Fingerhut

Fingerhut: Wie giftig ist diese schöne Gartenpflanze?

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Der Fingerhut ist eine attraktive Pflanze mit giftigen Glykosiden in allen Teilen. Dieser Artikel informiert über Vergiftungserscheinungen, Erste Hilfe und den sicheren Umgang mit Fingerhut im Garten.

Fingerhut giftig

Giftigkeit des Fingerhuts

Der Fingerhut enthält in allen Pflanzenteilen giftige Glykoside wie Digitoxin, Gitaloxin und Gitoxin. Diese Substanzen können bereits in kleinen Mengen schwere gesundheitliche Schäden verursachen und sind potenziell tödlich. Besonders hoch ist die Giftkonzentration in den Blättern. Die Menge der Giftstoffe variiert im Tagesverlauf und ist am Vormittag am höchsten.

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Symptome einer Fingerhutvergiftung

Eine Vergiftung mit Fingerhut kann je nach aufgenommener Menge und individueller Empfindlichkeit verschiedene Symptome auslösen:

  • Übelkeit und Erbrechen: Erste Reaktion des Körpers, um die Giftstoffe auszuscheiden.
  • Durchfall: Meist begleitet von Bauchschmerzen.
  • Kopf- und Nervenschmerzen: Starke Schmerzen infolge einer Beeinträchtigung des Nervensystems.
  • Sehstörungen: Symptome wie Augenflimmern, verschwommenes Sehen oder Halluzinationen.
  • Herzrhythmusstörungen: Unregelmäßiger Herzschlag, Herzrasen oder verlangsamter Herzschlag.
  • Herzstillstand: In schweren Fällen kann eine Vergiftung zum Herzstillstand führen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Fingerhutvergiftung

Bei Verdacht auf eine Fingerhutvergiftung sollten Sie sofort den Notruf wählen und medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte können folgende Maßnahmen helfen:

  • Kein Erbrechen auslösen: Erbrechen könnte die Situation verschlimmern.
  • Weitere Giftaufnahme stoppen: Pflanzenteile aus dem Mund der betroffenen Person entfernen.
  • Flüssigkeitszufuhr: Wasser, Saft oder Tee, jedoch keine Milch, zum Trinken geben.
  • Giftinformationszentrum kontaktieren: Weitere Anweisungen und Empfehlungen einholen.
  • Pflanzenteile aufbewahren: Zur Identifikation der Pflanze aufbewahren oder Fotos machen.

Bei schweren Symptomen ist unverzüglich der Notruf zu verständigen.

Gefährdete Gruppen

Besondere Vorsicht gilt für folgende Personengruppen:

  • Kinder: Bereits geringe Mengen können für sie tödlich sein.
  • Haustiere: Auch Hunde und Katzen sind stark gefährdet.
  • Personen mit Herzerkrankungen: Da die Glykoside direkt auf das Herz wirken, besteht ein erhöhtes Risiko.

Fingerhut im Garten

Der Umgang mit Fingerhut im Garten erfordert Vorsicht:

  • Standortwahl: An einem für Kinder und Haustiere unzugänglichen Ort pflanzen.
  • Handschuhe tragen: Beim Pflanzen, Beschneiden oder Entsorgen stets Handschuhe tragen.
  • Entsorgung: Fingerhut nicht auf dem Kompost, sondern im Hausmüll entsorgen.

Fingerhut als Heilpflanze

Trotz seiner Giftigkeit wird Fingerhut seit dem 6. Jahrhundert als Heilpflanze genutzt. Die Wirkstoffe Digoxin und Digitoxin helfen in kontrollierten Dosen bei Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen. Sie stärken den Herzmuskel und regulieren die Herzfrequenz. Aufgrund der geringen Differenz zwischen therapeutischer und toxischer Dosis sollten Fingerhutpräparate nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden.