Daphne
Schön anzusehen aber leider giftig: der Seidelbast

Seidelbast

Im naturnahen Garten, dem Steingarten und Kiesbeet kreieren Sie mit Seidelbast vom Frühling bis zum Herbst malerische Impressionen. Wen der extreme Giftgehalt nicht stört, siedelt mit dem Ziergehölz eine genügsame Blüten- und Beerenschönheit an, die nur gelegentlich der Pflege bedarf. Wie die Kultivierung erfolgreich verläuft, vermitteln die folgenden Antworten auf häufige Fragen.

Seidelbast richtig pflanzen

Dreh- und Angelpunkt einer fachgerechten Pflanzung ist die Bodenvorbereitung. Entfernen Sie sämtliches Unkraut, alle Wurzeln und Steine aus dem Erdreich. Um die Durchlässigkeit zu optimieren, geben Sie lehmhaltigem Boden etwas Sand hinzu, feinen Splitt oder Blähton. Währenddessen verweilt der noch eingetopfte Wurzelballen in einem Gefäß mit Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Die ideale Pflanzgrube ist 1,5 mal breiter als der Wurzelballen und geht mindestens 60 cm in die Tiefe. Topfen Sie den durchtränkten Seidelbast aus und setzen ihn mittig in die Grube. Füllen Sie die Erde nun soweit auf, dass die bisherige Pflanztiefe beibehalten wird. Zum guten Schluss angießen und etwas Herbstlaub ausbreiten als Mulch.
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Pflegetipps

Die relevanten Programmpunkte einer sachgemäßen Pflege von Seidelbast sind an einer Hand abzuzählen. So machen Sie es richtig:

  • Jungpflanzen regelmäßig gießen, später einzig bei sommerlicher Trockenheit
  • Düngen lediglich im Topf erforderlich von März bis August alle 30 Tage
  • Rückschnitt unmittelbar nach der Blüte
  • Leichter Winterschutz im Pflanzjahr sowie für Topfpflanzen ratsam

Damit das Rundum-Wohlfühl-Programm für Seidelbast nicht in gesundheitlichen Beschwerden für den Gärtner mündet, darf das Tragen langärmeliger Kleidung, langer Hosen und Handschuhe nicht versäumt werden. Der hohe Giftgehalt aller Daphne-Arten ist nicht zu unterschätzen.
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Welcher Standort ist geeignet?

Seidelbast ist rund um den Globus an den unterschiedlichsten Habitaten anzutreffen. An die Licht- und Temperaturverhältnisse stellt das Ziergehölz keine nennenswerten Ansprüche. Relevanter für ein prachtvolles Wachstum ist die Bodenbeschaffenheit. Die folgende Übersicht nennt alle wichtigen Faktoren:

  • Sonnige, halbschattige Lage bis hin zum lichten Schatten
  • Warm, luftig und problemlos auch windexponiert
  • Gut durchlässiges Erdreich mit neutralem bis alkalischem pH-Wert
  • Frisch bis trocken und ohne Gefahr von Staunässe

Bitte behalten Sie bei der Wahl des Standortes die Toxizität im Hinterkopf. Sind die Rahmenbedingungen noch die perfekt geeignet; sollte Seidelbast nicht dort gesetzt werden, wo sich Kinder und Haustiere in Reichweite befinden.
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Welche Erde braucht die Pflanze?

Mit Blick auf die natürlichen Vorkommen wird klar, dass Sie an einem Seidelbast im feuchten, nährstoffreichen Boden nicht viel Freude haben werden. Weisen Sie dem schmucken Strauch stattdessen einen Platz in magerer, erstklassig drainierter Erde des Steingartens zu. Wo diese Idealbedingungen nicht gegeben sind, schaffen Sie mit Bodenhilfsstoffen einen angemessenen Ausgleich. Schweres, lehmhaltiges Erdreich wird angereichert mit Splitt, Sand, Torf und Kompost. Verarmten Boden vitalisieren Sie durch Zugabe von Thomaskali, Algenkalk oder Agrosil.
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Was ist die beste Pflanzzeit?

Mit einem Pflanztermin im Herbst erhält ein Seidelbast ausgezeichnete Startvoraussetzungen für ein vitales Pflanzenleben. Im sonnenwarmen Boden können sich die Wurzeln rechtzeitig vor dem Winter etablieren. Darüber hinaus ist im regenreichen Herbst kein ungünstiger Trockenstress zu erwarten. Wer den idealen Zeitpunkt versäumt, pflanzt Daphne-Arten im Frühjahr, unter Beachtung einer ausreichenden Wasserversorgung in den ersten Tagen und Wochen.
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Wann ist Blütezeit?

Die Blütezeit von Seidelbast erstreckt sich von März bis April. Nach einem milden Winter kündet der Blütenstrauch bereits ab Ende Februar vom nahenden Frühling. Mit diesem sehr frühzeitigen Beginn geht indes die Gefahr von Frostschäden an den Knospen einher. Behalten Sie daher den Wetterbericht im Auge, um bei angekündigten Bodenfrösten die Zweige des nachts mit Jute oder Vlies zu umhüllen.
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Seidelbast richtig schneiden

Als klassischer Frühlingsbote, blüht und fruchtet Seidelbast am vorjährigen Holz. Schneiden Sie den Zierstrauch daher unmittelbar nach der Blüte. Da Sie dabei den herbstlichen Beerenschmuck größtenteils entfernen, wird diese Maßnahme einzig bei tatsächlichem Bedarf vorgenommen. Zumindest alle 3-4 Jahre ist ein Erhaltungsschnitt vonnöten, da das Gehölz andernfalls von innen her verkahlt. So gehen Sie fachgerecht vor:

  • Langärmelige Kleidung, lange Hosen und Handschuhe anlegen
  • Zu lange Triebe maximal um ein Drittel abschneiden
  • Die Schere stets 2 mm über einem nach außen gerichteten Auge ansetzen
  • Totholz an der Basis kappen
  • Kümmerliche, kranke und sich reibende Äste vollständig entfernen

Vermeiden Sie einen Rückschnitt, der die Triebe um mehr als 30 Prozent einkürzt. Darauf könnte ein Seidelbast ungehalten reagieren und das Wachstum reduzieren oder vollständig einstellen.
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Seidelbast gießen

Hat ein Seidelbast erst einmal Fuß gefasst im Beet, werden Sie sich mit der Gießkanne nur selten auf den Weg dorthin begeben. Bis dahin ist eine ausreichende Wasserversorgung ratsam, damit sich das Wurzelsystem wunschgemäß verzweigt. Gießen Sie Jungpflanzen in der ersten Zeit regelmäßig, ohne Staunässe zu verursachen. Im weiteren Verlauf genügt das normale Regenaufkommen für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt. Im Kübel ist demgegenüber immer dann ein Schluck Wasser erforderlich, wenn die oberen 2 cm des Substrats angetrocknet sind.
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Seidelbast richtig düngen

Ausgepflanzte Daphne-Arten benötigen keinen Dünger. Im Gegenteil bewirkt eine zu üppige Nährstoffversorgung ein mastiges Wachstum, das die Pflanze in ihrer Gesamtheit schwächt. Aufgrund seiner auffallend langen Wurzeln ist Seidelbast problemlos in der Lage, sich vollkommen autark zu ernähren. Für Kübelpflanzen gilt dies indes nicht, da im begrenzten Substratvolumen die Vorräte rasch verbraucht sind. Hier düngen Sie von März bis August alle 30 Tage mit einem handelsüblichen Flüssigpräparat.
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Überwintern

Ein gut etablierter Seidelbast erträgt klaglos tiefste Minustemperaturen. Es ist weniger die klirrende Kälte, die für Probleme sorgt, als vielmehr der Wechsel zwischen Tau- und Frostwetter. Ebenso macht pralle Wintersonne in Verbindung mit Kahlfrost dem Gehölz zu schaffen. Das Pflegeprogramm für den Winter enthält folglich diese Punkte:

  • Im Beet die Wurzelscheibe schützen mit einer Lage Herbstlaub, Stroh, Lauberde oder Nadelreisig
  • Kübel ummanteln mit Luftpolsterfolie und auf isolierendes Holz oder Styropor stellen
  • Das Substrat bedecken mit Laub, Stroh oder Tannenwedeln

Kommt der Winter mit Kahlfrost daher, wobei unter strahlendem Sonnenschein und klirrender Kälte die Schneedecke fehlt, gießen Sie Seidelbast an milden Tagen.
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Seidelbast vermehren

Um die Vorzüge von Seidelbast an weiteren Plätzen im Beet und auf dem Balkon zu genießen, bedienen sich Hobbygärtner folgender Methoden der Vermehrung:

  • Sommerstecklinge im Juni/Juli schneiden, im Topf bewurzeln lassen und im Herbst auspflanzen
  • Herbststecklinge im September schneiden und hinter Glas bis Februar/März im mageren Substrat pflegen
  • Aussaat von den Beeren entnommenen Samen

Während Stecklinge innerhalb weniger Wochen bewurzeln, nimmt die Aussaat mehr Zeit in Anspruch und erfordert einen erhöhten Arbeitsaufwand. Da Saatgut unterliegt einer natürlichen Keimhemmung, die erst mithilfe einer Stratifikation aufzuheben ist. Hierzu legen Sie die (sehr giftigen) Samen in einer Tüte mit feuchtem Sand für 6-8 Wochen ins Gemüsefach des Kühlschranks. Anschließend streuen Sie die Samen auf magerer Saaterde aus und übersieben diese dünn mit Sand. In der Folgezeit halten Sie das Substrat konstant feucht am halbschattigen Fensterplatz bei 20-25 Grad Celsius. Pikiert werden Keimlinge mit mindestens 2 Blattpaaren.
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Wie pflanze ich richtig um?

Die sehr tief reichende Verwurzelung eines Seidelbast gestaltet einen Standortwechsel heikel bis unmöglich. Da das Ausgraben stets mit einer Verletzung des verzweigten Wurzelsystems einhergeht, wird das Gehölz am neuen Platz nicht anwachsen. Erfolgversprechender verläuft eine Umsiedlung, wenn Sie der Pflanze Stecklinge entnehmen, diese im Topf bewurzeln lassen und am neuen Platz einpflanzen.
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Seidelbast im Topf

Eine Fülle prächtiger Daphne-Arten und Hybriden gedeiht ausgezeichnet im Topf. Dank der breit angelegten Standortamplitude, lösen Sie mit dem Ziergehölz so manches Dekorationsproblem auf dem Balkon und der Terrasse. Wichtigste Voraussetzung für ein vitales Wachtum ist ein gut durchlässiges, mageres Substrat. Handelsübliche Blumenerde wird optimiert mit feinem Splitt, Sand, Blähton oder Lavagranulat. Zur Vorbeugung gegen Staunässe dienen einige Tonscherben über dem Wasserablauf. Die Pflege beschränkt sich auf folgende Maßnahmen:

  • Trocknen die oberen 1-2 cm der Pflanzerde an, wird gegossen
  • Von März bis August alle 30 Tage einen Flüssigdünger verabreichen
  • Zeitnah nach der Blüte zu lange Triebe abschneiden

Vor dem ersten Frost umhüllen Sie den Topf mit Luftpolsterfolie, bedecken das Substrat mit Laub und Tannenwedeln. Damit die Kälte nicht von unten an die Wurzeln durchdringt, stellen Sie das Gefäß auf einen Holzblock. Pflanzgefäße mit einem Durchmesser von unter 30 cm siedeln um in ein frostfreies Winterquartier.
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Ist Seidelbast giftig?

Der Anblick eines verschwenderisch blühenden Seidelbast täuscht über den extrem hohen Giftgehalt hinweg. Tatsächlich besitzt das schmucke Gehölz eine dunkle Seite. Die Pflanzenbahnen sind durchströmt von toxischen Inhaltsstoffen, die im schlimmsten Fall tödlich wirken. Die gesundheitliche Bedrohung beschränkt sich längst nicht auf den Verzehr der giftigen Beeren, sondern macht sich bereits bei leichtem Hautkontakt bemerkbar in Form von Entzündungen bis hin zu Blasenwurf. Daphne-Arten sollten folglich nur dann Teil des Pflanzplans sein, wenn der Garten unzugänglich ist für Kinder und Haustiere. Darüber hinaus ist das Tragen schützender Kleidung bei sämtlichen Pflanz- und Pflegearbeiten des Gärtner’s oberste Pflicht.
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Seidelbast blüht nicht

Es sind verschiedene Ursachen, auf die das Ausbleiben der ersehnten Frühlingsblüte zurückzuführen ist. Häufigster Auslöser für dieses Manko ist ein Rückschnitt zum falschen Zeitpunkt. Gerät der Strauch zu voluminös, wird der Rückschnitt unmittelbar nach der Blüte durchgeführt. Im Rahmen späterer Schnittmaßnahmen werden die bereits angelegten Knospen entfernt, sodass die nächste Blüte ausfällt. Handelt es sich bei dem beanstandeten Seidelbast um ein Sämlings-vermehrtes Exemplar, zeigt sich die erste Blütentracht frühestens 3-4 Jahre nach der Aussaat.
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Schöne Sorten

  • Rosmarin-Seidelbast: Robuste Sorte mit Bodendeckerqualitäten und nach Nelken duftenden, rosafarbenen Blüten
  • Rubra: Mächtiger Blütenstrauch, bis 200 cm hoch und früher Blüte ab Ende Februar; eine der giftigsten Sorten
  • Eternal Fragrance: Prachtvolle Sorte mit weiß-rosa Blüten, die in milden Lagen bis in den Mai/Juni verweilen
  • Plena: Premium-Sorte des Echten Seidelbast mit gefüllen, weißen Blüten und einer kompakten Höhe bis 100 cm
  • Variegata: Robuste Daphne-Züchtung mit rosaroten Blüten und panaschierten Blättern
Text: Paula Jansen

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