder weiß
  • Frucht: Hülsenfrucht
  • Wurzeln: Rhizom mit Zugwurzeln
  • Giftigkeit: ungiftig, essbar
  • Verwendung: Gründüngung, Küchenkraut, Heilpflanze

Blütezeit

Vom Frühling bis tief in den Herbst erstreckt sich die Blütezeit von Wiesenklee. Bescheiden grüßen die aparten Blütenstände aus Fettwiesen und am Wegesrand die Passanten im Vorübergehen. Folgende Eigenschaften zeichnen die Blüte von Trifolium aus:

  • Blütenstand: vielblütig, kugelig, ährig-aufrecht
  • Größe: 1 bis 2 cm lang
  • Durchmesser: 2 bis 3 cm
  • Farbe: rot, seltener weiß, rosa oder gelb
  • Blütenökologie: nektarreiche Schmetterlingsblüte mit Klappmechanismus (explizit für langrüsselige Insekten)
  • Besonderheit: essbar

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Die Blütezeit von Wiesenklee ist ein Fest für Hummeln und Schmetterlinge. Mit ihren langen Rüsseln können die Bestäuber vom Nektar naschen, der als Belohnung am Grund einer 10 mm langen Röhre lockt.

Exkurs

Wiesenklee lindert Wechseljahresbeschwerden

Im kugeligen Blütenstand von Wiesenklee sind wertvolle Isoflavone enthalten, die Frauen hilfreich durch die schwierige Menopause geleiten. Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen verlieren ihren Schrecken beim regelmäßigen Genuss von Wiesenklee-Tee. Einen Teelöffel getrockneter Blüten übergießen mit 250 Milliliter heißem Wasser und 10 Minuten ziehen lassen. Wie Rotklee generell das Wohlbefinden steigert, vermittelt folgendes Video:

Wiesenklee - Heilpflanze aus der Apotheke von Mutter Natur

Frucht

Jede bestäubte Rotklee-Blüte verwandelt sich in eine winzige Hülsenfrucht mit ein bis zwei Samen. So erkennen Sie die Frucht von Wiesenklee:

  • Fruchtreife: August bis Oktober
  • Länge: 1,5 bis 4 mm
  • Breite: 1 mm
  • Besonderheit: Samen sind 14 bis 100 Jahre keimfähig

Reife Hülsen springen mit einem Deckel auf und geben die hartschaligen Samen frei. Für die Ausbreitung zuständig sind Grasfresser aller Art sowie Ameisen und Regenwürmer.

Wurzeln

Wiesenklee gedeiht nach dem Motto: „In der Wurzel liegt die Kraft“. Mit bis zu 200 Zentimeter langen Wurzeln lockert Rotklee das Erdreich tiefgründig auf. Die episch langen Wurzelstränge transportieren Knöllchenbakterien, die den Boden anreichern mit Stickstoff. Stickstoff ist ein Hauptnährstoff und wird auch Motor des Wachstums genannt. Diese Eigenschaft macht Wiesenklee zu einem natürlichen Bodenaktivator. Ausgesät als Gründüngung bereitet Rotklee das Beet vor auf die Pflanzung von Gemüse, Stauden und Sträuchern, die sich eine nährstoffreiche Erde wünschen für prächtiges Wachstum.

Verwendung

Steckbrief und Erläuterungen lassen keinen Zweifel: Wiesenklee ist eine vielseitige Nutzpflanze aus der Schatztruhe von Mutter Natur. Damit Ihnen keine Verwendungsmöglichkeit von Rotklee entgeht, gibt folgende Tabelle einen zusammenfassenden Überblick:

Garten/Balkon Küche Heilpflanze
Gründüngung Blüten für kalte, warme Speisen gegen Husten
Bienenweide Sprossen in Salat gegen Rheuma
Küchenkraut Blätter/Triebe für Kräuterquark zur Kreislaufstärkung
Futterpflanze für Grasfresser Blüten in Teig ausgebacken zur Blutreinigung

Wiesenklee pflanzen – Anleitung für Beet und Topf

Angebaut wird Wiesenklee am einfachsten mittels Direktaussaat im Beet. Für die Verwendung als Küchenkraut, Zier- oder Heilpflanze empfehlen wir die Kultivierung im Topf. Beide Optionen erklären die folgenden Anleitungen detailliert und nachvollziehbar:

Pflanzzeit

Das Zeitfenster für die Aussaat von Samen im Freiland ist geöffnet von März/April bis September. Obschon Wiesenklee-Samen frostfest sind, können sie im gefrorenen Boden nicht keimen. Unter Glas ist die Aussaat von Rotklee im Topf vom Februar bis Oktober möglich.

Standort

Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist ideal für den Anbau von Wiesenklee. An die Bodenqualität stellt die krautige Staude keine besonderen Ansprüche. Vorteilhaft ist tiefgründige, locker-durchlässige Erde, die bestenfalls kalkhaltig und frisch-feucht beschaffen ist. Sandige Gartenerde können Sie verbessern mit Kompost. In zu saurer Erde hebt die Gabe von Kalk den pH-Wert auf günstige 6 bis 7,5. Temperaturen und Windexposition sind von nachrangiger Bedeutung, denn Rotklee wächst auch in rauen Lagen.

Direktaussaat

Eine gute Bodenvorbereitung stellt die Weichen für die Keimung zahlreicher Samen und zügiges Wachstum von vitalen Jungpflanzen. So säen Sie Wiesenklee im Beet richtig:

  1. Unkraut jäten, Erde feinkrümelig harken, mit Rechen glattziehen
  2. Samen ausstreuen (4 bis 5 g/m²)
  3. Saatgut leicht einharken
  4. Lichtkeimer dünn übersieben mit Sand (0,5 bis 1 cm)
  5. Erde mit den Händen andrücken oder walzen
  6. Angießen mit feiner Brause

Bei der Aussaat haben Gartenvögel Sie bereits fest im Blick, denn sie hoffen auf ein Festmahl. Damit die Samen nicht in pickenden Schnäbeln verschwinden, decken Sie das Saatbeet bitte ab mit einem Schutznetz. Wenn die Keimlinge über ihren Keimblättern mindestens zwei Paar ihrer dreiteilig-gefiederten Blätter tragen, vereinzeln Sie die kräftigsten Exemplare auf einen Abstand von 15 bis 20 Zentimetern.

Wiesenklee im Topf anbauen

In einem mittelgroßen, extra tiefen Topf mit Bodenöffnung als Wasserablauf gedeiht Wiesenklee prächtig auf der Fensterbank. Als Substrat empfehlen wir torffreie Saaterde oder Kräutererde, angereichert mit Lavagranulat (14,00€ bei Amazon*) oder Blähton für eine gute Durchlässigkeit. Reservieren Sie eine Handvoll der anorganischen Körner für eine Drainage zum Schutz vor Staunässe. So machen Sie es richtig:

  1. Auf dem Topfboden eine 5 cm hohe Drainage anlegen
  2. Substrat einfüllen bis 10 cm unterhalb vom Topfrand
  3. Samen im Abstand von 3-4 cm ins Substrat stecken
  4. Erde mit einem Brettchen andrücken für einen guten Bodenschluss
  5. Mit Wasser aus der Sprühflasche angießen

Am hellen, nicht vollsonnigen Standort nimmt die Keimung bei 15° bis 20° Celsius etwa eine Woche in Anspruch. Halten Sie das Substrat konstant leicht feucht und verabreichen Sie keinen Dünger. Sortieren Sie die schwächsten Keimlinge aus, sodass eine bis zwei Wiesenklee-Pflanzen im Topf übrig bleiben.

Wiesenklee pflegen – Tipps für Hobbygärtner

Der Heimvorteil macht Wiesenklee zu einer pflegeleichten Pflanze. Gießen Sie die Staude immer dann, wenn sich die Oberfläche von Erde oder Substrat trocken anfühlt. Etwa 6 Wochen nach der Aussaat bringt gesiebte Komposterde im Beet das Wachstum in Schwung. In den Folgejahren düngen Sie Rotklee im März und Juni mit Kompost. Für die Nährstoffversorgung im Topf empfehlen wir einen organischen Flüssigdünger.

Wiesenklee als Gründünger

In der Funktion als Gründünger, mähen Sie Wiesenklee nach der Blütezeit ab. Wahlweise arbeiten Sie die Blattmasse in den Boden ein oder das Schnittgut wird kompostiert. Die Wurzeln verbleiben im Boden, wo sie verrotten und Nährstoffe abgeben für die Folgekultur.

Beliebte Sorten

Mehr Farbe kommt ins Spiel, wenn Sie Gewöhnlichen Wiesenklee kombinieren mit Artgenossen, die mit weißen, gelben oder rosa Kugelblüten verzaubern:

  • Roter Wiesenklee: Trifolium pratense, Rotklee, Gewöhnlicher Wiesenklee, ausdauernd, aufrecht, 15 bis 80 cm.
  • Weißer Wiesenklee: Trifolium repens, Weißklee, ausdauernd, kriechend, 5 bis 30 cm, Blütezeit Mai bis Oktober.
  • Gelber Wiesenklee: Trifolium dubium, Synonym Faden-Klee, einjährige, krautige Pflanze, 20 bis 40 cm
  • Blassgelber Wiesenklee: Trifolium ochroleucon, einjährig, 20 bis 50 cm groß, Hauptverbreitung im Mittelmeerraum
  • Alpen-Wiesenklee: Trifolium pratense spp. nivale mit blass-rosa Blüten, ausdauernd, krautig, 10 bis 50 cm.

FAQ

Dürfen Kaninchen Wiesenklee fressen?

Ja, denn Kaninchen futtern Klee für ihr Leben gern. Insbesondere Wiesenklee ist reich an Eiweiß, Vitaminen, Proteinen und Mineralstoffen. Jungtiere sollten allerdings mit kleinen Portionen an das nahrhafte Futter gewöhnt werden, damit keine Verdauungsbeschwerden oder Koliken die kleinen Bäuchlein quälen. Im Winter sorgen getrocknete Rotklee-Blüten für schmackhafte Abwechslung auf dem Speiseplan.

Welche Wirkung erzielt Wiesenklee-Öl?

Wiesenklee-Öl ist für die äußere Anwendung als Pflegeprodukt oder Massageöl geeignet. Regelmäßig aufgetragen wird dem Blütenöl eine hautverjüngende Wirkung nachgesagt. Die Hautzellen werden mit reichlich Feuchtigkeit versorgt und die Durchblutung angeregt, was für ein ebenmäßiges, feinporiges Hautbild sorgt. Sie können Wiesenklee-Öl in Drogerien kaufen oder aus getrockneten Blüten mit Mandel- oder Olivenöl selber machen.

Ich möchte aus Wiesenklee-Samen Sprossen ziehen. Wie geht das?

Geeignete Wiesenklee-Samen können Sie im Fachhandel kaufen oder selber ernten. Damit die Samen keimen, empfehlen wir die Verwendung eines Keimgerätes. Weichen Sie zunächst die hartschaligen Samen für 6 bis 8 Stunden ein in lauwarmem Wasser oder Kamillentee. Nunmehr säen Sie die Rotkleesamen im Keimgerät aus. Wässern Sie das Saatgut zweimal täglich. Bei 20° Celsius nimmt die Keimung etwa eine Woche in Anspruch. Mit einer Gemüseschere schneiden Sie die Sprossen frisch ab als Zutat für Salat, Gemüse oder Suppe.

Welche Teile von Wiesenklee sind essbar?

Für den Verzehr geeignet sind Blüten, Blätter, Triebe und Samen. Ernten Sie im Frühling die zarten Blätter und Triebe als Zutat für kalte und warme Speisen, wie Salat, Kräuterquark, Suppe oder Gemüse. Im Sommer verfeinern die Blüten einen knackigen Salat oder werden ausgebacken in Teig als Snack. Aus den Samen ziehen Sie im Herbst vitaminreiche Sprossen. Im Winter sorgen getrocknete Wiesenklee-Blüten als Tee für Wohlbefinden und beugen Wechseljahresbeschwerden vor.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Grigorii Pisotsckii/Shutterstock

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