Gartengestaltung

Neubau: Wie gestalte ich den Garten trotz knappem Budget?

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Beim Einrichten eines Gartens am Neubau steht die Bodenanalyse an erster Stelle. Basierend auf Bodenart und Nährstoffgehalt können Sie die ideale Grundlage für ein blühendes Pflanzenparadies schaffen.

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Das A und O beim Neubau eines Gartens ist die Planung

Die Bodenbeschaffenheit analysieren

Der erste Schritt zum Traumgarten ist die Analyse des Bodens. Nur wenn Sie die Eigenschaften Ihres Gartenbodens kennen, können Sie die richtigen Pflanzen auswählen und ihr optimales Wachstum sicherstellen. Hierfür sind sowohl die Bestimmung der Bodenart als auch eine Nährstoffanalyse entscheidend.

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Die Bodenprobe

Zur Bestimmung der Bodenart können Sie eine einfache Bodenprobe durchführen. Entnehmen Sie an verschiedenen Stellen des Gartens kleine Mengen feuchter Erde. Rollen Sie die Erde wie Kuchenteig aus oder formen Sie eine Kugel daraus:

  • Sandboden: Rieselt die Erde durch die Finger und gibt Wasser sofort ab, handelt es sich um sandigen Boden. Dieser ist leicht zu bearbeiten und erwärmt sich schnell, trocknet jedoch rasch aus und bietet den Pflanzen wenig Halt und Nährstoffe.
  • Lehmboden: Bleibt die Erde klumpig und glänzt an den Bruchstellen, liegt Lehmboden vor. Lehm speichert Wasser und Nährstoffe gut, neigt jedoch zur Verdichtung und kann Staunässe verursachen.
  • Tonboden: Dieser extrem dichte Boden ist schwer zu bearbeiten und lässt Wasser nur langsam abfließen. Er bietet viele Nährstoffe, aber die hohe Verdichtung kann Pflanzenwachstum hemmen.
  • Mischboden: Eine krümelige Erde, die sich gut formen lässt, deutet auf einen ausgewogenen Lehm-Sand-Boden hin. Dieser speichert ausreichend Wasser, bietet viele Nährstoffe und lässt sich leicht bearbeiten.

Der Nährstofftest

Neben der Bodenart ist der Nährstoffgehalt Ihres Gartenbodens entscheidend. Eine Bodenanalyse, die Sie selbst mit einem Test-Set aus dem Fachhandel durchführen oder in einem speziellen Labor vornehmen lassen, gibt Ihnen genauen Aufschluss über den Nährstoffgehalt und den Säuregrad (pH-Wert) des Bodens.

  • Nährstoffe: Eine Analyse zeigt an, ob wichtige Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium in ausreichender Menge vorhanden sind. Je nach Ergebnis können Sie gezielt Maßnahmen zur Bodenverbesserung ergreifen, etwa durch das Einarbeiten von Kompost oder speziellen Düngemitteln.
  • pH-Wert: Der ideale pH-Wert für die meisten Gartenpflanzen liegt zwischen 6 und 7. Mithilfe eines pH-Tests lässt sich bestimmen, ob der Boden zu sauer oder zu basisch ist. Bei einem zu sauren Boden kann die Zugabe von Kalk helfen, während bei einem zu basischen Boden die Zugabe von organischem Material wie Torf sinnvoll ist.

Eine gründliche Bodenanalyse ist somit der Schlüssel zu einem gesunden und ertragreichen Garten.

Den Garten planen und gestalten

Eine gründliche Planung ist das A und O für die Gestaltung eines Gartens, der gut funktioniert und Wohlbefinden schafft. Berücksichtigen Sie dabei die spezifischen Standortbedingungen und Ihre persönlichen Vorlieben.

Detailgenauen Gartenplan erstellen

Zeichnen Sie einen maßstabsgetreuen Gartenplan. Berücksichtigen Sie dabei alle bestehenden Gebäude, Wege und Flächen, sowohl sonnige als auch schattige Bereiche.

Budget und Kosten kalkulieren

Die Budgetplanung ist ein weiterer entscheidender Schritt. Rechnen Sie je nach Umfang des Projekts mit spezifischen Kosten für die gesamte Anlage. Einplanen sollten Sie etwa 12 bis 18 Prozent der Baukosten für die komplette Umsetzung, falls ein Gartenbauunternehmen die Arbeit übernimmt.

Tipps zur Kostenreduktion:

  • Nutzen Sie recycelte Materialien wie alte Pflastersteine.
  • Übernehmen Sie selbst einige Arbeiten, wie das Anlegen von Beeten oder einfachen Wegen.
  • Kaufen Sie Restbestände an Baumaterialien günstig ein.

Elemente der Außenanlage planen

Berücksichtigen Sie alle wichtigen Elemente der Außenanlage in Ihrem Plan:

  • Wege und Terrassen: Planen Sie diese zuerst, um schwere Arbeiten abzuschließen, bevor die Pflanzen gesetzt werden.
  • Beleuchtung und Bewässerung: Verlegen Sie nötige Versorgungsleitungen frühzeitig, wenn der Boden offen ist.
  • Zäune und Sichtschutz: Denken Sie an Privatsphäre und Gesamtdesign.
  • Wasseranlagen: Planen Sie Gartenteiche oder Pools gleich mit ein.
  • Nutz- und Erholungsflächen: Berücksichtigen Sie Beete, Gemüseanbauflächen und Spielbereiche für Kinder.

Zeitplan erstellen

Ein detaillierter Zeitplan hilft Ihnen, den Überblick zu behalten und die einzelnen Arbeitsschritte besser zu koordinieren. Berücksichtigen Sie dabei saisonale Bedingungen:

  • Frühjahrsarbeiten: Ideal für das Pflanzen von Blumen und Sträuchern sowie für Bodenarbeiten, wenn der Frost vorbei ist.
  • Herbstarbeiten: Beste Zeit zum Setzen von Bäumen und Gehölzen, damit sie noch vor dem Winter anwachsen können.

Den Gartenboden vorbereiten

Bevor die ersten Pflanzen gesetzt werden können, muss der Gartenboden richtig vorbereitet werden. Bauarbeiten können den Boden oft verdichten und Schutt oder Steine hinterlassen, die entfernt werden müssen, um eine ideale Wachstumsumgebung zu schaffen.

Den Boden auflockern

Entfernen Sie zunächst alle Unkräuter, Steine und Bauschuttreste von der Oberfläche. Anschließend lockern Sie den Boden bis zu einer Tiefe von etwa 30 cm mit einer Grabegabel oder einem Spaten. Dies fördert die Drainage und verbessert die Belüftung für die Wurzeln. Bei sandigen Böden können Sie Humus oder Lehm hinzufügen, um die Wasserhaltefähigkeit zu verbessern. Bei schweren Lehmböden empfiehlt es sich, Sand oder Kompost einzuarbeiten, um die Bodenstruktur aufzulockern und die Durchlässigkeit zu erhöhen.

Bodenqualität verbessern

Nach dem Auflockern sollten Sie den Boden mit organischen Materialien anreichern, um seine Fruchtbarkeit zu steigern. Hierbei können Sie gut verrotteten Kompost, kompostierten Mist oder spezielle Bodenverbesserer einarbeiten. Arbeiten Sie den Kompost oder anderen organischen Dünger bis in eine Tiefe von 10-15 cm in den Boden ein, um eine gleichmäßige Verteilung zu gewährleisten.

Gründüngung anwenden

Eine effiziente Methode zur Verbesserung der Bodenqualität ist die Gründüngung. Säen Sie im Frühjahr oder Herbst Pflanzen wie Klee, Lupinen, Raps oder Senf aus. Diese Pflanzen lockern den Boden durch ihr Wurzelwerk auf und erhöhen den Humusgehalt. Nachdem die Gründüngungspflanzen ausgewachsen sind, mähen oder hacken Sie sie klein und arbeiten sie in den Boden ein.

Insgesamt ist die sorgfältige Vorbereitung des Gartenbodens entscheidend für ein gesundes Pflanzenwachstum und eine reiche Ernte.

Die Gartengestaltung

Nun, da der Boden optimal vorbereitet ist, können Sie mit der Gestaltung Ihres Gartens beginnen. Orientieren Sie sich an Ihrem Gartenplan und setzen Sie die geplanten Elemente Schritt für Schritt um. Zuerst sollten größere strukturelle Elemente wie Carports, Terrassen oder Wasseranlagen angelegt werden. Anschließend folgen Gartenhäuschen, Spielgeräte, Zäune und Sichtschutzwände.

Bäume und Sträucher pflanzen

Das Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern sollte zeitnah nach den großen Bauarbeiten erfolgen, da sie Zeit zum Anwachsen benötigen. Achten Sie darauf, dass großkronige Bäume genügend Abstand zu Gebäuden und Grenzen haben. Wählen Sie die Gehölze entsprechend der Standortbedingungen und Bodenstruktur aus.

Stauden und Beete anlegen

Gestalten Sie die Beete mit einer Mischung aus Stauden, Blumen und eventuell auch Zwiebelpflanzen. Eine gut durchdachte Pflanzenauswahl verleiht Ihrem Garten Struktur und Farbe über verschiedene Jahreszeiten hinweg. Berücksichtigen Sie die Bedürfnisse der Pflanzen hinsichtlich Sonneneinstrahlung und Wasserbedarf.

Rasen anlegen

Der Rasen wird typischerweise als letztes Element der Gartengestaltung angelegt. Bereiten Sie die Fläche vor, indem Sie sie von Unkraut und Steinen befreien und den Boden gründlich lockern. Säen Sie den Rasen im Frühjahr oder Herbst und bewässern Sie ihn regelmäßig in den ersten Wochen. Alternativ können Sie Rollrasen verlegen, der zwar teurer ist, aber schneller genutzt werden kann.

Bewässerungssystem installieren

Für einen gesunden und pflegeleichten Garten empfiehlt es sich, ein geeignetes Bewässerungssystem zu installieren. Automatische Bewässerungen oder einfache Tropfsysteme sparen Zeit und stellen sicher, dass Ihre Pflanzen gleichmäßig mit Wasser versorgt werden.

Durch sorgfältige Planung und gut durchgeführte Arbeitsschritte schaffen Sie einen Garten, der nicht nur optisch ansprechend ist, sondern auch ein harmonischer Teil Ihres Neubaus wird. Ihre Wohlfühloase wird schon bald in voller Pracht erstrahlen.

Bilder: Artazum / Shutterstock