Kleingarten finden und anlegen

Der Drang der Deutschen nach der eigenen Parzelle im Grünen ist enorm. Teilweise gibt es in Großstädten wie München, Frankfurt oder Hamburg bereits Wartezeiten von über fünf Jahren. In vielen Regionen hat man sogar das Anlegen von Wartelisten bereits aufgegeben. Voll im Trend seit einigen Jahren ist „Urban Gardening“, auch Stadtgärtnern genannt. Hintergrund: Ehemals landwirtschaftlich betriebene Nutzflächen werden einfach in kleine Gartenparzellen aufgeteilt und mit unterschiedlichen Laufzeiten vermietet. Interessenten sind besonders die jüngeren Familien, also eine Generation, die vereinsmäßige Kleingärtnerei bislang gerne als altbacken bezeichnete. Was bewirkt diesen Sinneswandel und wieso werden „Start-ups“, die einen solchen Mainstream im Grünen generieren, von Interessenten förmlich überrannt?

Kleingarten kaufen
Gemüse im eigenen Garten anpflanzen macht Spaß und ernährt

Motivierend werden solche Angebote besonders dadurch, dass man den Neugärtnern fix und fertige Sorgenfrei-Komplettpakete ohne langfristige Bindungspflicht anbietet, die beispielsweise eine kostenlose Gartenwerkzeugbenutzung, Wasseranschluss, Saat- und Pflanzpakete, fachgerecht vorbereitete Beete und vieles mehr beinhalten.

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Kompetente Ansprechpartner bei der Suche nach einem freien Kleingarten vor Ort sind in erster Linie die regionalen Kleingartenvereine. Sehr hilfreich dabei ist das sorgfältig recherchierte und sehr aktuelle Adressmaterial auf der Seite Kleingartenvereine.de.

Zwei deutschlandweit agierende Anbieter für urbanes Gärtnern im Mietgarten haben wir in einer Übersicht zusammengefasst:

  Meine Ernte Ackerhelden
Standorte (Städte) 26 16
Gartengröße 45 und 90 m2 40 m2
Mietpreis (je Saison) 199,- bzw. 369,- € 299,- €
Besonderheiten Vorbepflanzt mit 20 Gemüsesorten, Gartenhütte, Grundausstattung an Gartengeräten, Gießwasser, kostenlose Workshops, Einführungsveranstaltung vor Saisonbeginn, Gärtnersprechstunden, Gärtnerbrief Professionelle Vorbereitung und Bepflanzung mit 120 Biojungpflanzen, Steckzwiebeln u. 15 Sorten Biosaatgut, mehrere Beratungstermine vor Ort, Gartengeräte, Eimer, Schubkarre, Gießwasser
Arbeitsaufwand pro Woche Zwei bis drei Stunden Zwei Stunden
Onlineportal meine-ernte.de ackerhelden.de

Tipps & Tricks

Wenn der Traum vom eigenen Garten dennoch nicht in Erfüllung gehen will, schnappen Sie sich am nächsten Wochenende Ihre Familie mitsamt den Fahrrädern, radeln Sie einfach mal wieder über Land und schauen Sie durch die Dörfer. Werfen Sie Zettel in die Briefkästen bei den Grundstücken, die derzeitig etwas Pflege nötig hätten oder klingeln Sie einfach hier und dort. Vielleicht finden Sie auf diese Weise bei den älteren Dorfbewohnern jemanden, der Ihnen einen Teil seines Grundstücks zum Anlegen einiger eigener Gartenbeete zur Verfügung stellt.

Und wenn’s nicht gleich gelingt, gibt es noch eine Möglichkeit: die Guerilla-Taktik.

Triste Flächen im öffentlichen Raum verschönern

Früher war das Abwerfen sogenannter Samenbomben eine Form des zivilen Ungehorsams oder Ausdruck von politischem Protest. Die meisten Kommunen in Deutschland sehen aber die zur heutigen Zeit ziemlich entschärfte Methode des gemeinschaftlichen Gärtnerns gelassener – wenn sie vorher informiert wurden. Oft vergeben die Stadtverwaltungen sogar Patenschaften für Teile des öffentlichen Raums oder für bis dahin vernachlässigte Flächen bei der Versorgung und Pflege des Stadtgrüns. Ein paar Baumscheiben in Wohnungsnähe lassen sich von daher ganz bestimmt finden, auf denen Sie, wenn auch kleinflächig, Ihre gärtnerischen Ambitionen unter Beweis stellen können. Und: Wer nichts mit den fertigen Samenbomben aus den einschlägigen Onlineshops am Hut hat, macht Folgendes:

Rezept für Samenbomben:

  • 250 Gramm Tonerde oder -pulver aus der Apotheke
  • 150 Gramm Humus oder mittelschwere Gartenerde
  • 50 Gramm Saatgut (Blumen, Radieschen, Lupinen oder Ähnliches)
  • 250 ml Wasser
  • Alles zusammen gut mischen und zu kleinen Kügelchen in Walnussgröße kneten
  • Zwei Tage gut austrocknen lassen, an der durch die Kommune oder den Grundstückseigentümer genehmigten Stelle abwerfen und
  • Der Natur freien Lauf lassen!
Text: Gartenjournal.net

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