Das Silberblatt: Wissenswertes rund um die Aussaat

Das ungiftige Silberblatt zählt zu den Pflanzen, die mit ihren getrockneten Samenständen dem Garten im Herbst interessante Blickfänge schenken können. Die Vermehrung der auch in der Natur vorkommenden, äußerst pflegeextensiven Blühpflanze erfolgt durch Samen.

Silberblatt säen
Die Samen verbergen sich in den silbrigen Blättern, die mit dem Fortschreiten der Reife immer durchsichtiger werden

Eine Pflanze mit vielen spannenden Facetten

Die mondförmigen, mit zunehmender Samenreife wie Pergament durchscheinenden Samenschötchen des Silberblatts haben diesem im Volksmund die folgenden Namen eingebracht:

  • Judas-Siberling
  • Garten-Silberblatt
  • Mondviole
  • Judaspfennig
  • Silbertaler

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Auch die lateinische Bezeichnung „Lunaria annua“ bezieht sich auf die Samen der „Mondpflanze“, wobei der Zusatz der Einjährigkeit nicht wirklich stimmt. Das Silberblatt stirbt zwar tatsächlich nach der Blüte ab, ist aber eigentlich zweijährig und blüht erst im zweiten Standjahr. Meist sind die auffälligen Samenstände der Hauptgrund für eine Kultur im Garten. Die rosa-violetten oder weißen Blüten sind aber auch eine ästhetische Bienenweide und verströmen ihren Duft hauptsächlich während der Nachtstunden, um Nachtfalter zur Bestäubung anzulocken.

Die Samen ernten und im richtigen Rhythmus aussäen

Die Ernte der Samen ist beim Silberblatt relativ einfach, da sich diese wie auf einem Präsentierteller zwischen den beiden Schichten der Samenschötchen befinden. Sie können einen Kunststoffbeutel über die ganzen Blütenstiele mit den Samenständen stülpen und diese nach dem Abschneiden im Haus in Samen und Kompostmaterial sortieren, damit im Garten nicht zu viele Samen an Ort und Stelle auf den Boden fallen. Säen Sie jährlich einen Teil der Samen im Garten aus, um auch wirklich in jedem Jahr Blüten und Samen der nur zweijährig blühenden Pflanze zu erhalten.

Aussaat und Pflege des Silberblatts

Das Silberblatt wird idealerweise im Frühsommer direkt im Freiland ausgesät, wobei die Samen mit wenig Erde bedeckt werden. Dabei sollte der gewählte Standort frei von stark wachsenden Nachbarpflanzen sein, damit die im ersten Jahr noch ziemlich kleinen Jungpflanzen genügend Licht und Platz für ihre Entwicklung haben. Die Jungpflanzen sollten halbschattig stehen und gleichmäßig feucht gehalten werden.

Tipp

Nach der ersten Aussaat im Garten breitet sich das Silberblatt meist ganz von selbst durch Selbstaussaat aus. Soll diese Vermehrung eingedämmt werden, müssen die Samen vor dem Ausreifen abgeschnitten werden, was aber den Dekorationswert der Pflanzen mindert. Keinesfalls sollten Sie die Samenstände in diesem Fall mit anderem Schnittgut auf den Komposthaufen legen, da Sie die lange keimfähigen Samen sonst mit dem Kompost im ganzen Garten verteilen.

Text: Alexander Hallsteiner

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