So gedeiht das Silberblatt als Sommerblume mit herbstlichem Überraschungseffekt

Die weißen und lilafarbenen Schirmrispen-Blüten sind hübsch anzuschauen und verwöhnen uns mit verführerischem Duft. Auf sein frappierendes Kunststück lässt uns das Silberblatt freilich bis in den Herbst warten. Dann entfalten sich die Schötchen zu silbrig schimmernden, hauchzarten Blättchen, die jedem Trockenstrauß florale Magie verleihen. Wie Sie das zweijährige oder ausdauernde Lunaria richtig pflanzen und pflegen, verraten die folgenden Antworten auf oft gestellte Fragen.

Mondviole
Im Sommer trägt es zarte Blüten, im Herbst begeistert es mit silbrigen Blättern: Das Silberblatt

Silberblatt richtig pflanzen

Ein hinter Glas vorgezogenes Garten-Silberblatt pflanzen Sie erst dann ins Beet, wenn keine Bodenfröste mehr zu befürchten sind. Idealerweise konnte die Pflanze in den vorherigen 2-3 Wochen tagsüber auf dem halbschattigen Balkon abhärten, um die Nächte auf der Fensterbank zu verweilen. Reichern Sie den Boden mit Kompost und Hornspänen an, bevor Sie den Judas-Silberling unter Beibehaltung der bisherigen Pflanztiefe in die Erde setzen. Im Anschluss gießen Sie großzügig bemessen an und mulchen mit Laub.

Pflegetipps

Im unkomplizierten Pflegeprogramm sind keine gärtnerischen Stolpersteine verborgen. So einfach gelingt es:

  • Silberblatt regelmäßig und ausgiebig gießen, ohne Staunässe hervorzurufen
  • Von April bis August alle 2-3 Wochen düngen mit Kompost, Hornspänen oder Flüssigdünger
  • Ausputzen der verwelkten Blüten verhindert die dekorativen Silbertaler im Herbst

Das Rhizom zieht während des Winters die grünen Pflanzenteile vollständig ein. Schneiden Sie diese im zeitigen Frühjahr bodennah ab, damit der frische Austrieb ungehindert sprießen kann.
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Welcher Standort ist geeignet?

Am halbschattigen bis schattigen Standort fühlt sich das Silberblatt heimisch, gerne unter dem Schutz von Laubgehölzen. Nährstoffreichen, frischen bis feuchten Boden favorisiert das zauberhafte Lunaria, denn in freier Natur gedeiht die Pflanze in Schluchten nahe von Bächen, Flüssen und Wasserfällen.

Welche Erde braucht die Pflanze?

In gängiger Gartenerde streckt das Silberblatt gerne seine Wurzeln aus. Gegenüber magerem Boden erweist sich die rustikale Blume als tolerant. In nährstoffreicher, frisch-feuchter und humoser Erde findet das Kreuzblütengewächs die idealen Rahmenbedingungen vor für eine üppige Blütenfülle, die in den erhofften Pergament-zarten, silbrigen Schotenblättern mündet.

Wann ist Blütezeit?

Freuen Sie sich auf eine lang andauernde Blütezeit von April bis Juli. Diese gilt freilich erst als florale Anlaufzeit für das augenfällige Spektakel, das die Blume mit ihren Samenständen veranstaltet. Schneiden Sie die verwelkten Blüten daher nicht ab, weil Sie sich ansonsten der dekorativen Silbertaler im Herbst berauben.

Silberblatt richtig schneiden

Im Herbst sterben die oberirdischen Pflanzenteile vollständig ab. Im Boden überwintern die fingerförmigen Knollen, aus denen sowohl die zweijährige als auch die mehrjährige Lunaria im Frühjahr austreibt. Ein Schnitt ist somit nur dann erforderlich, wenn die abgestorbenen Triebe und Blätter das Erscheinungsbild des Gartens beeinträchtigen. In welchem Umfang Sie unterjährig die verwelkten Blüten abschneiden, unterliegt Ihrer individuellen Entscheidung. Mit jeder verwelkten Blüte entfernen Sie die Schötchen, die sich im Verlauf der Herbstzeit zu den dekorativen Silbertalern entfalten.
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Silberblatt gießen

Das Silberblatt ist ein durstiger Geselle, der Trockenheit nicht verträgt. Gießen Sie daher regelmäßig und ausgiebig, ohne Staunässe zu verursachen. Je sonniger der Standort, desto häufiger kommt die Gießkanne zum Einsatz. Im Topf kann dies an warmen Sommertagen täglich vonnöten sein.

Silberblatt richtig düngen

Mit regelmäßigen Düngergaben stimmen Sie das Garten-Silberblatt auf eine reiche Tracht des dekorativen Herbstschmucks ein. Arbeiten Sie von April bis August alle 3 Wochen eine Portion Kompost mit Hornspänen in die Erde ein und gießen nach. Alternativ verabreichen Sie im April und Juni einen stickstoffreichen Langzeitdünger. In Topfkultur empfehlen wir die 14-tägige Gabe von Flüssigdünger.

Überwintern

Das Silberblatt ist vollkommen winterhart. Im Beet sind keine Vorkehrungen zu treffen, da die oberirdischen Pflanzenteile absterben und einzig der Wurzelballen im Boden überwintert. Im Topf besteht demgegenüber die Gefahr, dass die Wurzeln erfrieren aufgrund der exponierten Lage hinter den dünnen Gefäßwänden. Umhüllen Sie den Kübel oder Blumenkasten daher mit Jutebändern, Vlies oder Luftpolsterfolie und schieben einen Holzblock unter.

Silberblatt vermehren

Das Silberblatt lässt sich unkompliziert mittels Aussaat vermehren. Da es sich um Kaltkeimer handelt, säen Sie die Samen im August/September direkt ins Beet aus an einen halbschattigen bis schattigen Standort. So machen Sie es richtig:

  • Ein feinkrümeliges Saatbeet anlegen, frei von Unkraut, Wurzeln und Steinen
  • Im Abstand von 20-30 cm die Samen 1-2 cm tief in die Erde stecken und dünn mit Sand übersieben
  • Das Beet mit feiner Brause befeuchten und mit einem engmaschigen Schutznetz überziehen

Eine mehrjährige Silberblatt-Art, wie Lunaria rediviva, können Sie alternativ durch Teilung vermehren. Hierzu graben Sie das Rhizom im Herbst oder Frühjahr aus, um 5 cm lange Wurzelstücke abzuschneiden. Diese pflanzen Sie am neuen Standort unmittelbar in die Erde oder päppeln sie zunächst im Topf auf.
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Ist Silberblatt giftig?

Bereits ein Blick auf die botanische Zuordnung gibt Entwarnung hinsichtlich eines möglichen Giftgehaltes. Als Kreuzblütler ist das Silberblatt verwandt mit Nutzpflanzen, wie Rosenkohl, Blumenkohl, Raps oder Kresse. Hier ist weit und breit keine Spur von toxischen Inhaltsstoffen. Daher darf sich die ganze Familie an den dekorativen Attributen des Silbertalers erfreuen.
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Silberblatt blüht nicht

Verweigert ein Silberblatt die Blüte, stellen Sie im ersten Schritt die Standortbedingungen auf den Prüfstand. Befindet sich hier alles im Rahmen, hinterfragen Sie die Pflege. Um der Ursache auf den Grund zu gehen, haben wir hier alle häufigen Auslöser mit Tipps zu deren Behebung für Sie zusammengestellt:

  • Zu sonnig: Das Silberblatt gedeiht am halbschattigen bis schattigen Standort.
  • Zu trockener Boden: Weisen Sie einem Lunaria einen Platz im frisch-feuchten, nährstoffreichen Boden zu.
  • Trockenstress: Gießen Sie die Pflanze, sobald das Substrat angetrocknet ist.
  • Nährstoffmangel: Von Mai bis August ist der Silbertaler auf eine regelmäßige Nährstoffzufuhr angewiesen.

Sofern es sich um eine Sämlings-vermehrte Pflanze handelt, ist ein wenig Geduld gefragt. Sowohl die einjährigen als auch die mehrjährigen Arten blühen erst ab dem zweiten Jahr im Beet.

Schöne Sorten

  • Judaspfennig: Zweijähriges Silberblatt, das durch Aussaat seinem Platz im Beet dennoch über die Jahre treu bleibt
  • Mondviole: Hübsche Silberblatt-Staude mit weißen, lila angehauchten Blüten und den unverkennbaren Samenständen
  • Albiflora: Preisgekrönte Sorte, die sich mit unzähligen cremeweißen Schirmrispen in Szene setzt
  • Moneta del Papa: Rustikale, reich verzweigte Sommerblume mit lilafarbenen Blüten und Pergament-Talern im Herbst
Text: Paula Jansen

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