Euphorbia
Zart und beinahe unscheinbar, aber Vorsicht: giftig!

Wolfsmilch

Kennt sich der Hobbygärtner innerhalb der facettenreichen Wolfsmilch-Gesellschaft aus, prahlen selbst prekäre Lagen im Garten mit dekorativer Bepflanzung. Erkunden Sie hier, wie Sie sich die ebenso faszinierende wie artenreiche Gattung in Ihrem grünen Reich zunutze machen.

Wolfsmilch richtig pflanzen

Im Frühling beginnt die Pflanzzeit für Wolfsmilch, wenn ab Mitte Mai keine verspäteten Bodenfröste mehr zu befürchten sind. Bereiten Sie am sonnigen bis halbschattigen, warmen und geschützten Standort eine feinkrümelige Erde vor. Während dieser Zeit darf sich der Wurzelballen der noch eingetopften Euphorbia in einem Gefäß mit Wasser solange vollsaugen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. In diesen Schritten verläuft die Pflanzung fachgerecht:

  • Kleine Pflanzgruben anlegen mit dem 1,5-fachen Volumen des Wurzelballens
  • Die ausgehobene Erde anreichern mit gesiebtem Kompost und Hornspänen oder Sand
  • Die ausgetopfte Wolfsmilch einpflanzen bis zum unteren Blattpaar und angießen

Entsprechend der gewählten Art, breiten Sie noch eine organische oder anorganische Mulchschicht aus.

Pflegetipps

Eine ausgewogene Wasser- und Nährstoffversorgung in Verbindung mit einem adäquaten Winterschutz stellen die zentralen Komponenten einer fachgerechten Pflege dar. Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick:

  • Ideal ist ein wechselfeuchtes Substrat mit zwischenzeitlich angetrockneter Oberfläche
  • Vorzugsweise mit weichem Regenwasser oder Teichwasser gießen
  • Während der Wachstums- und Blütezeit alle 4 Wochen organisch düngen
  • Vor dem ersten Frost Beetpflanzen abdecken mit Laub, Stroh und Nadelreisig
  • Wolfsmilch im Pflanzgefäß einräumen in ein helles, frostfreies Winterquartier

In welchem Umfang ein Rückschnitt erforderlich ist, hängt ab von der kultivierten Euphorbia-Art. Sommergrüne Wolfsmilch schneiden Sie im Herbst bodennah ab, während für wintergrüne Sorten die Schere erst im Frühjahr zum Einsatz kommt. An immergrünen Sukkulenten beschränken Sie sich auf ein Auslichten vor dem ersten Austrieb.

Welcher Standort ist geeignet?

Am sonnigen, warmen Standort gedeiht die Wolfsmilch unermüdlich, um mit ihrem ungewöhnlichen Erscheinungsbild dekorative Akzente zu setzen. Halten Sie Ausschau nach einer hübschen Begrünung im lichten Schatten, lässt die Eurphorbia-Gattung Sie nicht im Stich. Mit flexiblen Arten, wie einer Balkan-Wolfsmilch, bleibt auch ein Standort mit weniger günstigen Lichtverhältnissen nicht öde und leer. Als Zimmerpflanze favorisieren Christusdorn und Kollegen einen hellen Platz, der möglichst nicht unter pralle Mittagssonne und in kalten Durchzug geraten kann.

Der richtige Pflanzabstand

Die Abmessungen einer Wolfsmilch definieren den genauen Pflanzabstand im Beet. Für die wichtigsten Gruppen innerhalb der Gattung haben wir die Distanzen im Folgenden ausgeführt:

Wuchshöhe 15-20 cm entspricht Pflanzabstand 35 cm – 6 Stück je Quadratmeter
Wuchshöhe 30-40 cm entspricht Pflanzabstand 45 cm – 4 Stück je Quadratmeter
Wuchshöhe 70-80 cm entspricht Pflanzabstand 50 cm – 3-4 Stück je Quadratmeter
Wuchshöhe 90-120 cm entspricht Pflanzabstand 70 cm – 2 Stück je Quadratmeter

Im Kübel und Balkonkasten verkürzen Sie den hier angegebenen Pflanzabstand um 5-10 cm, um ein üppiges Erscheinungsbild zu kreieren.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Mehrheitlich gedeihen Euphorbia-Arten und Sorten in nährstoffreicher Erde, die frisch-feucht, humos und gut durchlässig beschaffen ist. Darüber hinaus wartet die facettenreiche Gattung auf mit Problemlösern für dauerfeuchte Ufer-Standorte, wie der Sumpf-Wolfsmilch oder für sandig-trockene Steingarten-Lagen, wie Walzen-Wolfsmilch. Die Exoten unter den Sukkulenten, wie Christusdorn oder der Weihnachtsstern für die Zimmerkultur, bevorzugen ein schwach saures Substrat mit einem pH-Wert von 6,0 bis 6,8.

Was ist die beste Pflanzzeit?

Die beste Pflanzzeit für Wolfsmilch im Garten erstreckt sich von Mitte Mai bis Mitte Juni. In dieser Phase drohen keine Bodenfröste mehr, sodass die Stauden sich zügig im Beet verwurzeln und ihren Blüten- und Blätterschmuck in Szene setzen kann. Bis zum Winter haben sich die Euphorbia gut etabliert, sodass die mehrjährigen Arten gesund durch die kalte Jahreszeit kommen.

Blütezeit

Mit der richtigen Kombination von Arten und Sorten, können Sie sich den ganzen Sommer hindurch an den hübschen Wolfsmilch-Blüten erfreuen. Der folgende Vorschlag möge der Inspiration dienen:

Mandelblättrige Wolfsmilch: Blütezeit von April bis Juni
Hohe Wolfsmilch: Blütezeit Mai bis Juli
Steppen-Wolfsmilch: Blütezeit von Juni bis Oktober

Schneiden Sie verwelkte Blütenstängel regelmäßig heraus, trägt diese Umsicht einerseits zu einem gepflegten Erscheinungsbild bei und lockt zugleich neue Blüten hervor.

Wolfsmilch richtig schneiden

In welchem Umfang eine Wolfsmilch zu schneiden ist, wird durch die Art bestimmt, die Sie vor sich haben. Eine laubabwerfende Euphorbia schneiden Sie im kahlen Zustand bodennah zurück. An wintergrünen Arten belassen Sie das Laub bis zum zeitigen Frühjahr an der Pflanze, um es vor dem neuen Austrieb zurückzuschneiden. Eine immergrüne Wolfsmilch begnügt sich mit regelmäßigem Auslichten. Die verwelkten Blütenstängel sollten stets ausgeputzt werden, damit diese das dekorative Erscheinungsbild nicht beeinträchtigen. Ist eine Selbstaussaat erwünscht, warten Sie noch ab, bis die Samenstände gereift sind und das Saatgut sich verteilte.

Gießen

Die kultivierte Wolfsmilch-Art bestimmt den Umfang der Wasserversorgung. Während eine Sumpf-Wolfsmilch aufgrund ihres Standortes am Teich-Ufer automatisch mit Wasser versorgt wird, bestimmen die Witterungsverhältnisse die Wasserversorgung von Euphorbia im Beet. Bleibt der Regen aus, wird die Staude gegossen, sobald das Substrat angetrocknet ist. Für Dürre-resistente Steingarten-Arten ist diese Pflegemaßnahme seltener erforderlich, als für mächtige, immergrüne Sorten im Stauden-Beet. Im Pflanzgefäß erweist sich der Gießbedarf regelmäßig höher, als im Beet. Prüfen Sie hier alle 2-3 Tage per Daumenprobe die Erde, um bei Bedarf sogleich zu gießen. Tropische Schönheiten sollten zusätzlich mit weichem Wasser besprüht werden, wie der Weihnachtsstern oder Christusdorn.

Düngen

Der Nährstoffbedarf einer Wolfsmilch befindet sich auf mittlerem Niveau. Düngen Sie die Pflanze daher mit Beginn des Wachstums bis zum Ende der Blütezeit alle 4 Wochen mit Kompost und Hornspänen. Im August sollte die Gabe von Nährstoffen im Beet beendet werden, damit die Sukkulenten vor dem ersten Frost ausreifen können.

Krankheiten

Echter Mehltau macht vor einer Wolfsmilch nicht Halt. In dieser Hinsicht hilft dem Sukkulenten sein giftiger Pflanzensaft wenig. Breitet sich der mehlig-weiße Belag als Symptom für die Pilzinfektion auf den Schmuckblättern aus, hat sich Frischmilch als wirksames Hausmittel erwiesen. Geben Sie in 900 ml weichem Wasser 100 ml frische Milch (keine H-Milch) und besprühen die infizierte Euphorbia alle 2 Tage.

Schädlinge

Die omnipräsenten Blattläuse scheren sich nicht um den toxischen Milchsaft einer Wolfsmilch. Daher zählen sie zu den wenigen Schädlingen, die sich über die Sukkulenten hermachen. Untersuchen Sie daher regelmäßig die Ober- und Unterseiten der Blätter. Bekämpfen Sie die Läuse im frühen Befallsstadium mit einer Mischung aus 1 Liter Regenwasser und jeweils 15 ml flüssiger Schmierseife und Spiritus.

Überwintern

Im Garten ausgepflanzte Wolfsmilch-Arten sind bedingt winterhart. Es ist daher ratsam, die Pflanzen vor dem ersten Frost mit Laub oder Nadelreisig abzudecken. Diese Vorsichtsmaßnahme gilt ebenso für wintergrüne Euphorbia, da diese nicht der intensiven Wintersonne ausgesetzt werden sollten. Als Zimmerpflanzen kultivierte Wolfsmilch, wie Christusdorn, verkraften keine Temperaturen unter 15 Grad Celsius und siedeln daher im Herbst rechtzeitig um ins Haus. Auf diese Weise sollten Sie ohnehin mit allen Wolfsmilch im Pflanzgefäß verfahren, da im Winter die große Gefahr besteht, dass der Wurzelballen durchfriert.

Wolfsmilch vermehren

Während die Wolfsmilch per Selbstaussaat die Vermehrung im Beet selbst erledigt, stehen Ihnen als Gärtner zwei weitere Methoden für die Nachzucht zur Verfügung. Die Teilung verläuft unkompliziert im zeitigen Frühjahr, indem Sie den Wurzelballen ausgraben und zerschneiden. Ein geeignetes Teilstück verfügt über mindestens 2 Knospen und wird am neuen Standort sogleich eingepflanzt. Stecklinge schneiden Sie im Frühsommer, um sie zunächst für einige Zeit in Wasser zu legen, damit der giftige Milchsaft ausfließt. Anschließend setzen Sie die Ableger in ein Töpfchen mit magerer Erde am halbschattigen Standort, bis sie ein eigenes Wurzelsystem entwickelten.

Ist Wolfsmilch giftig?

Einer Wolfsmilch entströmt weißer Milchsaft, der es in sich hat. Als Kontaktgift löst die Substanz bei empfindlichen Gärtnern unangenehme Hautirritationen aus. Nach dem Verzehr selbst kleinster Mengen kommt es zu heftigen Vergiftungserscheinungen bei Mensch und Tier. Siedeln Sie Euphorbia daher nicht an, wenn sich Kinder und Haustiere in Reichweite tummeln. Führen Sie sämtliche Pflanz- und Pflegearbeiten mit Handschuhen aus.

Welche Wolfsmilch-Arten sind für den Ziergarten interessant?

Gar nicht so einfach, innerhalb von mehr als 2.000 Wolfsmilch-Arten die adäquaten Exemplare für den eigenen Garten zu sondieren. Wir haben uns für Sie umgeschaut und folgende Selektion zusammengestellt:

Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites) – die ideale Staude für vollsonnige, trockene Lagen
Steppen-Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana) – kreiert unendliche Blütenteppiche im Kiesbeet und Steingarten
Mandel-Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides) – immergrüne, bescheidene Schönheit für halbschattige Standorte
Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris) – begrünt den dauerfeuchten Teichrand
Hohe Wolfsmilch (Euphorbia cornigera) – standfest, üppig, winterhart, für Beet und Kübel
Mittelmeer-Wolfsmilch (Euphorbia characias) – mit 150 cm Wuchshöhe ein wahrer Wolfsmilch-Riese

Nicht zuletzt wartet die breit gefächerte Pflanzengattung auf mit faszinierenden Arten für die Zimmerkultur. Allen voran der Christusdorn (Euphorbia milii x Euphorbia lophogona) aus Madagaskar, der mit bezaubernden Scheinblüten, sattgrünen Blättern und gewaltigen Dornen die heimische Fensterbank ziert sowie der allseits beliebte Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima), der uns inmitten der dunklen Jahreszeit mit seinen Blüten Freude schenkt.

Wie pflege ich eine Wolfsmilch als Zimmerpflanze?

Die Stars unter den Wolfsmilch-Zimmerpflanzen sind Christusdorf und der Weihnachtsstern. Da beide Schönheiten tropischen Gefilden entstammen, ertragen sie keine Temperaturen unter 15 Grad Celsius. Auf der Fensterbank möchten die Topfpflanzen am sonnigen bis halbschattigen Platz stehen, geschützt vor praller Mittagssonne und kaltem Durchzug. Wählen Sie als Substrat eine hochwertige Blumenerde auf Kompostbasis mit einer leicht sauren Komponente. So verläuft die Pflege sachgemäß:

  • Das Substrat konstant leicht feucht halten
  • Die Erde zwischenzeitlich in den oberen 2 cm antrocknen lassen
  • Vorzugsweise gießen mit weichem Regenwasser oder entkalktem Leitungswasser
  • Während der Wachstums- und Blütezeit alle 4 Wochen flüssig düngen
  • Im Verlauf der winterlichen bzw. sommerlichen Ruhezeit nicht oder nur alle 6 Wochen düngen

Zu Beginn des Frühjahrs topfen Sie Wolfsmilch-Zimmerpflanzen um in frisches Substrat und einen minimal größeren Topf. Für den Weihnachtsstern ist diese Maßnahme jedes Jahr erforderlich. Der Christusdorn wechselt nur alle 3-4 Jahre um in einen neuen Kübel.

Schöne Sorten

  • Purpurrea: Mandelblättrige Purpur-Wolfsmilch mit wintergrünem Laub an roten Stängeln; Wuchshöhe 30-40 cm
  • Black Pearl: Balkan-Wolfsmilch, wintergrün, mit schwarzen Perlenblüten in grünen Hochblättern; Wuchshöhe 70-80 cm
  • Goldener Turm: Hohe Wolfsmilch, die besticht mit üppigem Wuchs und goldenen Blütendolden; Wuchshöhe 90-120 cm
  • Fens Ruby: Premium-Sorte mit gelben Blüten über zunächst grünen, später purpurnen Blättern; Wuchshöhe 15-20 cm
  • Fireglow: Farbenprächtige Himalaya-Wolfsmilch mit leuchtend orange-farbenen Blüten; Wuchshöhe 60-80 cm
  • Chameleon: Ökologisch wertvolle, wintergrüne und dekorative Sorte und herrlicher Herbstfärbung; Wuchshöhe 50 cm

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