Fingerhut

Diese Pflanzen bieten eine ungiftige Alternative zum Fingerhut

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Der Fingerhut ist zwar schön, aber giftig. Entdecken Sie attraktive, ungiftige Alternativen für Ihren Garten und erfahren Sie, wie Sie Kinder vor Pflanzenvergiftungen schützen.

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Der Echte Beinwell ist eine schöne Alternative zum Fingerhut

Ungiftige Alternativen für den roten Fingerhut

Der rote Fingerhut (Digitalis purpurea) ist durch seine purpurfarbenen, glockenförmigen Blüten gekennzeichnet. Es gibt mehrere ungiftige Alternativen, die ähnlich attraktiv sind:

  • Echter Beinwell (Symphytum officinale): Diese Pflanze hat ebenfalls purpurfarbene bis lilafarbene Blüten und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter. Beinwell ist zudem eine alte Heilpflanze.
  • Mondviole (Lunaria annua): Auch bekannt als Silberblatt, trägt diese Pflanze kräftig violette Blüten. Ihre Blätter sind essbar und werden gelegentlich an Tiere verfüttert.

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Ungiftige Alternativen für den gelben Fingerhut

Der gelbe Fingerhut (Digitalis grandiflora) besticht durch seine leuchtend gelben, glockenförmigen Blüten. Wer nach einer ungiftigen Alternative sucht, findet im Punktierten Gilbweiderich (Lysimachia punctata) und der Frühe-Wiesen-Taglilie (Hemerocallis lilioasphodelus) gute Alternativen. Beide Pflanzen sind pflegeleicht, tragen wunderschöne gelbe Blüten und stellen für Menschen keine Gefahr dar. Allerdings sollten Katzenbesitzer auf Taglilien im Garten verzichten, da diese für Katzen giftig sind.

Ungiftige und essbare Alternativen zum Fingerhut

Die Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis) ist eine hervorragende ungiftige und essbare Alternative zum Fingerhut. Sie trägt gelbe Blüten und ähnelt optisch den gelb blühenden Sorten des Fingerhuts. Ähnlich wie der Fingerhut ist auch die Nachtkerze eine zweijährige Pflanze. Ihre Pfahlwurzel lässt sich wie Gemüse zubereiten. Auch die Blüten, Blätter und Samen der Pflanze sind essbar und enthalten keine Giftstoffe. Zusätzlich wird die Gewöhnliche Nachtkerze als Heilpflanze genutzt und findet in der Herstellung von Kosmetika Anwendung.

Heimische Alternativen zum Fingerhut

Heimische Alternativen zum Fingerhut bieten zahlreiche Vorteile. Sie sind gut an die Standortbedingungen angepasst und benötigen nur wenig Pflege. Zusätzlich stärken sie den Lebensraum der regionalen Tierwelt, von dem unter anderem Insekten profitieren. Hier sind einige empfehlenswerte heimische Pflanzen:

  • Echter Beinwell (Symphytum officinale): Purpurfarbene bis lilafarbene Blüten und eine Höhe von bis zu einem Meter zeichnen diese alte Heilpflanze aus.
  • Mondviole (Lunaria annua): Auch als Silberblatt bekannt, trägt sie kräftig violette Blüten. Ihre Blätter sind essbar und können gelegentlich als Tierfutter verwendet werden.
  • Punktierter Gilbweiderich (Lysimachia punctata): Diese Pflanze überzeugt mit gelben Blüten und ist pflegeleicht sowie attraktiv. Sie stellt keine Gefahr für Menschen dar und eignet sich hervorragend als Ersatz für den gelben Fingerhut.

Giftpflanzen auf dem Spielplatz

Öffentliche Spielplätze werden regelmäßig von kommunalen Gartenämtern kontrolliert. Die Spielplatznorm DIN 18034 verbietet die Anpflanzung bestimmter Pflanzenarten auf Spielplätzen, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten:

  • Seidelbast (Daphne mezereum): Alle Pflanzenteile, insbesondere die Beeren, sind stark giftig und können bei Verzehr schwere Vergiftungen verursachen.
  • Gewöhnliches Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus): Seine attraktiven roten Früchte sind sehr giftig und können bei Verzehr Übelkeit und Erbrechen auslösen.
  • Gemeine Stechpalme (Ilex aquifolium): Die blauen Beeren und Blätter sind stark giftig und können bei Kindern schwere Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen.
  • Goldregen (Laburnum anagyroides): Besonders die Samen und Blüten sind giftig und können Krämpfe sowie Atemnot verursachen.

Die häufigsten Giftpflanzen

Zu den giftigsten Pflanzen in deutschen Gärten zählen: Lebensbaum (Thuja), Hortensie (Hydrangea), Engelstrompete (Brugmansia), Tollkirsche (Atropa bella-donna), Bilsenkraut (Hyoscyamus niger), Eibe (Taxus), Herbstzeitlose (Colchicum autumnale), Eisenhut (Aconitum napellus), Goldregen (Laburnum anagyroides) und Wunderbaum (Ricinus communis).

Auch sehr verbreitet und giftig sind: Wolfsmilch (Euphorbia), Efeu (Hedera helix), Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus), Fingerhut (Digitalis), Oleander (Nerium oleander), Stechpalme (Ilex aquifolium), Maiglöckchen (Convallaria majalis), Gemeiner Liguster (Ligustrum vulgare), Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), Scheinakazie (Robinia pseudoacacia) und verschiedene Farne.

Wie schütze ich Kinder vor Pflanzenvergiftungen?

Um Kinder vor Pflanzenvergiftungen zu schützen, ist es wichtig, bereits im Vorfeld Maßnahmen zu ergreifen. Darüber hinaus können klare Regeln und eine gezielte Erziehung das Risiko einer Vergiftung erheblich minimieren.

  • Entfernen Sie sämtliche Giftpflanzen aus dem Garten und der Wohnung, besonders wenn Kleinkinder zum Haushalt gehören.
  • Machen Sie den Garten kindersicher, indem Sie giftige Pflanzen durch ungiftige Alternativen ersetzen.
  • Sichern Sie Bereiche mit unvermeidbaren Giftpflanzen ab, sodass Kinder keinen Zugang haben.
  • Bringen Sie den Kindern frühzeitig bei, keine Pflanzen oder Pflanzenteile zu essen, die sie nicht kennen.
  • Kontrollieren Sie bekannte Spielbereiche und Umgebungen, wie z. B. den Schulweg, auf das Vorkommen giftiger Pflanzen und melden Sie diese gegebenenfalls.
  • Informieren Sie sich vor dem Kauf neuer Pflanzen über deren Giftigkeit.

Die direkte Aufsicht und gezielte Erziehung der Kinder hinsichtlich der Gefahren von Pflanzen ist unerlässlich. Schwere Vergiftungen sind selten, treten aber dennoch vor allem bei kleinen Kindern auf, die giftige Beeren oder Pflanzenteile in den Mund nehmen.

Bilder: Kuttelvaserova Stuchelova / Shutterstock